Sonntag, 23. Oktober 2011

Morgentratsch


Ha!

Grade bisschen bei den amerikanischen occupy-Kollegen rumgelungert, guten Stoff gefunden zum Generalthema 'Unterwanderung' ('infiltration'), steht hüben wie drüben ganz oben auf der Besetzer-Tagesordnung:


Man beachte den in Anonymous-Maske posierenden Esel rechts außen.
(Erhellendes zur 'political animal'-Symbolik hier.)

Ich geh' jetzt frühstücken. Eben wurde ein Riesensack ofenfrischer Brötchen gespendet. Dank an alle großzügigen unbekannten Frankfurter! Eure Hilfsbereitschaft hält uns Leib und Seele beieinander!

P.S.:
Wen's interessiert: Unsere Dixi-Klos wurden übrigen von der Partei Die Linke finanziert. Was völlig in Ordnung ist, solange auf keinem der sechs Häusl irgendwelche Partei-Logos pappen.

Kommentare:

  1. lol! Dann warten wir mal auf die Klopapierspende der NPD...

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  2. Was soll'n das? Ich habe über eine Woche lang auf den Sites von occ ffm gelesen, dass die Toilettenanlage noch finanziert werden muss und habe rumgerechnet, wieviel ich maximal spenden könnte, weil ich nicht selber im Camp übernachten kann. Und jetzt ist das schon erledigt. Ich finde, es ist ein guter Zug von denen, schreibt doch sowieso keiner dran "friendly powered by Die Linke". Außerdem sind es sehr hübsche Dixies. Ich war am Dienstag vor der Arbeit auf dem Camp, und es ist nicht so leicht, das zu finden, weil man immer unter der Erde fahren oder laufen muss, und ich auch keinen Plan hatte, wo ich hoch muss. Jedenfalls bin ich dann irgendwann vor den Dixies aus dem Untergrund aufgetaucht, und hab mir gedacht, na das ist es.
    Und Sonntag morgen frische Brötchen, ich wuesste nicht, wo es das gibt in Hessen. So ist es richtig, das Beste für occ ffm. Ich bringe morgen Pötte mit Henkel, habe den Küchenschrank geplündert.

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  3. Gestern habe ich erfahren, dass die Dixis von 'Die Linke' finanziert wurden. ABER: Die tägliche Entleerung und Reinigung wird aus dem Spendentopf von occ ffm bezahlt. Der Topf fürs Töpfchen, sozusagen :).

    Weißt Du, Frau Zimmetbaum: Der Informationsfluss im Camp bezügl. solcher logistischer Details ist (hoffentlich noch) nicht besonders gut. Man muss ständig rumfragen und nach den entsprechenden Leuten suchen, die einem entsprechende Auskünfte geben können.

    Vieles läuft hier unprofessionell, vieles läuft improvisiert, aber - "es" läuft, das ist die Hauptsache.

    Pötte mit Henkel, wow - wir lieben Dich jetzt schon dafür ;).

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  4. Guten Morgen Frau Mob,
    falls es im camp bzw. in den zelten etwas muffeln sollte, möchte ich ihnen ähm dir folgenden Link ans herz legen.
    Es beginnt sich ein Lüftchen zu rühren, frischer wind-warum das nur langsam geht, guckstdu:

    -http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/10/wir-haben-es-nie-gelernt.html

    und es ist ja wieder ein herrlicher Tag.

    Hab mir noch gedanken zur kälte gemacht. Ich denke mit Kälte kann man besser umgehen als mit Hitze. Stelle mir 35grad in Frankfurt vor-tödlich man kann dann ja nicht viel machen.
    carpe diem

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  5. Hallo Frau Mop. Ich weiß nicht recht, wohin ich mit meinen Gedanken soll und hinterlasse sie deshalb bei dir.
    Das folgende ist nicht gegen dich gerichtet und schildert auch nur meine Eindrücke aus der Ferne.
    Aus unseren gemeinsamen 'Sammelaktionen' sollte für dich hervorgegangen sein, daß ich wahrscheinlich eine grunddemokratische Haltung habe und bis auf deine Schreibfehler im Spanischen oder in Computerfragen kein allzu großer Klugscheisser bin.
    Dennoch möchte ich dich auf etwas hinweisen, was mir wichtig erscheint.

    Wie Du dir denken kannst, verfolge ich zumindest die mediale Begleitung eurer Aktion.

    Was mir nicht gelingt, ist herauszufinden, wo denn eure Statements im Internet nachzulesen sind. Einen facebook-Account werde ich mir nicht zulegen, die Piraten-Pads sind scheinbar nur für die interne Organisation des Camps in Gebrauch, die Webseite (ja welche eigentlich) ist recht leer.

    In eurem/unserm Fall in Deutschland scheint es genau umgekehrt zu laufen, wie im Rest der Welt.
    Die Medien gaben euch von Anfang an Beachtung aber euch selbst kann ich kaum etwas aussagekräftiges finden.

    Schaue ich z.B. heute in die Meldungen der Nachdenkseiten, dann gibt es einige Links zur taz, in den etwas von einem 'Zeitgeist-Movement' geschrieben wird. Ein anderer Autor gibt gleich den väterlichen Rat, daß die Occupy-Bewegung sich jetzt bereits spalten müsse, um eine Überlebenschance zu haben.

    Meine Bitte wäre deshalb: Für Außenstehende solltet ihr möglichst bald eine kurze Agenda aufstellen, aus der ersichtlich wird, für und gegen was ihr eintretet. Die Agenda muß nicht lang sein, sollte es aber möglich machen, euch eine Kontur zu geben.

    Das soll nicht heißen, daß ihr euch einengen müsst. Aber eine Richtung zu kommunizieren, die euch von irgendwelchen neuen Heilsbringern eindeutig abgrenzt, wäre in Bälde angesagt.

    Ja, ich weiß. Es ist kalt, es gibt viel zu tun und ihr habt selbst genug Stress und Dissonanzen.
    Wenn sich aber Leute die Zeit nehmen können und Videos zusammenschneiden, dann sollte eine Seite Text mit Forderungen doch innerhalb eines Tages erstellbar sein.

    Tut euch bitte selbst diesen Gefallen. Sonst werdet ihr über die Medien definiert und filetiert.
    Nehmt meinetwegen die Forderungen von DRY, aber outet euch!

    Ist wirklich lieb gemeint.

    Un abrazo de mi parte.

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  6. @mp
    Danke für den Link zu Roberto! Sein Artikel trifft es Punkt für Punkt für Punkt auf den Kopf, den ganzen Zynismus, die (Protest)Abwehrhaltung, das pseudo-abgeklärte Gehabe etc. etc., und am wahrscheinlich treffendsten seine Bemerkung: "Wir wurden in den Neunzigern asozialisiert." Brilliante selbstreflexive Analyse von jemandem, der erkannt hat, wie bracchial das herrschende (mentale) System einen versauen kann, wenn man nicht nur vergisst, das System, sondern auch sich selbst gelegentlich in Frage zu stellen.

    @R@iner
    Danke für das Feedback.

    Momentan keine Agenda. Die Zeit und die Zustände im Camp sind nicht reif dafür (bitte lies meinen eben geposteten Beitrag 'Auf der Hut'). Ich habe großes Verständnis, wenn Außenstehenden all das, was hier passiert, unklar rüberkommt. Es geht momentan nicht anders, und ich kann momentan nur empfehlen, alles, was ihr hört und seht, kritisch, mit Vorsicht und vor allem: mit viel eigenem Hirn! zu genießen.

    "Aber eine Richtung zu kommunizieren, die euch von irgendwelchen neuen Heilsbringern eindeutig abgrenzt, wäre in Bälde angesagt." Verständlich. Aber auch ein wenig naiv, weil unrealistisch: Die Heilsbringer hocken mitten unter uns und sind z.T. fast perfekt getarnt.

    "Wenn sich aber Leute die Zeit nehmen können und Videos zusammenschneiden, dann sollte eine Seite Text mit Forderungen doch innerhalb eines Tages erstellbar sein." Falsch. Ein Video zusammenzuschneiden ist etwas Grundverschiedenes als "eine Seite Text mit Forderungen innerhalb eines Tages" zu erstellen. Letzteres setzt komplexe Prozesse voraus. Es kann in einem Camp wie dem unseren nicht mal eben an einem Tag eine Seite verbindlicher Text erstellt werden, sorry, da unterliegst du einer gewaltigen Fehleinschätzung.

    Ich habe hier einen ausgezeichneten (noch internen) Text vor mir liegen mit der Überschrift "Die dunkle Seite des Bankenprotests" mit einer detaillierten, sich klar abgrenzenden Stellungnahme zu den Zeitgeist-Kraken, die sich hier tummeln. Ist aber noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Weil es erst die ganze basisdemokratische Ochsentour durchlaufen muss, ein fürchterlich enervierender, langwieriger, teils todeslangweiliger Prozess, der aber sein muss. Weil es anders nicht geht.

    Ich bitte um Geduld und Veständnis.

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  7. Noch was, zur Ergänzung:

    "die Webseite (ja welche eigentlich) ist recht leer." Völlig richtig. Weil sie leer 'gemacht' wird von z.B. ZG-Leuten, die auf Biegen und Brechen versuchen, ihre Finger überall drin zu haben. Subversive, manipulative, extrem schwierig zu kontrollierende Strömungen sind da zugange.

    Auf der Facebook-Seite 'occupy frankfurt' ist eine heftige Diskussion über die Motive von ZG entbrannt; ZGler versuchen mit allen Mittel - der Einschüchterung und Diffamierung - die Diskussion zu dominieren und kritische Beiträge zu unterdrücken.

    An die occupy-Bewegung in Los Angeles und Kanada, auch in Salzburg/Österreich haben die ZGler sich ebenfalls rangeschmissen.

    Im SZ-Magazin hat (weiß ich nur vom Hörensagen, bitte selbst nachlesen) ein kritischer Bericht über den sektenähnlichen Laden gestanden. Kritik vertragen ZGler sehr schlecht, wie den dortigen Leserkommentaren zu entnehmen ist.

    Ich habe zur Zeit keinen rechten Überblick, ob bzw. was im Internet/Blogs über ZG kommuniziert wird. Große Bitte meinerseits:

    Schreibt und recherchiert über diese Leute, schreibt, schreibt, schreibt! Stellt euch Laternen in eure Blogs, macht sie hell, zerrt die ZGler unters Licht, beleuchtet sie kritisch von allen Seiten, nehmt sie unter die Lupe, klärt auf, stellt sie bloß, macht sie zum Thema und bleibt an dem Thema dran! ZG ist kein Eintagsfliegenthema, die kritische Berichterstattung über ZG muss fortlaufend auf der Tagesordnung bleiben. Bitte. Schreibt!

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  8. Ich war aufgrund meiner Arbeit am Sonntag nur bis 5 Uhr im Camp, hoffe aber mal der merkwürdige Herr, der aufgrund seines wartenden Bodyguards (sic) etwas in Zeitnot war, hat sein Versprechen ein Frühstück zu organisieren wahr gemacht. Wir glaubten ja eher der veralbert uns. Dabei ging er davon aus wir hätten 1000 Leute zu versorgen, was schon ein bisschen was zur Außenwahrnehmung sagt.

    Zu den Finanzen: da gibt es drei Hauptpunkte

    1. die Dixies (wobei man übrigens auch ausnahmsweise im nahegelegenen Schauspiel Frankfurt bei der geheizten Pforte auf eine richtige Toilette gehen kann, hint hint); sollte sich inzwischen ein Finanzier gefunden haben (ich bin erst am Dienstag wieder da), dürfte das nun etwas entschärft sein

    2. Benzin für den Generator, Gas für die Kochstelle

    3. durch den Anmelder zu tragende Strafen m Zuge einer zwangsläufigen Beschädigung des Rasens (ich glaube 6 Euro/Quadratmeter)

    Ansonsten kleinere Dinge hier und da (beispielsweise Käse fürs Frühstück), wobei ich ad hoc nicht sagen kann, ob die Müllentsorgung ins Gewicht fällt. Eines der Hauptprobleme dabei: wir sind mitten in Frankfurt und haben keine Mauern, bewirten beispielsweise auch alle und jeden. Resultat ist, dass wir beklaut werden als gäbe es kein Morgen, von Spendenkassen über Handys bis zu Laptops und Schlafsäcken. Sowas ist frustrierender als jede Hundskälte. Die Rate mit der manchmal Dinge verschwunden sind war schon atemberaubend, der Asta von Frankfurt hat seine Untersützung beispielsweise mit dem Verlust ihres Beamers bezahlt.

    Demgegenüber ist die Hilfsbereitschaft groß, manchmal gar unter persönlichem Risiko. Wir haben fast alles unter der Sonne ausser Alkohol (ergo kein Saufzelt), selbst Kondome wurde gespendet. Das meiste kriegt davon nur eine Minderheit mit, ein paar süß bereitete Bratäpfel mit Vanillesoße beispielsweise sind schnell weg.

    Bezüglich diverser Gäste: was wir im Camp nicht tun können ist mal einfach so einen Gesellschaftsentwurf realisieren, der etwas grundsätzlich anderes als das bisherige ist. Die das Camp umgebende Stadt ist ja nicht einfach nur Kulisse irgendeiner illusorischen neuen Bewegung, oder wie immer sich Journalisten soetwas gerne ausmalen würden. Die Freie Wähler Denke beispielsweise führt dazu, dass man Morgens um 4 in ein Gespräch gekegelt wird, an dessen Ende "die Schwarzen an der Hauptwache führen sich schlimmer auf als Affen" steht. Wenn dabei occupy frankfurt ein Experiment ist, dann ein Experiment in Lebendigkeit.

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  9. Hi Yurun ;),

    die Schauspieltoiletten sind das großartigste überhaupt. Macht die Sache doch sehr viel entspannter. Vor allem, weil drei der Dixies mittlerweile geschlossen wurden, weil zu viel Fremdandrang herrschte (muss ja alles geputzt und bezahlt werden) und die Schlange teils unerträglich ist.

    Ja, habe ich gestern vom Kassenwart gehört: pro beschädigter Gras-qm sechs Euro. Da wird eine hübsche Summe Kosten zusammenkommen, wir müssen also die Kohle beisammenhalten.

    Riesenproblem, das mit dem Klauen. Vor ein paar Tagen hat die Polizei in, glaube ich, Fechenheim oder Seckbach? ein Auto randvoll mit Diebesgut vom Camp entdeckt. Ein paar besonders dreiste haben mitten auf dem Camp ein Zelt dazu benutzt, geklaute Ware dort zu bunkern. Wir dürfen einfach nicht die Augen davor verschließen, dass wir im Bahnhofsviertel sind, und dass die Klauerei durchaus auch vernetzt und wohlorganisiert bzw. teils gang-gesteuert betrieben wird.

    Und ja, manche „Gäste“ schaffen Probleme; da vermisse ich mitunter den Willen, klare Grenzen zu setzen. Wir mögen zwar Volksküchencharakter haben, sind aber keine öffentliche Sozialstation mit Betreuung.

    „Wenn dabei occupy frankfurt ein Experiment ist, dann ein Experiment in Lebendigkeit.“

    Wie wahr ;)!

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  10. P.S.
    Was war das für eine Geschichte mit dem merkwürdigen Herrn und seinem Bodyguard? Ist mir wiederum entgangen :).

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