Ich liebe Cartoons.
Weil sie mit wenigen genialen Strichen mehr sagen als tausend Worte.
wurde über Nacht angemessen visualisiert:
Die Konkurrenz schläft nicht.
Nirgends.
Der Markt wird's richten.
Wer sonst.
Neues vom Prekariat
Walmart fordert seine Mitarbeiter auf, Lebensmittel zu spenden.Eine Meldung, die das Bullshit-o-Meter bereits heftig ausschlagen lässt - weil, wieso schreitet der Lebensmittel-Handels-Milliardär nicht selbst zur Tat und spendet Lebensmittel? Er hat doch wohl genug? Sowohl Lebensmittel als auch Geld, um sich eine karitative Spendenaktion im großen Stil leisten zu können? Ist das nicht Grund genug, sich tierisch aufzuregen? Nö.
Walmart fordert seine Mitarbeiter auf, Lebensmittel an andere Walmart-Mitarbeiter zu spenden.Hey, da bebt die Tachonadel, da rockt die Kuhmist-Orgel in den höchsten Tönen! Können wir den Bullshit mal kurz rückübersetzen? Klar doch:
Walmart fordert seine unterbezahlten Mitarbeiter auf, Lebensmittel an andere, noch schlechter bezahlte Walmart-Mitarbeiter zu spenden.Habe ich zu viel versprochen? Da lacht das Herz des high-end-Bullshit-Liebhabers! Wie, hat einer den Qualitätswitz nicht verstanden? Okay, zum Mitschreiben: Walmart, "America's real welfare queen" (wie übrigens auch McDonalds), bietet seit einiger Zeit eine firmeninterne telefonische Hotline an, wo die eigenen Mitarbeiter fachkundig beraten werden, wie sie einen Antrag auf food stamps (steuerfinanzierte Lebensmittelmarken für unter der Armutsgrenze lebende Menschen) zu stellen haben, um von ihrem Walmart-Hungerlohn nicht zu verhungern.
Bitte spendet Lebensmittel, um notleidende Kollegen in den Genuss eines Thanksgiving Dinner kommen zu lassenUnd wie das ans Herz geht. Und genau hier, Freunde des herzzerreißenden social marketing, liegt der Hund begraben, nämlich der Top-Premium-Bullshit-Faktor: Kürzlich hat nämlich der big social player Walmart entschieden, seine Filialen am Thanksgiving-Feiertag bis in die späten Abendstunden zu öffnen, damit alle, wirklich alle, selbst die schlechtestbezahlten Verkäufer im untersten Deck in den Genuss eines angemessenen Thanksgiving-Feelings kommen.
Walmart verteidigte seine (Spenden)Aktion als einen Bestandteil seiner "Unternehmenskultur" der Nächstenliebe: "Wir sehen diese Aktion als ein Element der Unternehmenskultur, dass Kollegen sich untereinander solidarisieren und sich um diejenigen kümmern, die als extreme Härtefälle betroffen sind."Yeah, Nächstenliebe. Sweet charity, God bless your souls.
... könne eine knapp kalkulierte maßgeschneiderte Operation aus "existierenden Ressourcen des Verteidigungsministeriums" bezahlt werden.- ließe sich also quasi aus der Kriegsportokasse finanzieren und würde "den U.S. Steuerzahler keinen Cent mehr kosten als was an Geld ohnehin bereitgestellt ist". Keinerlei zusätzliche Kosten! Ist das nicht Musik in den Ohren des amerikanischen Steuerzahlers? Hat das nicht Rhythmus, wo jeder mit muss, auf in den Krieg? Gib uns dein Jawort, Bürger, wir übernehmen die Kosten und alles weitere.
Ein anderer Bediensteter des Weißen Hauses wandte ein, ohne ein genaueres Verständnis der Operation sei es unmöglich, ein exaktes Preisschild anzubringen.
"Who the fuck knows what it will cost? Das hängt total davon ab, was passieren wird."What the fuck? Klingt logisch, wird aber nicht gern gehört:
"Natürlich hängt das davon ab, was wir machen werden. Aber die Mehrkosten des Krieges in Libyen waren so rund eine Milliarde, und damit sind wir ein ganzes Stück weit hingekommen. Mag sein, dass der Kongress bewilligen muss, Geld hin- und herzuschieben (innerhalb existierender Budgets), aber wirklich, da werden keine so großen Kosten auf uns zukommen."Preisschilder.
In ganz Amerika zerbröckeln Brücken infolge zu niedriger Reparatur-Budgets
Laut vieler Ingenieure sind Tausende von Brücken dem Zusammenbruch nahe. Das Geld, um sie zu reparieren, wird immer knapper.
Jeden Tag fahren U.S. Pendler mehr als 200 Millionen Umwege um defekte Brücken herum.
Beamte einiger Bundesländer warnen, ohne beträchtliche Bundesmittel - solche, die kürzlich im Kongress gesperrt wurden - seien sie gezwungen, viele ihrer defekten Brücken zu schließen und es damit Autos, Fahrzeugen für den Noteinsatz und Schulbussen zu verunmöglichen, komplette Stadtteile zu erreichen.Die bankrotte amerikanische Stadt Detroit hat kein Geld mehr, um amtliche Totenscheine auszustellen. Weil sie kein Geld hat, um das Papier zu bezahlen. Und weil der Papierlieferant sich weigert, die Stadt weiterhin auf Pump zu beliefern:
Der Tod nimmt frei als Folge des Bankrotts
Nichts leichter als zu sterben im bankrotten, oft bizarren Detroit - viel schwerer ist es zu beweisen, dass du tatsächlich tot bist.
Ohne beglaubigte Kopien von Sterbeurkunden haben Hinterbliebene keinen Zugang zu Bankkonten, Lebensversicherungen oder Testamenten.
Kurz nachdem der Verwaltung das Papier ausgegangen war, teilte sie Bestattungsunternehmern mit, sie sei nicht länger imstande, an Sonntagen Leichen aus dem Leichenschauhaus freizugeben. Die Bestattungsunternehmer sind nicht erfreut. "Der Tod kennt keine Sonn- und Feiertage. Der Tod geschieht an jedem Tag der Woche und ganz besonders an Wochenenden."Noch eine Drehung weiter auf der tödlichen Abwärtsspirale Detroits:
Detroit geht vor die Hunde... buchstäblich
Detroit ist auf dem Weg, zur Geisterstadt zu werden, allerdings bedeutet das Verschwinden des Homo Sapiens von den Straßen nur, dass die größte amerikanische Bankrottstadt im Begriff ist, von anderen Lebewesen beherrscht zu werden - von des Menschen ehemals bestem Freund, in Gestalt Zehntausender streunender Hunde, die meisten davon eine besonders gefährliche Rasse: Pitbulls. Step aside Motown, and say hello to Dogtown.Um die 50.000 streunende Hunde übervölkern die Straßen und leerstehenden Häuser und verdrängen Bewohner oder bedrohen Menschen, die in ihren Häusern bleiben. Hunde, die immer hungriger werden und immer weniger domestiziert:
Die Armut tobt durch Motor City, viele Hunde wurden von ihren finanziell ruinierten Besitzern zurückgelassen, um sich alleine durchzuschlagen.
Pitbulls sowie mit ihnen vermischte Hunderassen dominieren Detroits streunende Bevölkerung -- und vermehren sich in unkontrollierbaren Ausmaßen. Unkontrollierbar deshalb, weil das städtische Budget für Hundefänger drastisch heruntergefahren wurde. Der Südwesten Detroits wird von Postboten nur noch mit Pepperspray betreten, um sich gegen scharenweise streunende kleine, bösartige Hunde zur Wehr setzen zu können.
Die gute Nachricht: Vorläufig handelt es sich bei den Streunern um Hunde. Wie lange wird es dauern, bis Menschen sich gezwungen sehen, andere Menschen zu jagen, unter ihnen bösartige Killer, die die Straßen bevölkern werden dort, wo auch immer der nächste und größte Fall einer bankrotten Kommune auftreten wird?So viel zu Detroit, der ersten, aber gewiss nicht letzten bankrotten Großstadt Amerikas; eher ein menetekel-artiger Mikrokosmos dessen, worauf das gesamte Land zusteuert:
Sequester-Kürzungen treffen Arme besonders hart
Essen auf Rädern, ein Programm zur Lieferung von Mahlzeiten an alte Menschen, die zu gebrechlich sind, um ihr Haus zu verlassen. Kürzlich wurden zusätzliche 11 Prozent aus den Budgets gekürzt, für den Herbst stellt man sich auf weitere Kürzungen ein.
Es ist sechs Monate her, seit die Regierung Budget-Zwangskürzungen in Höhe von 85 Milliarden Dollar verhängte, von denen am härtesten die ärmsten Amerikaner getroffen wurden.
Sorry, But Fuck Syria
Quer durch Amerika, in einer Stadt nach der anderen, in einem Bundesland nach dem anderen, werden die Grundlagen des täglichen Lebens (und des Todes) zerstört, nicht zuletzt durch unsere Unfähigkeit, Geld bereitzustellen für das, was für Amerikaner lebenswichtig ist, für das, was aus Amerika ein großartiges Land machen könnte. Eine Nation mit einer Stadt, die es sich nicht leisten kann, Geburts- und Sterbeurkunden auszustellen, weil ihr das Papier fehlt, ist eine Nation, die absolut kein Recht hat, Millionen, vielleicht Milliarden Dollars auszugeben, um Syrien zu bombardieren, nur weil der dortige wahnsinnige Präsident etwas Wahnsinniges angerichtet hat.
No, sorry, but fuck Syria. Sobald wir aufhören, Lehrern zu erzählen, sie müssten Gehaltskürzungen hinnehmen, und erst wenn wir den Kindern von Chicago zusichern können, dass sie nicht erschossen werden, erst dann können wir der Welt etwas über unsere moralische Autorität erzählen.Ein zweites, kälteres Resümee, das mit dem Messer in die offene, offen zutage liegende Wunde stößt:
Wahnhaft gestört im Zeitalter der einzigen Supermacht
von Tom Engelhardt
Von Lateinamerika bis in den größeren Mittleren Osten zeigt sich das amerikanische System sichtbar geschwächt, während bei ihm zuhause Ungleichheit und Armut auf dem Vormarsch sind, die Infrastruktur zerbröckelt und die Politik des Landes in einem Zustand permanenten "Infarktes" verharrt.
Was sollen wir am Ende aus einem Planeten machen mit einer einzigen Supermacht, die keinerlei echten Feinde von Bedeutung hat und die, allem Anschein nach, gleichwohl einen permanenten globalen Krieg führt mit... nun gut, mit sich selbst - - und dabei zu verlieren scheint?Die beste, scharfsinnigste Diagnose, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Amerika führt einen Krieg gegen sich selbst. Und wird ihn verlieren.
South Carolina Columbia verabschiedet Plan zur Verbannung (to exile) seiner Obdachlosen
Die Polizei hat ab sofort den Auftrag, im Stadtzentrum zu patroullieren und dafür zu sorgen, dass obdachlose Menschen draußen bleiben.Ja, gibt es denn in Columbia dafür überhaupt genug Polizisten? Es gibt nämlich in Columbia 1.518 obdachlose Menschen, weshalb die örtliche Polizei klagt, ihr fehle es an "Manpower", um die ihr zahlenmäßig überlegenen Menschen ohne Wohnsitz abzutransportieren, zu "exilieren", wie es ohne falsche Scheu vor epochalen historischen Vorbildern heißt. Kein Problem, die Stadtverwaltung Columbias hat an alles gedacht, sogar an die knappe Personaldecke ihrer Ordnungsbehörde:
Zur Unterstützung des Ablaufes wird eine Hotline eingerichtet werden, mithilfe derer Geschäftsleute und Anwohner die Anwesenheit eines obdachlosen Individuums der Polizei melden können, um sicher zu gehen, dass ihr keiner durch die Lappen geht.Klingt irgendwie bekannt, oder? Wie gesagt, dringende Probleme erfordern systematische Lösungen. Irgendwo habe ich dazu den schockierten Kommentar gelesen: "Ja, haben die denn gar nichts aus der deutschen Vergangenheit gelernt?" und mir gedacht, wieso, im Gegenteil, die haben sogar sehr viel gelernt in Columbia und wenden das Gelernte jetzt eben an:
Während es obdachlosen Individuen erlaubt sein wird, in der Notunterkunft zu bleiben, wird es ihnen nicht erlaubt sein, das Grundstück wieder zu verlassen.Fürwahr ein epochales Unterbringungskonzept - wenn das nur nicht alles so verdammt bekannt anmuten würde. Aber bitte, ich hatte eingangs ja gewarnt, von wegen aufgewärmter kalter Kaffee. Oder sagt man dazu 'alter Wein in neuen Schläuchen'? Jedenfalls wird die Stadtverwaltung Columbias auf der Straße zur Notunterkunft einen Polizeiposten einrichten, der verhindert, dass einer der Insassen zurück in die Stadt marschiert.
Aufgrund des immensen Drucks seitens der Kreditgeber des Landes - der Troika (die ihrerseits unter dem immensen Druck seitens der Banken steht) - kündigte die griechische Regierung die schrittweise Aufhebung des Verbotes von Zwangsräumungen an bei Menschen, die außerstande sind, ihre Hypothek zu bezahlen.- also bei Menschen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit, Lohnkürzungen, Steuererhöhungen und Rentenstreichungen außerstande sind, die Hypothek auf das einzige zu bezahlen, was ihnen noch geblieben ist.
Ermutigende Zeichen aus den Obdachlosenasylen Athens
Ein neues Wohlfahrtsprogramm der Stadt Athen zielt darauf ab, den Menschen zu helfen und das Image der Hauptstadt zu verbessernNeue Heime für wohnungslose Athener werden gebaut. Die Stadt, heißt es, habe die Zeichen der Zeit erkannt. Sie gehe mutigen Schrittes voran, um die Menschen zu ermutigen und das Image der Stadt zu verbessern, indem sie die Menschen ermutige, sich von der Straße ins Obdachlosenheim zu entfernen und damit das schmuddelige Stadtbild zu verbessern. Sie nennt dies einen "Wechsel in der Philosophie der Wohlfahrtspolitik".
Greece: The richest place in the worldHey, das rockt. Eins der ärmsten Länder Europas, das sich als das reichste Land der Welt verkauft - das hat Biss, das hat Schmiss, da fahren wir hin! Die verlieren kein Wort über die Scheißkrise, die Arbeitslosigkeit, die Selbstmordrate, die Obdachlosigkeit, den Hunger und die ganze Verzweiflung - nee, die denken positiv:
"Lasst uns unsere beste Identität zeigen. Die Marke, der Name 'Griechenland' ist allmächtig. Sie durchsteht jede Krise."Wissen Sie, um ehrlich zu sein, eigentlich wollten wir letztes Jahr schon nach Griechenland, aber irgendwie ging uns da die Muffe, weil die ja nur noch am Randalieren waren auf der Straße, bitte, da kein doch kein Mensch sich erholen, da vergeht einem ja jeder Gedanke an Urlaub:
Während der Präsentation gab sie (Olga Kefaloyianni, die griechische Tourismusministerin) sich optimistisch und sagte, dies werde ein gutes Jahr für Griechenland nach einem enttäuschenden Jahr 2012, in dem die Touristen scharenweise wegblieben wegen ständiger Medienberichte über Streiks, Proteste und Aufstände gegen Lohnkürzungen, Steuererhöhungen und gestrichenen Renten.Ein gutes Jahr für Griechenland, keine Streiks, keine Proteste, keine Krawalle! Nix wie hin! Sangsemal - nur zu unserer Sicherheit -, kann man sich da wirklich drauf verlassen, was diese Frau Olga behauptet? Dass dieses Jahr endlich Ruhe ist in Griechenland, damit wir in Ruhe Urlaub machen können? Wie, Sie können das dokumentieren?
Ein Unternehmen zur Herstellung und Lieferung von Panzerwesten für Militärpersonal und Polizeikräfte hat einen Deal in Höhe von mehr als 1,2 Millionen britischen Pfund eingeheimst, um die griechische Polizei auszurüsten.
Der kaufmännische Leiter von VestGuard, Oliver Lincoln, zeigte sich "absolut begeistert" über die Auftragsabwicklung mit der griechischen Polizei, zu einem Zeitpunkt, wo diese Ausrüstung wirklich zu Buche schlagen wird in dem Land.Isjavollderwahnsinn, Mensch. Ichsachmalso, also, sooo arm können die ja nicht sein, wenn sie eben mal locker 1,2 Mille Pfund abdrücken können für schussichere Westen und so Zeugs für ihre Polizei, na egal, jedenfalls sind wir dann ja voll auf der sicheren Seite. Was sagen die, "zu einem Zeitpunkt, wo diese Ausrüstung wirklich zu Buche schlagen wird in dem Land"? Damit meinen die doch hoffentlich, dass im Jahr 2013 die griechische Polizei so aufgestellt sein wird, dass das auch garantiert, ähm, zu Buche schlägt? Ja? Sicher?
"Die private Untervertragnahme von Gefangenen zur Lohnarbeit schafft finanzielle Anreize, Menschen hinter Schloss und Riegel zu bringen. Die Gefängnisse sind auf diese Einkommensquelle angewiesen. Großaktionäre, die an Gefangenenarbeit Geld verdienen, betreiben Lobbying für längere Haftstrafen, um ihre (billigen) Arbeitskräfte zu vermehren. Dieses System ernährt sich selbst", so eine Studie der Progressive Labor Party, die die Gefängnisindustrie beschuldigt, "eine Kopie von Nazideutschland zu sein hinsichtlich Zwangssklavenarbeit und Konzentrationslagern."- aber nicht nur die:
Der Gefängnisindstrie-Komplex ist eine der am schnellsten wachsenden Industriebranchen der Vereinigten Staaten, und ihre Investoren sind in der Wall Street beheimatet.Mit anderen Worten:
"Ich halte es für eine gute Idee, wenn wir die Kinder für ihr Mittagessen arbeiten lassen: den Müll raustragen, die Treppenhäuser schrubben, den Rasen mähen - bringt ihnen bei, es (das Schulessen) sich zu verdienen. Wenn sie kein Mittagessen kriegen, werden sie in jener Nachmittagsklasse eben nicht lernen zu rechnen, sie werden nicht lernen, wie man einen Satz richtig aufbaut, sondern sie werden eine viel wichtigere Lektion lernen."- nämlich die Lektion, dass das Versorgtwerden mit "free lunches" die "Arbeitsmoral" der Kinder verderbe und ihnen suggeriere, man "könne auf die leichte Tour" durchs Leben kommen; Zucht und Ordnung halt, kennt man ja.
Die Umwandlung herumziehender Bettler in wirtschaftlich verwendbare Untertanen sollte durch Methoden der Arbeitserziehung erreicht werden.Hat der republikanische Abgeordnete so nicht gesagt.
"... ein extrem hohes Potential für einen Volksaufstand (riot)"erkannt zu haben, für dessen Verhütung eine im großen Stil angelegte Lebensmittelvernichtung als das Mittel der Wahl erkannt worden sei.
Lebensmittel wegzuwerfen vor den Augen hungernder Familien ruft die Worte John Steinbecks in Erinnerung, der eine ähnliche Szene in Früchte des Zorns (1939) beschrieben hat:
"Es gibt Verbrechen hier, die nicht zu schildern sind. Es gibt hier Leid, das Tränen selbst nicht sprechen lassen können. Es gibt hier Misserfolg, der all unsere Bemühungen zunichte macht. Die fruchtbare Erde, die geraden Baumreihen, die starken Stämme und die reife Frucht. Und Kinder müssen sterben, weil die Orange ihren Profit nicht verlieren darf. Und die Leichenbeschauer müssen in den Totenschein schreiben - 'starb an Unterernährung' -, weil Nahrungsmittel verrotten müssen, weil sie zum Verrotten gezwungen werden. Die Leute kommen mit Netzen, um die Kartoffeln aus dem Fluss zu fischen, aber die Wächter verbieten es ihnen ... und sie stehen still und sehen zu, wie die Kartoffeln vorbeischwimmen ... sehen die Orangenberge zu einem Fäulnisbrei zusammensinken, und in den Augen der Menschen liegt ein Scheitern; und in den Augen der Hungernden steht ein wachsender Zorn. In den Herzen der Menschen wachsen die Früchte des Zorns und werden schwer, schwer und reif zur Ernte."
Chávez investierte Venezuelas Ölreichtum in soziale Programme wie staatlich betriebene Lebensmittelmärkte, Geldleistungen an arme Familien, kostenlose Gesundheitskliniken und Bildungsprogramme.Verdienste, Errungenschaften, Erfolge? Pfft, alles peanuts.
Jedoch handelt es sich um magere Verdienste, verglichen mit den spektakulären Bauprojekten, die der Ölreichtum in den glitzernden Städten des Mittleren Ostens vorangetrieben hat, einschließlich dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai und geplanten Niederlassungen des Louvre und des Guggenheim Museums in Abu Dhabi.Tja. Ist halt alles eine Frage von Prioritäten. Hat dieser liederliche Chávez doch tatsächlich die ganze Ölknete seines Landes verballert in: Gesundheit! Nahrung!! Bildung!!! Anstatt seinem Volk einen glitzernden Wolkenkratzer vor die Haustür zu bauen! Auf dass es, das Volk, jeden Tag aufs neue von seinem zufriedenen Stoßseufzer "Wir haben den Längsten", pardon, "den Höchsten!" pappsatt werde! Hat er aber nicht gemacht, dieser Latino-Lump mit der lausigen Bilanz.
"Die Regierung sieht dies nicht als Kostenfaktor, sondern als eine der Strategien zur Überwindung von Armut."
Hugo ChávezMambo!
... angesichts der nachhaltigen Rezession, die laut den vorläufigen Daten der ELSTAT das griechische BIP im letzten Quartal 2012 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 2011 um weitere 6 % schrumpfen ließ, kann dieser neue Höchststand der Arbeitslosigkeit jedoch keinesfalls als das "Ende der Fahnenstange" bezeichnet werden.Doch, da geht noch was. Wäre ja gelacht. Mindestens 38,2 Prozent gehen da noch. "Wir" sind nämlich auf einem guten Weg. "Wir" sind Leute vom Schlage eines Olli Rehn, Vizepräsident der Europäischen Kommission. Der Mann mit dem putzigen Vornamen lehnte eine Neuverhandlung der griechischen Austeritäts-Zwangsjacke ab, nachdem der Zwangsjackenspzialist IMF offiziell eingestanden hatte, die verordnete Zwangsjacke falsch kalkuliert, weil mit den falschen fiskalischen Multiplikatoren berechnet zu haben.
"Dieser Fehler wurde vorsätzlich begangen. Das war kein buchhaltungstechnischer Irrtum des IMF, das war eine politische Entscheidung. Sie haben die Ökonomen gezwungen zu lügen. Dieser unbedarfte, feige Unterknecht will den Irrtum nicht eingestehen, denn andernfalls wäre ein sofortiger riesiger Schuldenschnitt in Griechenland fällig."Unterknecht ("understrapper"), starker Tobak, wie ist das gemeint?
"Als ein drittklassiger Unterknecht nimmt er (Rehn) seine Befehle entgegen und ist verpflichtet, den Fehler des IMF zu leugnen. Und er leugnet ihn."Zum Leugnen gehört zu behaupten, dass "wir" auf einem guten Weg seien. Also, die Griechen. Na ja, so ein Wort wie "die Griechen" würde ein hartgesottener Unterknecht niemals in den Mund nehmen; denn seit wann spielen in den Berechnungen eines Unterknechtes solche Faktoren wie "die Menschen" eine Rolle?
"In Ihrem Brief an die ECOFIN erwähnen sie häufig das Wort Vertrauen, Rückkehr des Vertrauens, Aushöhlung des Vertrauens, Unterstützung von Vertrauen etc. Ja, aber wessen Vertrauen? Die EU hat das Vertrauen der Menschen verloren. Das Vertrauen der Märkte bleibt erhalten? Kein einziges Mal wird das Wort "Menschen" erwähnt. Alles, was Sie erwähnen, sind prozentuale Anteile am Bruttoinlandsprodukt, aber wir sind keine prozentualen Anteile am Bruttoinlandsprodukt, wir sind Menschen."Mit "Menschen", von Mitmenschen ganz zu schweigen, stehen Unterknechte professionell auf dem Kriegsfuß.
Zensur in Griechenland: Die "verbotene" Nachricht
Seit einigen Tagen ist es in Griechenland gegen Androhung von Strafe verboten, im Fernsehen Bilder von verwahrlosten Bürgern zu zeigen. Der Medienaufsicht gemäß sollen es die Sender unterlassen, die Krisenfolgen anhand personifizierter Beispiele zu präsentieren. Dass dadurch für Medienkonsumenten ein real nicht existierendes Paralleluniversum, in dem lediglich die Parolen der Regierung vom angeblich nahenden Wirtschaftswachstum geschaffen wird, scheint dem Rundfunkrat nicht nur egal zu sein, sondern das dürfte eher beabsichtigt sein.Aus den Augen, aus dem Sinn. Über das explosionsartig grassierende menschliche Elend im öffentlichen Raum Griechenlands wurde ein Bilderverbot verhängt - eine, in der typischen Denke eines Unterknechtes, vermutlich "vertrauens"bildende Maßnahme. Der griechische Fotograf, von dem die hier gezeigten Bilder menschlichen Elends stammen, möchte lieber namentlich nicht genannt werden, "aus Angst, dass ihm etwas passieren könnte". So viel Vertrauen war selten.
Tragt schäbige Klamotten, vermeidet teure Krawatten und Manschettenknöpfe. Sollten eure Haare auffällig getönt sein, tragt lieber Kappen oder Filzhüte.
Bombig, einfach bombig. Alles super gelaufen.Wow. Wer kann das schon von sich behaupten, heutzutage?
Nicht jeder, wohl wahr. Weil, wenn das jeder von sich behaupten könnte, wäre unser Jahr ja nicht so bombig gelaufen.Stimmt auch wieder. Von nichts kommt nichts.
Eben, eben. Irgendwoher müssen wir das ja nehmen, was wir haben.Verstehe. Wie heißt es so schön: Woher nehmen, wenn nicht stehlen.
Ha ha, guter Witz. Wobei, wirklich stehlen tun wir ja nicht. Wir holen uns einfach nur, dort, wo es etwas zu holen gibt.Wer ist denn "wir"?
Wir, das sind die hundert reichsten Leute auf der ganzen Welt, also die Leute, für die eigens der Bloomberg Billionaires Index geschaffen wurde.Beeindruckend. Der Rest der Welt ist am Jammern, dass die Menschen immer ärmer werden, und ihr - habe ich das richtig verstanden? - seid 2012 im Gegenzug immer reicher geworden?
So ist es. Natürlich. Anders würde das ja gar nicht funktionieren. Nur so ist es uns gelungen, im Jahr 2012 unser Reinvermögen um zusätzlich 241 Milliarden Dollar anzuhäufen.Dass ihr eure Zuwächse so ungeniert offenlegt - Respekt!
Warum auch nicht? Sollen wir uns etwa hinter unserem Angescheffelten verstecken? Uns gar dafür schämen? Wo wir doch so stolz darauf sind? Das muss der Rest der Welt doch wissen, dass wir vor Zaster kaum noch laufen können.Daher die Redewendung "im Geld schwimmen".
Da ist was dran. Deshalb konnte es ja unser Frontpfeffersack kaum erwarten und hat direkt von seinem Swimmingpool aus - Bahamas, you know - die Jubelmeldung an Bloomberg gemailt - BlackBerry, you know - und die hieß:
"Das vergangene Jahr war großartig für die Milliardäre dieser Welt."Was macht ihr eigentlich so mit eurer Kohle, wenn ihr nicht grade drin schwimmt?
Na, investieren natürlich!Investieren in was?
Na ja, sagen wir mal so: 2012 haben wir überwiegend "traditionelles Investment" betrieben.Traditionelles Investment?
Ja, das bedeutet,
"Die Schwervermögenden fokussierten auf Dinge, die sie kontrollieren konnten: auf ihren Lifestyle und ihre Bediensteten, auf das Management ihrer Kunstsammlungen und auf die Sicherheit - security, you know - ihrer Familien".
Diese Art des Investments stößt natürlich irgendwann an seine Grenzen.Logisch. Wer braucht schon bis an die Zähne bewaffnetes Security-Personal zur Bewachung seines Swimmingpools auf den Bahamas?
Eben, das ist ja, genau genommen, rausgeschmissenes Geld. Kommt ja letzten Endes nichts bei rüber. Und wir haben uns ja vorgenommen, in diesem Jahr noch reicher zu werden als im letzten.Klingt aufregend. Darf man mehr erfahren?
Warum nicht? Wir machen ja kein Hehl draus. Bloomberg tat uns den Gefallen, eine maßgeschneiderte Schlagzeile zu liefern:
"Milliardäre mit einem Reinvermögen von 1,9 Billionen wollen aus 2013 mehr Profite ziehen."
Mit anderen Worten:
"Wir sehen nach vorne und haben jetzt größeren Appetit auf Anlagechancen jenseits traditioneller Investments und auf gesteigertes globales Engagement".Ah ja, Appetit auf Anlagechancen jenseits eures Swimmingpooles...
Und sonst, Schätzchen, wie läuft's bei euch so?Wir haben uns vorgenommen, in diesem Jahr noch ärmer zu werden.
Passt schon.
Im Gefolge des Hurrikans Sandy haben 'Ärzte ohne Grenzen' ihr erstes Krankenhaus in den Vereinigten Staaten errichtet. Eine Woche, nachdem Sandy über New York gestürmt war und Elektrizität und öffentlichen Nahverkehr lahmgelegt hatte, eröffneten 'Ärzte ohne Grenzen' befristete Notkliniken in den Rockaways - ein abgelegener Teil von (New Yorker Stadtteil) Queens am Atlantischen Ozean -, um sich um Bewohner von Hochhäusern zu kümmern, die immer noch ohne Strom und Heizung leben und von dem Sturm isoliert wurden.Vom Sturm isoliert wurden? Seit der Sturm die Halbinsel verwüstet hatte, wurden die Bewohner Rockaways nicht vom Sturm, sondern von jeglicher Hilfe isoliert:
Die Situation in Far Rockaways ist entsetzlich und völlig außer Kontrolle. Ans Haus gebundene alte Menschen können ihre Wohnungen nicht verlassen, weil sie keine Treppen steigen können. Sie brauchen Medikamente und ärztliche Versorgung, zusätzlich zu Essen und Wasser. Aus einem der Gebäude wurde gestern ein Leichensack gezogen. Es gibt dort keine National Guard, kein Rotes Kreuz oder sonst irgendeine Organisation für Katastrophenhilfe.- und wer es noch nicht erraten hat, der kann es sich - mithilfe seiner Desasterkapitalismus-gestählten Phantasie - fast denken: Bei den zuerst vom Sturm, dann von offizieller Hilfe isolierten Bewohnern von Rockaways handelt es sich überwiegend um arme, alte, gebrechliche oder kranke, jedenfalls hilfsbedürftige Menschen. Was soll's, um alles und alle kann er sich nun mal nicht kümmern, der hoch entwickelte Kapitalismus. Ärzte ohne Grenzen, übernehmen Sie.