Donnerstag, 19. Dezember 2013

Abschied von der Schrebergartenkultur


Ich habe mich aus der Blogwelt verabschiedet, ohne die Gründe zu benennen, die mich dazu bewegt haben. Dies möchte ich nachholen.

Die Gründe liegen in einem wachsenden Unwohlsein gegenüber dem Status quo, wie ich ihn in der Szene deutscher politischer Blogs wahrnehme. Ausdrücklich nicht gemeint sind einzelne politische Blogbeiträge von hoher oder höchster Qualität, denen meine uneingeschränkte Anerkennung gilt; gemeint ist vielmehr das weitgehend beziehungslose, unverbindliche, mich selbstreferentiell dünkende Nebeneinander in der hiesigen Szene.

Dieses beziehungslose Nebeneinander halte ich nicht für zufällig, sondern von den je individuellen Bloggern - aus welchen Gründen auch immer - so gewollt, denn sonst, so denke ich, wäre aus dem beziehungslosen Nebeneinanderherdümpeln längst ein intensiver agierendes Geflecht des Miteinander geworden, bei aller Wahrung individueller Unterschiede, Eigenheiten und - nicht nur, aber auch: politischer - Interessen.

Mir drängt sich das Bild einer Schrebergartenkolonie auf, wo jeder sich in seiner eigenen Parzelle eingebunkert, um sich herum einen wehrhaften Zaun gezogen hat - fest verschlossen von einer vergitterten, nur selten einladend offenstehenden Gartentür - und misstrauisch die Nachbarparzellen beäugt, stets in Sorge, wer hat den längeren, den längsten, pardon, den dicksten Zucchini gezüchtet.

Die Kommunikation der einzelnen Parzellen untereinander geht gegen Null, wenn ich einmal absehe von sporadischen, mir eher belanglos denn substantiell erscheinenden Kommentaren. Hin und wieder, alle paar Schaltjahre mal, ein anderes Blog zu verlinken, erlebe ich nicht als Kommunikation, höchstens als Pflichtübung nach dem Motto: muss sein, weil, wie sieht das denn sonst aus? Miteinander geredet - im Sinne eines gemeinsamen politischen Anliegens, geboren aus dem unerträglich wachsenden Druck um uns herum - wird nicht. Mag sein, das passiert hinter den Kulissen, aber was hinter den Kulissen passiert, zählt nicht; was zählt, ist das Bild vorne auf der Bühne, dort, wo der Vorhang hoch- und notorisch das Visier runtergelassen wird.

Still und starr ruhen die Parzellen nebeneinander. Niemand kommt niemandem in die Quere. Niemand hat mit niemandem etwas zu schaffen. 'Bleib mir bloß vom Leib', scheint in unsichtbarer Schrift über den vergitterten Gartentüren zu stehen, '... und vergreif dich ja nicht an meinen Zucchini, sonst kommt mein Hund, der ist scharf und beißt dich, ist viel größer und schärfer und bissiger als dein Hund und außerdem mindestens genauso dick wie meine Zucchini, da kommst du mit deinem Scheißköter und deinen Micker-Zucchini nie ran, nie im Leben, also versuch's erst gar nicht.' Still und starr ruhen die Parzellen nebeneinander.

Niemand kommt niemandem in die Quere. Die Zucchini wachsen, die Zäune wachsen, die Hunde wachsen - was will man mehr. Gewachsene Strukturen. Funktioniert doch alles bestens. Funktioniert sogar von ganz allein. Funktioniert sogar regelrecht autonom und selbstbestimmt - weil von allen so gewollt - und ohne jeglichen vereinsmeierischen Wasserkopf.

Wobei, andererseits, jeder durchschnittliche, echte, deutsche, voll spießige Schrebergartenverein mehr Kooperation und Kommunikation pflegt und mehr Gemeinschaftssinn drauf hat als die vereinslose deutsche Polit-Schrebergartenkolonie. Still und starr ruhen die Parzellen nebeneinander. Auf keinen Fall - Allmächt! - die Zäune stutzen oder gar - horribile dictu! - einreißen. Stutzen? Einreißen? Wenn das jeder täte! Geht gar nicht. Bleib mir bloß vom Leib. Hast du meine neuen Zaunlatten gesehen? Noch länger als deine. Bildest dir ein, du hättest die dickeren Zucchini? Pah, guck dir meine Zaunlatten an. Länger geht nicht.

Still und starr ruht das Bühnenbild.

In den letzten Jahren haben mich - bloggend und überhaupt - vorwiegend die Ereignisse und Entwicklungen im Ausland beschäftigt. Hauptsächlich südeuropäisches Ausland. Spanien. Griechenland. Auch Naher Osten, Nordafrika. Viel (Nord)Amerika. Gelegentlich England. Die überall stattfindende Radikalisierung brannte mir unter den Nägeln: die Radikalisierung von Menschen, von Bewegungen, von Protesten, von Widerstand; die Radikalisierung immer unmenschlicher werdender, immer unmenschlicher zurückschlagender Systeme, deren Totalitarisierung, deren Degenerieren zu polizeistaatlichen Regimes, deren immer nackter zutage tretender Gewalt gegen Menschen, die eigentlich nur eines möchten: leben, und zwar voller Lebensfreude und ohne hungern zu müssen.

Naturgemäß stillte ich mein Informationsbedürfnis durch das systematische Suchen und Aufsuchen ausländischer Informationsquellen, in erster Linie englischsprachiger, international orientierter Blogs. Weil mein Interesse an den Entwicklungen im Ausland immer stärker wuchs, tauchte ich immer tiefer ein in die Welt dieser nichtdeutschen politischen Blogs, ihrer Art der Informationsweitergabe, ihrer Professionalität, ihrer selbstverständlichen Vernetztheit untereinander. War beeindruckt, mitunter überwältigt von der diskursiven Offenheit; von der stillschweigenden oder expliziten Übereinkunft, dem Bewusstsein, dass da ein großes, bedrohlich wachsendes Problemfeld nicht nur individuell, sondern zugleich kollektiv zu beackern ist; von dem wechselseitigen Durchdringen, Einmischen und Anregen; von den niedrigen Zäunen und den ständig offenstehenden Gartentüren. Dauernd reden die miteinander, besuchen sich in einer Tour gegenseitig, bringen irgendwas mit oder kommen mit leeren Händen, um mit vollen Händen zurückzukehren in den eigenen, mit frischem Gedankengut zu bewirtschaftenden Garten.

Diese fruchtbare, weil sich wechselseitig befruchtende, lebendige politische Diskurskultur hat mich ungemein befeuert und inspiriert.

Jedesmal, wenn ich von meinen ausgiebigen Streifzügen zurückkehrte und mich in der hiesigen Schrebergartenkolonie umschaute, befiel mich ein Gefühl klaustrophobischer Enge. Ich begann mich wie ein Fremdkörper zu fühlen und fing an zu frösteln angesichts der still und starr nebeneinander ruhenden Parzellen. Was für ein ungesunder Dauerfrostzustand der selbstgewählten Vereinzelung, des manischen Sich-Abgrenzens und -Abschottens der individuellen Profilierung zuliebe, dachte ich und zog meinen Mantel fester um mich.

Irgendwann bekam ich das Gefühl, dass in der permagefrosteten Schrebergartenkolonie immer größere Eiszapfen wachsen. Eiszapfen, die es an Länge locker aufnehmen können mit den längsten, größten, dicksten, tollsten Zucchini. Ich spürte den Frost klirren.

Eines Tages fror es mich so sehr, dass ich dachte, gleich frieren mir die Finger über der Tastatur ab.

Da beschloss ich, die Flucht nach vorne anzutreten.


Kommentare:

  1. Mrs. Mop.
    Ich gehe mal davon aus, dass Du Dich bei der deutschen Bloggerszene auf „linke Blogs“ beziehst. Ich habe ja auch ein kleines, junges Blog, unbedeutend und weitgehend unbekannt, beschäftige mich (als Schweizer) jedoch fast ausschliesslich um die linke Bloggerszene Deutschlands. Auch ich glaubte einmal, dass diese Blogs gemeinsam etwas bewegen könnten. Durch Zufall stiess ich in den Archiven auf das Projekt „Blogger Kongress“ von einigen damaligen Premium-Polit-Bloggern. Darunter, neben anderen, der Spiegelfechter, Feynsinn, Binsenbrenner und Oeffinger Freidenker. Es begann vielversprechend und hätte jedes Jahr stattfinden müssen. Dazu kam es aber nicht. Meiner Meinung nach hätte man etwas Grosses anstossen können, die professionellen Medien hätten das dann irgendwann auch aufgegriffen und es wäre eine Bewegung entstanden. So dachte ich damals. Heute weiss ich – und der Spiegelfechter hatte es bestätigt – dass das niemals der Fall sein wird. Ich konnte live beobachten, wie einige dieser Premiumblogger sich zuerst mieden, dann gegenseitig aus der Blogroll warfen, die Verschmähten später auf dem eigenen Blog vor dem eigenen Kommentariat dem Hohn und Spott preisgaben und sich schliesslich auf fremden Blogs peinliche Schlammschlachten lieferten, inklusive Hausverbot.
    Und weshalb dies alles? Weil die linke Bloggerlandschaft, sobald es nur schon um eine grobe Skizzierung von Alternativen geht, in unvereinbare Splittergruppen zerfällt! Da höhnen Trotzkisten gegen Maoisten, Stalinisten gegen Anarchisten (davon gibt es auch unzählige Richtungen), ÖkoLinke gegen Zinskritiker, Linke-Anhänger gegen Autonome, Antideutsche gegen Friedensbewegte, Libertäre gegen Betonmarxisten, Geldabschaffer gegen Grundeinkommensbefürworter. Und der Begriff „linksliberal“ wurde zum schlimmstmöglichen Schimpfwort erklärt, die SPD als rechte Partei eingestuft.
    Solange man einen “gemeinsamen Gegner“ beschimpft – die FDP zum Beispiel, oder noch schlimmer, den Kapitalismus als solchen – scheint Einigkeit zu herrschen. Aber sobald man ein gemeinsames Projekt starten will, beginnen die Grabenkämpfe. Und die Graben sind tief. Und sie graben immer tiefer, je mehr sie zusammenarbeiten sollten . Für mich ist klar geworden: Die Linken können es in Deutschland einfach nicht. Woanders mag dies vielleicht anders sein, ich weiss es nicht.
    Ich beobachte nur noch und gebe ab und an meinen Senf dazu, das reicht mir.

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    1. Ich weiß nicht, ob der Hund wirklich in "Splittergruppen" und ideologischen "Grabenkämpfen" u.ä. begraben liegt; mir scheinen es eher persönliche Profilierungsbedürfnisse und ausgeprägte Individualtrips zu sein. Kann mich aber täuschen.

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    2. Beides, vermutlich. Grabenkämpfe und Profilierungsbedürfnisse.

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  2. @Mrs. Mob
    Treffende Analyse und ein enttäuschendes Fazit. Ich wollte, man könnte etwas dagegensetzen, aber leider trifft es so sehr, daß man sich gar nicht darauf einlassen möchte, weil die Angst im Raum steht, man könnte zu ähnlichen Diagnosen kommen.
    Man beendet diesen Zustand aber nicht, in dem man das Bloggen bleiben läßt. Für meinen Teil sehe ich Deine Begründung als Tritt in den Hintern, um an diesem Zustand etwas zu ändern. Es wäre leichter, wenn Du dabei wärst.
    Ohne dabei nach einer Entschuldigung zu suchen, würde ich aber ebenfalls feststellen, daß die Situation beispielsweise in England – das ich nun ein wenig kenne – eine etwas andere ist. Die Diskussionskultur, allein die Wahrnehmung von Blogs unterscheidet sich doch merklich von heimischen Verhältnissen. Hier zu schreiben ist anders. In einem Briefwechsel mit dem Kiezneurotiker habe ich neulich für mich festgestellt, daß man die Ansprüche an die eigene Wirkung besser weit herunterschrauben sollte, weil man sonst wirklich verzweifeln kann.
    »Ich begann mich wie ein Fremdkörper zu fühlen und fing an zu frösteln angesichts der still und starr nebeneinander ruhenden Parzellen«. Meine Parzelle lag da auch und wenn ich zu diesem Gefühl der Kälte beigetragen habe, so trifft es mich. Es war nie beabsichtigt und dafür muß ich mich entschuldigen, wenn es den Eindruck machte.

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    1. Was meinst Du genau mit Deinem Beispiel England? Dass Blogs dort verbreiteter bzw. populärer sind? Oder spielst Du auf einen Mentalitätsunterschied an? Ich neige eher zu letzterer Einschätzung. Und Du?

      P.S. Bitte tu mir den Gefallen, solltest Du nochmal vorbeigucken (was mich freuen würde), und schreib meinen Namen mit p. Mop wie Wisch, you know, nicht wie Pöbel. Ist zwar völlig Nebensache, aber irritiert mich halt beim Lesen ;)

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    2. @Mrs. Mop
      Entschuldeige den Typo - war nicht Absicht.
      Meine englischen Kollegen lesen Blogs und es ist bei ihnen ein Gesprächsthema. Das habe ich in der Form in D. nicht gesehen. Mentalität? Die spielt sicher auch eine Rolle.

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    3. Verstehe. Speziell in englischen Blogs fällt es mir extrem stark auf, wie engagiert sich unterschiedliche Blogger auf ‚fremden‘ Blogs um ein gemeinsames Vorantreiben des Diskussionsprozesses bemühen, bezüglich der politischen Ungeheuerlichkeiten, die derzeit dort stattfinden und an deren Schraube mit einer Brutalität sondergleichen weiter gezogen wird. Nicht dass hierzulande nicht geschraubt würde, aber das Schrauben findet viel leiser, viel ‚dezenter‘, mit viel mehr schleimigem Spin statt. Wird sich aber wohl in Bälde auch drastisch ändern, und vielleicht wird ja unter dem Einfluss vermehrt ungeschminkt-brutaler politischer Kampfansagen auch hierzulande der verfestigte (Nicht)Kommunikationstrott aufbrechen - einfach weil es jedem wie Schuppen vor die Augen fallen wird, wo tatsächlich die Prioritäten des eigenen Handelns liegen.

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    4. überleg Dir das mit dem Aufhören noch mal. Mußt ja nicht gleich weitermachen

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    5. @pantoufle: Ja. Dem schließe ich mich an. So eine Auszeit ist völlig okay, gerade in dieser Zeit. Es kommt aber die Zeit, da werdet ihr alle gebraucht.

      Was spricht eigentlich gegen ein alternatives (ich mag den Begriff 'links' nicht) unkommerzielles Bloggerportal? Außer den Eitelkeiten natürlich.

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    6. @Kiezneurotiker

      »Was spricht eigentlich gegen ein alternatives [...] unkommerzielles Bloggerportal?«

      Gar nichts. Carta und Vocer sind schöne Beispiele dafür, wie man so etwas aufziehen kann. Es hat nur Vorteile: Einen der wichtigsten würde ich darin sehen, mehr Zeit zum Erarbeiten eines Textes zu haben; von der Hilfe der Kollegen mal ganz abgesehen. Was mich betrifft, bin ich schon sehr froh darüber, eine Person wie die Katze zu haben, die ich bei bestimmten Dingen fragen kann, wenn ich mal nicht weiterkomme. Von der weiß ich aber auch, mit wieviel Arbeit das irgendwann verbunden ist. Darauf sollte man sich einstellen.

      Ich habe gelegentlich auch schon andere Blogs um Hilfe für Details für meine Texte gebeten, allerdings ohne großen Erfolg. Entweder habe ich gar keine Antwort bekommen oder sowas wie »wozu brauchst Du das?« Was bei mir dazu geführt hat, mich im Zweifel auf die Katze zu stürzen – da gibt es den Pool von Spezialisten der Carta.

      Warum fragst Du? (*g*)

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    7. @pantoufle Ich frage aus reinem Eigennutz. Ich würde ein solches Portal lesen. Und mit Spenden unterstützen. Carta ist mir zu beliebig, eine Kakophonie der tausend Stimmen ohne klare Position, irgendwo herumtreibend zwischen Feminismus, Ökologie und Datenschutz und eigentlich nur ein Promoter, mehr ein Vehikel für Blogger mit zu wenig eigener Reichweite (sorry). Und Vocer, naja, systemkritisch sehen diese Pädagogengesichter, die mich da von der Hauptseite anglubschen, nicht gerade aus. Bräsig trifft es ganz gut, auch von der Themenauswahl.

      Nee, ein Portal mit Feuer, Zündstoff, sollte es sein, es fehlt irgendetwas, das brennt. Leidenschaft. Gefühle. Nicht dieser typisch deutsche Beamtentumjournalismus aus dem Elfenbeinturm der Linksackgasse, bei dem mir die Füße einschlafen. Ach, ich weiß es doch auch nicht. :)=

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    8. "Carta ist mir zu beliebig, eine Kakophonie der tausend Stimmen ohne klare Position, irgendwo herumtreibend zwischen Feminismus, Ökologie und Datenschutz und eigentlich nur ein Promoter, mehr ein Vehikel für Blogger mit zu wenig eigener Reichweite..."

      Hart aber fair!

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    9. @Kiezneurotiker

      Da trabt ein hübscher weißer Schimmel über den Acker: »...mehr ein Vehikel für Blogger mit zu wenig eigener Reichweite« Genau. Dazu sind solche Portale da – das ist doch das, worüber wir die ganze Zeit reden :-)

      Was den Inhalt von Carta und Vocer anbelangt, so muß jeder selbst seine Auswahl treffen, ob ihm das zusagt oder nicht. Es geht mir dabei um die Organisationsform, nicht um den Inhalt. Wenn einem das inhaltlich nicht gefällt, muß man was anderes machen – das meiner Einschätzung nach allerdings auch mit wohlwollendem Miteinander mit anderen Portalen, die auf in dieselbe Richtung zielen.
      Auch nicht zu übersehen: Da steckt (gleich, ob einem das Ergebnis zusagt) eine Menge Kompetenz dahinter. Irgendwelche Holzköpfe, die auf unterstem Niveau was dagegen zu tröten haben, finden sich immer – das ist ja genau das, worüber sich Mrs. Mop ärgert. Da sollte man einfach drüber stehen und die Optionen nutzen, die man hat. Und das kann ich von Carta guten Gewissens behaupten – da gips Leute, die einem auch mal weiterhelfen können. Auch wenns dort nicht so knallig bunt wie gewünscht ist :-)

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    10. @pantoufle 9:10 h

      Ich würde lügen, wenn ich behauptete, mir liefe das Wasser im Mund nicht zusammen. Rein theoretisch, versteht sich ;)

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    11. Habe mich gerade bei Tikerscherk furchbar in die Nesseln gesetzt. Die dachte, ich wollte ihr mit dem Zaunpfahl aufs Haupt schlagen. Dabei wollte ich doch nur winken.
      Wenn sie ihren Beruhigungstee - oder Cognac getrunken hat, könnte man sich ja mal zusammensetzen/schreiben/skypen und - rein theoretisch - darüber nachdenken.

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    12. Hey! War nur eine Formalie. Alles gut.
      Ich wüsste nicht, wie ich zu einem solchen Portal beitragen könnte, fühle mich aber gebauchpinselt und habe immer ein offenes Ohr.

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    13. boa ey - geht doch! Jetzt geh ich aber erst mal ins Bett und lesen. Ich dachte schon, wir hätten komplett aneinander vorbeigeredet.

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    14. @pantoufle: "Dazu sind Portale da". Eben nicht, weil man dann genau diese Beliebigkeit hat wie bei Carta. Da geht es doch nur darum, mit dem Post Leser auf den eigenen kleinen Saftladen zu lenken. Also eine Art besserer Aggregator, leicht kuratiert meinetwegen, aber eine klare Position ist das nicht. Und das meine ich mit beliebig. Es sind zu viele Autoren, es ist zu unübersichtlich, ich weiß nicht, was das Portal will.

      Dazu kommen noch die teils wirklich banalen Statements, die vom Niveau oft nicht über einen Schüleraufsatz hinauskommen (nein, dich meine ich damit nicht und das weißt du). Ich denke, wer dort veröffentlicht, wird sich dafür aus Gründen der Eigen-PR einen besonders guten Text aussuchen bzw. so gut wie er kann schreiben. Doch bis auf ein paar Ausnahmen (darunter auf jeden Fall Wolfgang Michal), sind solche Texte besser in einem Privatblog aufgehoben als in einem Portal, das eine Position haben will. Oder sie haben sollte.

      Und kaum einer schreibt exklusiv dort. Das sagt auch schon einiges.

      Wie muss denn so ein Portal aussehen? Lass mich mal spinnen: Es braucht einen knalligen Namen, von dem jeder gleich weiß, worum es geht. Wie wäre es mit "Die Opposition"? Ja, voll boulevardesk. Na und? Ohne Eyecatcher geht es nicht, wirklich nicht, auch wenn Linke so etwas nicht mögen und lieber in Schwarz auf Weiß ohne Bilder und in der Schriftart Courier schreiben. Wenn unter dem knalligen Dach die geballte Eloquenz versammelt ist, die die Politblogosphäre aufzubieten hat und das gleichzeitig noch mit Humor aufgelockert wird, damit es nicht wieder so bierernst daherkommt wie 90% der Politblogs, dann ist das doch alles andere als der biedere Kram von Freitag bis Carta.

      Soll ich mal rumspinnen und eine Redaktion zusammenstellen?

      Politik: flatter
      Inland: pantoufle
      Ausland: Mrs. Mop
      Analyse: altautonomer
      Kultur: sunflower22a
      Humor: Kopperschläger
      Gesellschaft: tikerscherk
      Lokales: unbekannte, aber gute Lokalblogger aus Hamburg, München, Berlin und Ruhrgebiet (reicht für den Anfang)
      Sport: Öhm... da muss ich passen.

      Dazu anlassbezogene Gastkolumnen, einzelne (!) Crossposts und auf jeden Fall Verlinkung, Vernetzung mit anderen (Linkliste, Links in Artikeln), gerne international.

      Und keine Kommerzscheiße wie sonst. Nur Spenden. Keine Amazon-Links, keine Gewinnspiele, keine sponsored Posts, keine Google Ads, Flattr von mir aus. Sonst bitte nur Ehrlichkeit, denn die währt am längsten. Ist so. Glaubhaft muss es sein und das sind meisten nicht bisher.

      Ach ja, weil du irgendwo unten andeutest, ich würde ausweichen: Nein, ich eigne mich nicht dazu, maximal als gelegentlicher Gastschreiber oder so. Hofnarr. Als sporadischer Deniz Yüksel meinetwegen. In geringen Dosen. Weil nicht konsensfähig. Also denk nicht mal dran. :)=

      So, ich mach mir mal nen Kaffee.

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    15. Darf ich die Antwort crossposten?
      ...
      hähä!

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    16. Politik: flatter
      Inland: pantoufle
      Ausland: Mrs. Mop
      Analyse: altautonomer
      Kultur: sunflower22a
      Humor: Kopperschläger
      Gesellschaft: tikerscherk


      Wenn ich hier einen kleinen Korrekturvorschlag anbringen darf:
      Ich würde das Pantoufle für das Ressort Politik vorschlagen, Flatter für das Ressort Inland. Denn das Pantoufle beweist mit seinen fundierten politischen Analysen immer wieder aufs Neue, welch seziererisches Genie in Ihm steckt.
      CARTA ist definitiv nicht das richtige Medium für Linksblogger Eures Kalibers. Verkörpert CARTA, mit einem Frank A. Meyer (!) im Beirat, doch genau das, was Ihr überwinden wollt: Boulevard und Profit!

      Selbstverständlich werde ich Euer neues, wirklich linkes Autorenkollektiv mit meinen bescheidenen Mitteln und meiner beschränkten Reichweite von meinem kleinen Blog aus wohlwollend begleiten und unterstützen.
      Versprochen!

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    17. @alle Erwachsenen
      Ich hab da noch eine private Seite, meine Wolfshöhle. Da kann man sich ungestört unterhalten.
      @tikerscherk: Lass mir doch bitte mal eine belastbare E-Mailadrersse zukommen.

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    18. Nachtrag zu CARTA:
      Ich lese gerade, dass CARTA mit dem IfM (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik) zusammen arbeitet. Das Ifm wird unter anderem von folgenden Unternehmen finanziell gefördert: von ARD, ZDF, Sky Deutschland, FAZ, Axel Springer AG, Spiegel-Verlag...

      Ich mein' ja nur.

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  3. Es sind keine Zäune, die wir um unsere Parzelle errichten und dicke Zuccini taugen höchstens als Schweinefutter. Klar.
    Ich denke es ist keine Parzellenkultur etwas Anderes ohne Namen.
    Jeder Blogt so vor sich hin. Schreibt gegen die Wand. Blogen ein Rufen im Walde. Es gibt kaum Kommentare. Da stellt man sich eine Eiche in den Garten und keine Sau kratzt sich daran.
    Das war/ist doch bei dir auch nichts anders. Viele lesen keiner antwortet. Viele lesen im Reader dann hast du noch nicht mal eine Rückmeldung auf deiner Statistik.
    Das frustet.
    Wir sollten kommentieren. Nachgedacht kommentieren.
    Keine Sprüche aus den Politclownerien nachplappern.
    Selber denken. Auch wenn es holpert. Macht nichts.
    Aber auch mal sagen, dass ich diesen Frankfurter Politblog namens kwassl.net Scheiße finde weil da nur gekwasselt wird. Dieses blöde endlose Gelaber nervt.
    Komischerweise wird ein informativer Blog, wie das Labournet, nirgendwo verlinkt - von Ausländigkeiten ganz zu schweigen. In Griechenland wird gerade ein Bürgerkrieg hochgezogen, der dann gründlichst niederkartätscht wird. Das Resteuro kuscht dann schön. Wetten?

    Hach, ich muss an meiner Seite schrauben.

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    1. "Es gibt kaum Kommentare. Da stellt man sich eine Eiche in den Garten und keine Sau kratzt sich daran."

      Texte an Kommentaren zu messen halte ich für leicht (besseres Wort fällt mir grad nicht ein) "riskant"...

      wenn du mal versch. Threads durchgehst - die oberflächlichsten Themen haben oft die meisten Kommentare... dazu kommt die Eigendynamik.
      Meiner Erfahrung nach muß man Text & dazugehörigen Thread nicht selten sogar komplett getrennt voneinander betrachten...

      Jeder Blog hat auch seine eigene "Kommentier-Kultur" - bei manchen läuft der Kommentar-Teil wie ein "Stammtisch", ganz unabhängig vom jeweiligen Thema; bei Blogs ohne/mit weniger gebundenen "community" wird nur Themen-bezogen kommentiert.
      Da ist es dann manchmal auch einfach so, daß es einfach nicht [mehr] zu sagen gibt - weil der Text eben 100%ig "aus der Seele spricht". Klar, man könnte dann "Full ACK" in x versch. Variationen drunter setzen - aber naja...
      Trotz zigfacher Zustimmung kommt sich derjenige dann wie der einsame Rufer vor, weil null/kaum comments drunter. Umgekehrt wird halt schon sachgemäß eher kommentiert, um Kritik loszuwerden...

      das beschriebene Problem seh ich auf jeden Fall - Rückmeldung ist für den Schreiber wichtig. Aber, wie gesagt - mit Kommentaren ist das so ne Sache...
      (...es gibt aber auch Blogs, die - teils jahrelang - hochwertige Texte abliefern, ohne auch nur einen comment zu kriegen; bzw die Funktion sogar ganz deaktiviert haben... auch wenn beim "Durchschnitts"-Blog wohl nicht die Regel, Bedürfnis/Rückmeldung ist MMN nur natürlich)

      [zu Mrs. Mops Text später]

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    2. "Texte an Kommentaren zu messen halte ich für leicht (besseres Wort fällt mir grad nicht ein) "riskant"..."

      Widerspruch: Als Berger und Erdmann sich einmal zum selben Thema vernetzten, generierte feynsinn allein über 400 Kommentare.

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    3. naja, du mußt aber zugeben, daß das ne absolute Ausnahme war...

      nur mal als Bsp, weil wir (zumindest einen) Beteiligten grad hier haben - zur Niedersachsen-Wahl:
      bei Klaus Baum ein "Text" mit NULL Wörtern (außer Überschrift) → 59 comments;
      zum gleichen Thema 440 Wörter bei Genova → 14 comments.

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  4. Der Zustandsbeschreibung linker Bloggerei in Deutschland würde ich zustimmen. Ich erlebe es genauso, dass jeder vor sich hinbloggt, leicht authistisch, und Vernetzung komischerweise immer weniger stattfindet. Diskussionen auch immer weniger.

    Den Schluss, den du ziehst, finde ich merkwürdig. Du schließt deine Schrebergartenparzelle, that´s it. Wer eine fruchtbare Diskussionskultur will, muss mitmachen. Oder es vormachen.

    Und: Bei blogspot zu kommentieren, ist nicht einfach. Wordpresskonto wird nicht anerkannt, diese beiden einzutippenden Wörter sind kaum lesbar, das ist alles eine Zumutung. Das hat mich schon des öfteren vom Kommentieren abgehalten.

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    1. mir kommts langsam vor, als ob WP & blogspot/google im Clinch liegen ;)
      hin & wieder kam zwar die Meldung "Software-Probleme" als Entschuldigung, i-wann wurde aber Standard daraus mein Kto nicht anzuerkennen...
      ich kommentiere deshalb nur noch unter Name/URL; aber bei dir scheints diesmal ja geklappt zu haben (wg dem ID-Schildchen)

      macht zwar ID-Fake möglich - ist mir aber noch nie passiert, und das Problem hat auch jeder ohne Konto.
      muß man halt drauf hinweisen wenn man's mitkriegt.

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    2. @exportabel

      "Wer eine fruchtbare Diskussionskultur will, muss mitmachen. Oder es vormachen."

      Das ist vollkommen richtig, fand ich allerdings schwierig umzusetzen, weil mir die vorfindbaren Strukturen derart hermetisch etabliert zu sein scheinen, dass ich keinen geeigneten Ansatzpunkt erkennen konnte. Was Deine Kritik keinesfalls entkräften soll.

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    3. Vielleicht ist das bloggen an sich das Problem: Ein blogger gibt Themen vor, die anderen sollen einsteigen. Ziemlich hierarchisch. Und erlebt habe ich auch schon x-fach, dass vorgeblich linke blogger sich wie Diktatoren aufführen und sperren und löschen, was das Zeug hält. safer spaces nennt man das dann.

      Mrs. Mop, ich habe deinen blog insgesamt selten gelesen, aber ich fand ihn gut, irgendwie, seit Jahren. Er ist eigenständig. Kommentiere ab sofort bei mir, wenn du willst. Zusammen sind wir vermutlich unschlagbar.

      garfield, hallöchen,
      ID-Fake ist mir schon passiert, es gibt genügend Irre im Netz.

      P.S.: Das ist mein letzter Kommentar hier. Diese Sicherheitsabfrage mit zwei kaum lesbaren Wörtern ist unwürdig.

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  5. Die Katze aus dem Sack19. Dezember 2013 um 11:43

    @ Herr Karl
    @ pantoufle

    Na, da habe ich ja beide Lausbuben gleich zusammen. Ihr 2 seid praktisch das Paradebeispiel für etwas, das die liebe Mrs. Mop skizziert hat.

    Ich habe einen Traum: Ihr 2 hört endlich mit den albernen Streitigkeiten auf, die weit unter eine Linie gehen, die noch als fair oder vertretbar zu bezeichnen wäre. Es mag ja eine Weile ganz unterhaltsam und erquickend sein, seinem Gegenüber zu zeigen, wo sein Platz zu sein hat. Aber es ist kontraproduktiv, und zwar aus genau den Gründen, welche die liebe Mrs. Mop nun skizziert hat. Sie meinte zwar damit vielleicht nicht euch, jedoch musste ich gleich an euch denken, wenn von zwei Eiszapfen die Rede ist. Das ändert jedoch nichts an dem was ihr für mich seid: Liebenswerte Menschen, mit der Fähigkeit das nicht so zu zeigen. Werft die alten Masen ab, setzt euch neue auf.

    Ich will gar nicht wissen, wer von euch genau angefangen hat oder wer es am dollsten getrieben hat. Macht den 1. Schritt und zeigt Mrs. Mop, dass sie sich vielleicht geirrt hat.

    Soviel zu meinem Traum, jetzt seid ihr dran. Alles nur geträumt?

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    1. @Die Katze aus dem Sack
      An mir soll's nicht liegen...

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    2. Die Katze aus dem Sack19. Dezember 2013 um 15:48

      Prima. Schön das Du bereit bis, den Sack offen zu halten.

      Du bist ein denkender Mensch. Das erkenne ich daran, das auch Du in der Lage bist, Deine Gedanken in verständlichem Umfang aufzuschreiben. Zum Vergleich: Menschen die sich über nichts Gedanken machen, brauchen diese in der Regel auch nicht aufzuschreiben.

      Ich habe übrigens selbst erlebt, ich war dabei, als 2 Mediatoren selbst eine Mediation in Anspruch nehmen mussten, weil es Spannungen gab.

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  6. Das ist so lächerlich. Gerade von einer Bloggerin, die nie eine "Blogroll" hatte, die sich nie vernetzt hat und auch als Kommentatorin anderswo nicht aufgefallen ist, wirkt so ein Fazit mehr als nur halbherzig aufgesetzt.

    Dieses Land ist in der Tat im Begriff, einmal mehr komplett einzufrieren - aber auch Du hast bis auf Deine "Schrebergarten"-Texte in Deinem Blog nichts dagegen getan. Wie verwirrt muss man denn sein, wenn man anderen eine "mangelhafte Vernetzung" vorwirft und selber nicht einen einzigen permanenten Link auf eine andere Seite im Blog hat?

    Ich habe genau aus diesem Grund schon vor einiger Zeit aufgehört, hier regelmäßig zu lesen und zu kommentieren. - Bevor Du andere Nasen herumdrehst, solltest Du dich an die eigene fassen.

    Liebe Grüße!

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    1. Selbstverständlich hatte ich all die Jahre eine Blogroll, nur habe ich sie neulich versehentlich gelöscht, weil ich zu blöd war zu realisieren, dass die Blogroll am Profil (das ich tatsächlich löschen wollte) dranhing. Allerdings war diese Blogroll überaltet und ist von mir nie gepflegt worden, was eine Unart ist, den Schuh ziehe ich mir gerne an, wobei das nicht der Schuh ist, den Du mir an den Kopf geworfen hast.

      Aufgehört, hier zu kommentieren, Charlie, hast Du meiner Erinnerung nach aufgrund eines kleines Wortwechsels vor sehr langer Zeit, und nicht wegen einer existenten Blogroll, die angeblich nicht existiert hat.

      Davon abgesehen, stellt eine Blogroll für mich nun wirklich nicht das Maß aller Vernetzungsdinge dar, aber da mögen sich die Geister scheiden.

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  7. Wenn ich als jahrelanger Stammkommentator auf einem Premiumblog öffentlich von einem anderen Kommentator persönlich angegriffen, beleidigt und zuvor auf einem weiteren Blog denunziert wurde, darf ich doch erwarten, dass der "Meister" eine gewisse Neutralität wahrt und nicht den Pöbler in Schutz nimmt. Und wenn ich dann dem Blogherrn per e-mail eine Begründung meines Nichtmehrkommentierens gebe, ohne eine Antwort zu erhalten, dann bekommt diese Passage seiner Regularien eine besonders arrogante und autoritäre Note:
    "Es ist ohnehin sinnlos, mir private Mails zu schicken. Ich lese die meist gar nicht. Ich will auch gar nicht mit jedem kommunizieren. "

    Ich merke, dass angesichts der ausbleibenden Selbstreflektion (siehe auch oben Charlie) in der Bloggerszene voll auf ein "Weiter so" gesetzt wird, weil im Paralleluniversum genügend nützliche Idioten nachwachsen, die sich gerne einen Stammplatz in den Kommentarspalten erobern möchten. Da kann sich der Hausherr entspannt zurücklehnen und ignorieren, wer sich in den letzten Jahren so alles von seinem Blog verabschiedet hat, ohne dass er/sie gesperrt wurde.

    Nicht unerwähnt lassen möchte ich im Zusammenhang mit dem Thema Vernetzung der Blogger, dass ich diesen Mangel an Vernetzung im Einzelfall auch begrüße, wenn z. B. ein Blogger mit hoher Reputation sich in einem Eingangstext lustig macht über die Aktionen der Femen wie Pussy Riot, die jetzt in Russland verschollen irgendwo im Knast sitzen. Dieser, sich auf facebook bekennende Maskulist kann sich leider immer noch auf die Loyalität seiner Nachbarblogger verlassen.

    Soweit aus der Sicht eines Kommentators mir Rückzugstendenzen.

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    1. Klingt alles nicht uninteressant, aber ein bisserl zu kryptisch, als dass ich es wirklich raffe. Geht's vielleicht etwas entschlüsselter?

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    2. Hab jetzt zwei mal angesetzt, eine längere Antwort zu schreiben und jedesmal verschwand sie auf einer Seite, auf der ich mich irgendwie einloggen soll.
      Gebs auf.

      Letzter Versuch:
      Die Diskussion sollte vertieft werden unter Einbeziehung der Rolle des Kommentariats.
      Das Interesse scheint aber, wie ich beim Kiezneurotiker und bei pantoufle sehe, nicht da zu sein.

      Hinweis 1: http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/04/kleine-waffenkunde-nackter-bruste.html

      Hinweis 2: Kommentar eines aktuellen Stammkommentators bei feynsinn sinngemäß mit Billigung von flatter: "altautonomer verpiss Dich, niemand vermisst Dich!"

      Da hat er nun mal Recht und für mich ist es ebenso absolut kein Verlust.

      Was ich allerdings bedaure, ist, dass andere User, die die Situation ähnlich beurteilen, nicht aus dem Gebüsch kommen.

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    3. Das tut mir leid, dass Google Dir solche Scherereien verursacht. Es wird Dich nicht trösten zu erfahren, dass Google mir in jüngster Zeit auf Schritt und Tritt dazwischengrätscht, es gab z.B. Tage, da konnte ich stundenlang nicht an mein Blog ran, „Seite nicht erreichbar“, weiß der Henker wieso, und der Zugang zu den Kontoeinstellungen wurde komplett gekapert, wobei hier der Henker Bescheid weiß: Ich soll ein google+ account einrichten, sprach der Henker. Wieso zum Henker soll ich ein g+ Konto einrichten, um an meine Kontoeinstellungen zu kommen?

      Was Du mit der Kommentariat-Problematik meinst, erschließt sich mir nur schrittweise (danke für die Hinweise), ich muss das wohl noch ventilieren, und was das jetzt mit kiezneurotiker und pantoufle zu tun hat, hab ich noch nicht kapiert, aber vielleicht steh ich zur Zeit einfach nur kolossal auf dem Schlauch, ich bitte um Nachsicht.

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    4. Jaja, bei Duckhome war mir über mehrere Tage sowohl beim Kommentieren, als auch beim Einloggen der "Zugriff verweigert". Nachdem ich meine Einstellungen auf dem PC durcheinandergebracht und wieder zurückgesetzt, Ghostery entfernt und wieder aufgespielt und mit Jochen Hoff telefoniert hatte, war dies eines Tages ohne mein Zutun wieder möglich.

      Bei pantoufle hab ich unter anderem geschrieben:

      "Einige sparsame Offline-Kontakte zu anderen Kommentatoren haben ergeben, dass auch sie in ihrem sozialen Umfeld keine Leute kennen, die sich auf linksintellektuellen Blogs herumtreiben. Ich kann diese Feststellung sogar noch um meine bestehenden temporären Kontakte zu Initiativen und linksradikalen Zusammenhängen wie Antifa, die kommunale LINKE usw. erweitern. Von daher ist auch kaum anzunehmen, dass Leser von Blogtexten als Multiplikatoren Wirksamkeit in “bürgerliche” Kreise (Sammelbegriff: Der Michel!) hinein entfalten. Und es ist auch sinnlos, immer wieder an die Minderheit von Blogrezipienten zu appellieren, endlich vom Sprechen zum Handeln überzugehen, sofern einige dies nicht bereits tun. Wenn eine Vernetzung stattfindet, dann kann diese aufgrund der zum Teil großen räumlichen Entfernungen nur virtuell sein. Die sozialen Netzwerke sind in der Agitation (z. B. flashmobs) effektiver.

      Ich habe seinerzeit auf diversen Blogs die Unruhen in den Pariser Banelieues (2010) und der Riots in London (2011) als ein Aufflackern militanter Unruhen bezeichnet, das sich irgendwann zum Flächenbrand entwickelt, der auch auf andere europ. Länder übergreifen würde. Bisher war das Wunschdenken. Die Gefahr, dass bei “Erreichen der kritischen” Masse, in @de dat Follek traditionell einem rechten Scharlatan hinterherlaufen wird, ist dabei groß.

      Blogs nutze ich für mich aus rein egoistischen Motiven: Im erwerbsbiografischen Unruhestand reicht es nun mal nicht aus, nur körperlich relativ fit zu sein, sondern ich muss auch dafür sorgen, dass die Birne weiter brennt. Und das garantieren neben meinen Büchern die Diskussionen und Texte in den von mir besuchten, manchmal auch nur gelesenen Blogs.

      Meine Eitelkeit verleitete mich auch zu der falschen Annahme, es sei sinnvoll, nachfolgenden Akteuren Erfahrungen zu vermitteln, aus denen zumindest gelernt werden kann, Fehler aus der Vergangenheit sowohl hinsichtlich der militanten Praxis als auch der Ergebnisse gesellschaftlicher Analyse (Beispiel: Triple-Opression-Theorie) nicht zu wiederholen. Diese Form von Paternalismus musste scheitern. Einerseits sehe ich mich dabei retrospektiv in der Rolle des “Opa erzählt vom Krieg”, andererseits setze ich mich dem berechtigten Vorwurf aus, nach Beendigung meiner Aktivität als “pseudo-nomer Feierabendterrorist” den A…. selber nicht mehr hochzukriegen. Wir alten Säcke werden aber auch mit der Erkenntnis leben müssen, dass jahrzehntelanger Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse und den Kapitalismus vorerst als verloren gilt. Was aber nicht bedeutet, dass wir ihn aufgeben.

      Theoretische Diskussionen über sozialistische Gesellschaftsmodelle und akademische Genderdiskussionen werden neu aufgelegt. Kann man machen. Sie verstellen aber den Blick auf die immer dringender werdende Notwendigkeit diesen unerträglicher werdenden Sch…. erst einmal wegzuhauen."

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    5. Ah, danke, endlich fällt der Groschen bei mir, ich dachte die ganze Zeit, weil pantoufle (hier weiter oben) von "Briefwechsel" zwischen ihm und Kiezneurotiker sprach, dass es sich um persönlichen Email-Austausch gehandelt hat, jetzt bin ich grade zu Pantoufle rüberspaziert und kriege das mit. Muss ich mir erst mal in aller Ruhe reinziehen. Bitte entschuldige meine Begriffsstutzigkeit, ich hab wohl wirklich derzeit nen Hau weg und vor lauter im-eigenen-Saft-Schmoren in den letzten Tagen so einiges nicht mitbekommen.

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  8. Liebe Mrs. Mop,
    ich blogge nicht, lese aber viele Blogs. "Die roten Schuhe" gehörte zu meinen Favoriten, weil du so erfrischend schreibst und den Fokus auf andere Länder gerichtet hattest. Dabei ist mir aufgefallen, dass, was in anderen Ländern geschieht, durchaus immer auch mit unserem Land zu tun hat, nur dass Deutschland mMn tatsächlich eingefrorener (Das Bild passt aber sowas von) ist - keine echten Aktionen, höchstens "Event-Demonstrationen" und Petitionen, eben alles irgendwie 'geordnet', selbst Occupy, auf die ich große Hoffnungen für einen Aufbruch gesetzt hatte, wurde in der Selbstdarstellung immer 'biederer'. Ein Aufschrei war das ganz bestimmt nicht. Es fehlt an Emotionen, so scheint mir. Dafür wird ellenlang erklärt, was sicher als Aufklärung nicht verkehrt ist, aber wer die Blogs liest, die ich lese, muss doch nicht mehr aufgeklärt werden. Irgendwie läuft sich alles tot.
    Auch ich hatte den Eindruck, dass es einigen Bloggern zunehmend um Prestige geht, um Profilierung, möglicherweise auch einigen Kommentatoren. Ich habe, auch weil ich mich in einer persönlichen Krise befand, aufgehört, regelmäßig zu kommentieren, weil ich das Gefühl hatte, nichts "Gescheites" mehr sagen zu können. Dazu die ständigen subjektiven Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Kommentatoren oder "interne Runden", zu denen ich keinen Zugang mehr finden konnte. Auf jeden Fall habe ich mich auch zurückgezogen und ich verstehe deine Beweggründe durchaus.

    Trotzdem finde ich es extrem schade, dass du aufhörst. Hier habe ich viel gelernt und dazu noch Spaß gehabt.
    Naja ... vielen Dank dafür!
    Grüße

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    1. Liebe Frau Lehmann,
      ich freue mich über Deine 'finale' Rückmeldung und danke Dir dafür. "Viel gelernt und dazu noch Spaß gehabt", hey, das ist viel, sehr viel, zumal ich mich nie der Illusion hingegeben habe, mit dem Blog groß irgendeine aufklärerische Breitenwirkung zu erzielen oder gar die Welt, an welchem Zipfel auch immer, zu verändern. Vielmehr musste einfach raus, was in mir rumort, mich erschüttert hat und mich manchmal vor Zorn fast blind gemacht hätte, wäre da nicht das Ventil dieses Blogs gewesen.

      Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute auf Deinem Lebensweg! Fast hätte ich hinzugefügt "... und lass Dich nicht kleinkriegen", aber ich lass es weg, denn ich weiß, manchmal hat ein Mensch keine Wahl, und dann muss er zusehen, wie er aus allen Vieren wieder in den aufrechten Stand kommt.

      Tschüss, Frau Lehmann.

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    2. Och "Tschüss" klingt nicht so gut, Mrs. Mop. Wiedersehen (-lesen, -hören?) wär mir lieber :-)
      Ja, es war wohl dein präzise und bissig be(ge)schriebener ehrlicher Zorn, der mich stark berührt und mitgerissen hat und die immer wieder aufs Neue bestätigte traurige Erkenntnis, dass trotz solch gescheiter und mitfühlender Menschen (wie du einer bist) Deutschland offiziell wie eine Insel der Seeligen dargestellt wird (In der "Die Zeit" gabs tatsächlich einen Artikel mit der Überschrift 'Das gelobte Land', womit selbstverständlich Deutschland gemeint war). Das ist es, was mich immer wieder erschüttert, diese weit verbreitete Blindheit und (auch noch pseudo-wissenschaftlich legitimierte) Ignoranz, die den schon nur ein klein wenig Sehenden dastehen lässt, als sei er der Blinde oder, schlimmer noch, der Verrückte.
      Vielen Dank für deine herzlichen Wünsche.
      Nein, den aufrechten Gang lass ich mir nicht nehmen. Ich lauf eben z.Zt. nicht ganz so schnell ;-)
      Also - auf ein Wiedersehen in welcher Form auch immer, Mrs. Mop!

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  9. Auf Wiedersehen. How are You?

    Da beschloss ich, die Flucht nach vorne anzutreten.

    Welcome ...

    Eh this is about all the bad days in the world. I used to have some really bad days. And I kept them in a little box. And one day I threw them out into the yard. Oh, it's just a couple of innocent bad days. Well, we had a big rain... I don't know what it was growing in, but I think we used to put egg shells out there and coffeegrounds too. Don't plant your bad days! They grow into weeks, the weeks grow into months, and before you know it you got yourself a bad year. Take it from me: CHOKE those little bad days! CHOKE 'em down to nothing! There are your days, CHOKE 'em!!

    Dein Weg/Blog war/ist schon goldrichtig, dein Frust nachvollziehbar und auch gut verständlich. Zur "deutschen Polit-Schrebergartenkolonie" in Klein-Bloggersdorf will ich mich nicht weiter äußern. Ich kann Deine Beobachtung aber voll und ganz bestätigen (ein paar wenige Ausnahmen gibt es), dies sollte aber erst recht und gerade deshalb eine Motivation für Dich sein weiter zu bloggen. Der Blick über den "nationalen Tellerrand" ist notwendiger denn je!

    p.s.
    Falls Du in einem (hoffentlich) neuen Format weiter machen willst, und Du in diesem Fall technische(!) oder anderweitige Unterstützung brauchst,
    'drop a note (comment)' oder auch nicht ...

    Trollsicherer Briefkasten - asynchronous

    Bitte beachten: Die Leerung erfolgt eher sporadisch und OHNE Gewähr!

    p.p.s.
    Den etwas "leiwandig" und auf die Schnelle daher gepinselten Briefkasten, und auch das etwas, naja 'mondänere Schuhmodell', wie üblich 'with a twinkle in the eye' betrachten. Soll ja zum Weiterbloggen/schreiben motivieren ... and don't get me wrong. ;~)

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    1. Hui, Mitzerl, das ist der helle ... der rote ... also der akustische Wahnsinn auf davonlaufenden Schuhabsätzen, es gibt kaum jemanden, der mich situativ so packen kann wie Tom Waits, und dann auch noch mit genau diesen beiden Songs, die mich seit jeher hauteng begleitet und - wie auch grade eben - musikalisch voll gerissen haben.

      Mehr geht im Moment nicht. Ich werde mich, bei besserer Contenance, zu Wort melden. Und Dein trollsicherer Briefkasten - mich haut's um, es ist, nun ja, was soll ich sagen. Der Wahnsinn halt.

      Mehr geht grad nicht. Danke.

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    2. Mehr geht grad nicht

      Δεν πειράζει!

      Σας ευχαριστούμε πάρα πολύ και ...

      ... Στο καλό Ντερμπεντέρισσα!

      Καληνύχτα

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  10. Dear Mrs. Mop,
    schade, ich habe immer gern bei Ihnen gelesen und geräubert (bzw. auf Ihre Beiträge verwiesen - für die Handvoll Freunde und die wenigen, die mein Ding lesen).
    Kein Beitrag zur Theorie des Bloggens von mir; ich glaube eh nicht, dass das Bloggen und Kommentieren/Kommentiert-Werden eine neue Qualität von Öffentlichkeit ist. Das versendet sich.
    Ich habe mich einfach immer über Ihre klugen Gedanken gefreut!
    Ihr GBlog

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    1. Hey GBlogger,
      Du und ich, wir waren beide stille Leser und Profiteure des Blogs des anderen, nicht wahr? Nun ja, ich bin es immer noch ...;) Eins der Dinge, die mich an Deinem Blog am meisten anziehen, ist Deine vitale Verehrung für den ‚gunslinger‘, die ich auf ganzer Linie teile.

      Danke für Deine abschließenden Worte, ich freue mich darüber.

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    2. ... jetzt hab ich Sie aus Versehen geduzt. Verzeihen Sie mir?

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    3. Hey Mrs. Mop,
      da ist nichts zu verzeihen; im Gegenteil - Ich freue mich über unsere stille Nähe und unsere gemeinsame Verehrung des gunslinger.
      Ich habe gerade bemerkt, dass mein Blog nun schon neun Jahre alt ist ... Ich mach noch ein bisschen weiter, weil ich jetzt weiß, dass Du ab und zu reinschaust ...
      Und danke auch für Deine abschließenden Worte ...

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    4. Hui, neunter Bloggeburtstag, meinen Glückwunsch! Hör bloß nicht auf, weil, ich merk das sofort ;)
      Keep it swinging!

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    5. Kleine Widmung:
      http://gebattmer.twoday.net/stories/603123058/

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  11. auch wenn eigtl schon alles gesagt ist, nur zur Vollständigkeit:

    wie im vorigen Thread schon gesagt, bin ich ein relativer Neuling im "Neuland".
    Ich hab zwar nicht erst gestern das erste mal nen PC gesehn (auch VC 20 ist mir noch ein Begriff) - nur bin ich eben absolut kein "Nerd".

    Speziell Online-Zugang hatte ich, wenn, immer nur sporadisch, und erst seit ein paar Jahren überhaupt halbwegs durchgängig... schon für die dt. Blog-Szene bin ich daher nicht grad "Experte", was das Ausland betrifft erst recht - deshalb laß ich das Thema mal außen vor...
    (aber wie pantoufle oben sagt - vllt ist es halt einfach so, daß hier - kultur- oder was immer bedingt - anders geschrieben wird; und Vernetzung int'l mal besser oder schlechter läuft)

    ob das speziell deutsch ist, k.P. - trotzdem nicht zu vergessen: die typische "Linken-Krankheit" - man kann zu 90% auf einer Linie sein - 1% Trennendes reicht, und es wird sich erbittert bekämpft.
    Motiv wohl =Ego/ Profilierung etc (?) ... daß gerade Blogger dafür prädestiniert sind, dürfte dann schon in der Sache - zumindest ein wenig Narzissmus (oder sagen wir "gesundes Selbstbewußstsein/Mitteilungsbdürfnis") sind da wohl einfach Voraussetzung (was an sich & in Maßen auch nichts Verkehrtes ist - wer behauptet ohne jede Eitelkeit zu sein, lügt einfach nur)

    deine Begründung irritiert mich trotzdem leicht, zur späten Std fehtl mir aber die "Eloquenz" das verständlich zu erklären.
    wie auch immer, das Wichtigste: wenn dein "Gefühl" bei der Sache nicht mehr stimmt, ganz egal warum, ist es in jedem Fall (& für alle Beteiligten) besser ne Auszeit zu nehmen, als i-was zu erzwingen...

    auch wenn's trotzdem schade ist, mach also ruhig mal Feierabend... (Feierabend - nicht zu verwechseln mit Ruhestand! ;) ) ich warte dann wie gesagt auf den digitalen Montag ;)

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  12. Liebe Mrs. Mop,
    ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst. Diese Einsamkeit in der Schrebergartenkolonie. Jeder für sich.
    Wir beide haben uns vor einiger Zeit auf meinem Blog mal genau darüber unterhalten, und du hast mich darum gebeten weiter zu machen.
    Viele Politblogs lese ich gar nicht mehr, weil mich das vereinsmeierische Altherrengeschwafel, wo einer der Chef, und die anderen seine eingespielten Claqueure sind, die sich mit connaisseurhaftem, akademisch verbrämtem Zucchinivergleich auf die Brust trommeln -kenn-ich-weiß-ich-war-ich-schon- nicht mehr ertrage.
    Als Kommentator, der Fragen stellt, statt nur zu beweihräuchern, bekommt man dort entweder keine Antwort, oder wird mit einem blasierten Lächeln arrogant runtergebügelt.
    Das ist bei dir nicht so, und auch deswegen habe ich mich hier immer wohl gefühlt.
    Leider betreibe. ich ja nun kein Politblog, weil andere das viel besser können. Sonst würde ich sofort bei einem Autoren-Kollektiv mitmachen.
    Die Idee halte ich nämlich für gut. Wäre das keine Alternative zum Aufhören?
    Und meinst du nicht, dass die Erklärung, die du gerade geliefert hast, einem Rückzug voran gehen sollte. Dass das hier eher so etwas wie ein Aufruf, als ein Abschied sein sollte?
    Weil, und das beschreibst du ja ganz richtig, der Druck um uns herum ins Unerträgliche wächst.
    Gerade das ist doch Grund genug zu bleiben und die Informationen, die du aus internationalen Blogs hast, in weiter zu tragen, wie eine Fackel. Dein Wissen birgt doch auch eine Verantwortung in sich.

    Und unterschätze bitte nicht deine Reichweite. Allein in meinem Umfeld liest inzwischen so ziemlich jeder dein Blog. Sogar mein Vater, der wiederum in seinem Arbeitsalltag, immer wieder auf Quellen, die er bei dir entdeckt hat verweist, um die Leute zu informieren und aufzurütteln. Es sind also nicht nur Leute, die sowieso schon immer ins gleiche Horn geblasen haben, die hier lesen, sondern auch welche aus ganz anderen Kreisen. Und das ist wichtig!
    Wahrscheinlich stimmt es, dass die wenigsten in Deutschland Blogs zu ihrer politischen Meinungsbildung lesen. Aber die, die es tun, tragen es weiter, und ich finde, dass jede Stimme zählt, die sich dem neoliberalen Wahnsinn in den Weg stellt.
    Nur weil andere bräsige Egomanen sind, sollst du dich bitte nicht entmutigen lassen.
    Gegen die Eiszapfen hilft nur eins:
    Let the embers glow!

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    1. Ich bin zwar nicht angesprochen, tröte aber trotzdem dazwischen. (schullige!)
      Autorenkollektiv heißt doch nicht, daß alle das Gleichartige schreiben. Jeder hat seine Spezialitäten und Vorzüge. Und im Grunde mag doch auch niemand nur den politischen Krempel lesen, wie Du und Marc untendrunter ja auch betonen.
      (denk mal drüber nach ... ist wirklich ein Scheißsatz!)

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    2. Ein Haufen Stoff, Tikerscherk, den Du da mitbringst, vielen Dank für Deine ausführliche Rückmeldung. Beim Lesen grummelt es an allen Ecken und Enden in mir, da gibt es ein paar Sachen zu bebrüten für mich.

      Ich erinnere mich gut an jenen Gedankenaustausch auf Deinem Blog, wo es u.a. um die Definition des „politischen Bloggens“ ging und ab wann sich eine/r so nennen „darf“ (fürchterlich, allein schon das Wort „darf“ in diesem Kontext). Wie ich dem Kommentar von Fjonka (hier weiter unten) entnehme, scheint der Begriff des „politischen Bloggens“ etwas (mir unangenehm) Respekteinflößendes abzustrahlen auf Menschen, die sich für Politisches interessieren, aber sich selbst bzw. ihr Blog für unpolitisch halten und sich dadurch - kommt mir so vor - kleiner bzw. unbedeutender machen als sie es de facto sind.

      Du zum Beispiel schreibst mit einer ausgeprägten politischen Sensibilität und sagst gleichzeitig „Leider betreibe ich ja nun kein Politblog, weil andere das viel besser können“, Menschenskind, im Moment geht mir dieser Teminus Politblog tierisch auf den Zeiger (obwohl ich ihn selber verwendet habe), weil dem Begriff (bzw. dessen Gebrauch) so etwas übertrieben Abgrenzendes (etwa so: Um politisch zu bloggen, muss man Experte sein) und tendentiell Abwertendes innewohnt, so: ich Politblog, Du Nichtpolitikblog - als ob wir zwei grundverschiedene Planeten bewohnten.

      Wie ich selber auf dem Planeten Politblog gelandet bin, kann ich grad auch nicht exakt rekonstruieren, aber eins ist klar: Ich habe dieses Blog seinerzeit gestartet, um mein Abgleiten ins Prekariat zu dokumentieren und damals nicht im entferntesten daran gedacht, jemals auf eine politische bzw. „politbloggerische“ Schiene zu geraten. Weil das ja andere viel besser können, nicht wahr ;), aber noch nicht mal das habe ich gedacht - das sogenannte „politische Bloggen“ war einfach völlig jenseits meines damaligen Horizontes.

      Na ja, wie das prekäre Leben halt so spielt (in meinem Fall): Es hat mich sukzessive und schubweise gewaltig politisiert. Und mein Blog so werden lassen, wie es halt geworden ist. Schubweise oder sukzessive oder weiß der Geier wie. Verstehst Du, was ich meine? Du lebst, Du schreibst ein Blog, Dein Leben entwickelt und verändert sich, Deine Eindrücke, Erfahrungen, Sensibilitäten vertiefen sich; dies prägt, entwickelt, verändert, vertieft Dein Schreiben, und womöglich ist Dein Blog quasi hinter Deinem Rücken längst zehnmal politischer geworden als du es wahrhaben willst.

      Kannst Du was damit anfangen?

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    3. Liebes Pantoufle,
      Mrs. Mop hat in ihrer Erklärung den Begriff des Politblogs eingeführt, und ich greife ihn auf.
      Doch, ich denke, dass es in einem Autorenkollektiv sinnvoll ist, sich einen gemeinsamen, definierten Rahmen zu geben, und innerhalb dieses Rahmens Texte zu publizieren.
      Meine Texte, die von ausufernden biografischen Erzählungen, über Katzen-Content, hin zu kritischen Betrachtungen oder Beobachtungen reichen, sind ganz eindeutig nichts für ein Politblog in dem Sinne, und ich glaube wir wissen alle, was ich damit meine, und mein Überblick über die Weltpolitik reicht mir persönlich nicht aus, um laut darüber zu schnattern. Das überlasse ich Leuten wie dir und Mrs. Mop. Ihr wisst mehr als ich. Punkt.

      Ich bin deiner Aufforderung nachgekommen, und habe über meinen "Scheißsatz" nachgedacht, verstehe aber trotzdem nicht, was dich daran so erzürnt.
      Ja, ich will auch anderen Krempel lesen, aber ein Blog, wo viele Leute, alles was ihnen so einfällt, und was sie umtreibt reinschreiben, würde mich nicht interessieren, noch halte ich es für sinnvoll. Das wäre dann nichts anderes als mein Reader, oder ein buntes Magazin, in dem alles bunt durcheinander gewürfelt ist.
      Zum Abschluss: bitte pampe mich nicht so an, wenn du mich kritisieren möchtest. Schließlich habe ich nicht behauptet, dass Hitler blond war.
      Das ist überflüssig, und darüber hinaus fühle ich mich unwohl dabei. Danke.

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    4. Ummpf...
      ähhh, noch da, liebes Tikerscherk?
      ... Huhu - ich bins, das Pantoffeltierchen mit dem Köter...
      ...
      Das ist ja wohl etwas danebengeglückt. Also alles, was der letzte Satz bedeuten sollte, war ein zaghaftes »was würdest Du denn darüber denken, mit interessierten Menschen (wie mir zum Beispiel) und anderen ein Autorenkollektiv anzudenken. Eben nicht nur Politik. Vielleicht nicht gerade niedliche Katzenbilder, aber etwas oberhalb davon. Hundebilder zum Beispiel!
      Das war eigentlich alles, was ich damit sagen wollte. Es sollte eigentlich freundlich und humorvoll klingen. Ummmpf.
      Kiezneurotiker ist mir auch schon ausgewichen. Vielleicht doch nicht sone gute Idee...

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    5. Liebe Mrs. Mop,
      ja, ich kann damit was anfangen, auch wenn deine Antwort leider nicht den Punkt berührt, um den es mir ging: ich sehe nicht ein, dass du, aufhörst zu schreiben. Ich möchte dich weiter lesen. Gerne auch in einem Autorenkollektiv, wenn dir deine Parzelle zu einsam ist.
      Den Begriff des Politblogs habe ich von dir aufgegriffen, und ich denke, darüber müssen wir nicht diskutieren.
      Wir leben auf dem selben Planeten, aber ich betreibe einen Gemischtwarenladen, und du ein musikalisches Politblog.
      (Meinetwegen habe ich politisches Gespür, bin deswegen aber noch lange keine Politbloggerin. Schuster/ Leisten, weisst schon)
      Jede von uns macht etwas anderes, jede so gut sie kann, und du bist nunmal überaus talentiert, wie R@iner weiter unten schon zu Recht schreibt. Und ja, das ringt mir Respekt ab.
      Keine Sorge, ich erstarre dabei nicht vor Ehrfurcht, und ich fühle mich auch nicht unbedeutend oder irgendwie schlecht.
      Da du die Dinge immer derart gut auf den Punkt bringst, erübrigen sich häufig weitere Kommentare. Das werde ich in einer Zukunft, in der du weiter schreibst umgehend ändern.

      Ja, ich glaube ich verstehe, was du sagen willst: dein Abrutschen ins Prekariat hat dich politisiert, die Veränderung meines Wohnumfeldes durch Gentrifizierung bringt mich dazu darüber zu schreiben, und eine Haltung einzunehmen. Wer weiß, wohin es mich noch verschlägt.
      Aber um mich geht es ja gar nicht hier, sondern darum, dass eine wichtige Stimme aufhören will zu sprechen.
      Nochmal: ich finde, dass sich aus deinem Talent und der großen Informationsfülle, die du hast auch (fast) eine Verpflichtung ergibt, beides zu nutzen und andere daran teilhaben zu lassen.
      Bitte tue es.
      (Tränen zu Pflugscharen!)

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    6. ...oder nochmal im Klartext: Der Satz war folgendermaßen gemeint »denk doch mal über ein Autorenkollektiv nach/hättest Du Lust dazu? (weil ich die Auforderung »denk mal drüber nach« auf den Tod nicht ausstehen kam »...ist ein Scheißsatz«)

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    7. Liebe Tikerscherk,

      glaub mir, Wort für Wort von dem, was du sagst, nehme ich in mir auf und lass es durch mein - momentan etwas erschüttertes System - wandern. Solltest Du den Eindruck haben, meine Antwort auf Dich habe den Punkt verpasst, auf den Du hinauswolltest, dann hole ich das jetzt nach:

      Du legst mir sehr eindringlich nahe, weiterzubloggen, weil Du mein Blog für „eine wichtige Stimme“ und daher für unverzichtbar hältst. Ich nehme das ernst. Weil ich merke, dass Du das ernst meinst und nicht als bloßes Kompliment (nichts gegen ehrliche Komplimente).

      Ich stimme insofern mit Dir überein, als ich ein Mensch bin, der etwas zu sagen hat, und der das Bedürfnis hat, das, was er bzw. sie zu sagen hat, auch auszusprechen, laut und vernehmlich auszusprechen, und über die notwendigen (sprachlichen, intellektuellen ...) Mittel verfügt, dies zu tun. So gesehen, ist es für mich vollkommen klar, dass ich auf Dauer meinen Mund nicht halten werde - das käme fast einer Selbstamputation gleich.

      Nur, so absolut klar mir dies ist, so absolut unklar ist mir gegenwärtig, wie, wann, in welcher Form, zu welcher Gelegenheit ich meine Klappe wieder aufreißen werde. Derzeit paddle ich von einem Gefühlswechselbad ins nächste, manchmal saufe ich beinahe ab. Muss wohl als erstes einen Wechselbad-Schwimmschein machen ;), bevor ich wieder klaren Kurs aufnehmen und Entschlüsse fassen kann, zu denen ich hundertpro stehe. Wobei Deine und viele andere Kommentare hier sehr hilfreich sind bei dem Schwimmschein-Parcours, ehrlich. Deshalb an dieser Stelle noch einmal ein aufrichtiges Danke an Dich.

      Sehr gut gefällt mir übrigens die von Dir kreierte Blogkategorie „musikalisches Politblog“, in der Schublade fühle ich mich nicht unwohl. Mit der Musik kann die ganze Rumpolitisiererei sowieso nicht mithalten. Da sind ganz andere Kräfte am Werk.

      Grüße an den Gemischtwarenladen!
      „Guten Tag, ich hätte gern ein Päckchen vermischte Gedankensplitter, die mit dem Zartbitterschokoladeüberzug, und eine Handvoll von diesen unvergleichlich herbsüßen Früchten, aber bitte beides nur aus der Manufaktur Tikerscherk. Dankeschön. Bis zum nächsten Mal.“

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    8. Bis zum nächsten Mal- ich freue mich drauf. Sehr!
      (Ach, und die Splitter geh´n auf´s Haus!)

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  13. Kein Zweifel, der Michel ist schon kaltherzig. Der Hauptgrund, weshalb er seine Mutti heiß und innig liebt ;-) Es ist aber eine berechtigte Frage, weshalb die Linken bei uns ebenso wie der Rest überwiegend kaltherzig ist? Ich sehe das nicht so. Ich kenne viele warmherzige, offene, tolerante Menschen, die gerne anderen helfen. Nu, leider sind diese bei uns leise. In anderen Ländern ist das nicht so. Warum? Meine Antwort ist: bei uns herrscht ein, ich nenne es mal Schlechtmenschen-Klima. Gütig zu sein und anderen zu helfen, wird als Schwäche und große Dummheit angesehen. Man muss sich, wenn man sich nicht rechtfertigen muss, dafür schämen. Gut zu sein ist zu teuer, verursacht Schulden und man bekommt die Krätze.
    Leider machen die Linken dieses Spiel mit. Statt konkret den Schwachen zu helfen, diskutieren sie lieber über angebliche Systemfehler und darüber, wer intellektuell den größten Theoriehaufen hat. Anderen Helfen? Das geht ja gar nicht! Zuerst muss ja der "Systemfehler" behoben werden!

    Wenn wir nur anfangen würden, den gegenüber wahrzunehmen, wären die größten Probleme behoben. Das System würde sich dann von ganz alleine wandeln, und zwar von unten. Das ist der bessere Weg. Die Konzerne sind ja nur mächtig, weil wir ihre Produkte kaufen. Die Ausbeutung funktioniert nur, weil sich niemand wehrt. Die Banken sind nur so groß, weil wir ihnen unser Geld geben.

    Wenn ich mir für die linke Bloggerszene für 2014 etwas wünschen dürfte, wäre es weniger theoretisches Gequatsche, weniger Jammern über Ungerechtigkeiten, die es zweifellos gibt, dafür mehr Hilfsprojekte und konkrete Ideen.

    Ich persönlich muss sagen, dass man aber von den derzeitigen negativen Entwicklungen irgendwie erschlagen ist und dann nicht mehr Zeit und Kraft für das positive findet. Man möchte die Ohnmacht hinausschreien, aber sie wird dadurch nicht weniger, sondern mehr. Man schaut wie ein scheues Reh in die Scheinwerfer uns lässt sich überfahren. Auf die Idee zu kommen, sich zu bewegen, kommt man nicht.

    Ab dem nächsten Jahr möchte ich die negativen Entwicklungen einfach nur ignorieren. Ich wollte das bereits in diesem Jahr umsetzen, das hat aber nicht funktioniert.

    P.S: Mein Bauchgefühl sagt mir, dass du weiter bloggst. Vielleicht hier oder anderswo. Ich freu mich drauf :)

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    1. Dein Stichwort „Schlechtmenschen-Klima“:

      „Gütig zu sein und anderen zu helfen, wird als Schwäche und große Dummheit angesehen. Man muss sich, wenn man sich nicht rechtfertigen muss, dafür schämen.“
      sowie:
      „Leider machen die Linken dieses Spiel mit. Statt konkret den Schwachen zu helfen, diskutieren sie lieber über angebliche Systemfehler und darüber, wer intellektuell den größten Theoriehaufen hat. Anderen Helfen? Das geht ja gar nicht! Zuerst muss ja der "Systemfehler" behoben werden!“

      Ich glaube, da ist was dran, obwohl es verkehrt wäre, in diesem Zusammenhang „die Linken“ zu generalisieren. Auf jeden Fall bin ich im realen Leben schon einige Male übelst mit sich als Linke verstehenden Menschen aneinandergerasselt, wo es (in der Diskussion) um das gegenseitige Helfen ging, zumal in Ländern, wo die (politisch gewollte) Not rapide um sich greift.

      Beispiel Griechenland, da hat ja Golden Dawn Schlagzeilen gemacht mit seinen Suppenküchen und Hilfsprojekten auf strikt rassistischer Basis (hier im Blog wurde viel darüber berichtet) und bei vielen notleidenden Griechen dafür (vielleicht nicht so gemeinte, aber im Endeffekt natürlich rassistisch wirksame) Pluspunkte gesammelt. In Diskussionen darüber habe ich hinterfragt, wieso von der Linken (Syriza oder wem immer) keine ähnlichen - selbstverständlich nicht rassistischen, sondern explizit integrativen - Hilfsprojekte auf die Beine gestellt würden? Heftigste Abwehrreaktionen waren die Folge: Das käme billigem Populismus gleich; sei sozialarbeiterisches, unpolitisches Vor-sich-Hingewerkele; wäre das grundfalsche Signal, wenn man dem versagenden System quasi die Arbeit abnähme und so weiter. Beim Thema „Hilfe“ bekam ich das Gefühl, das ist für manche Linke ein absolut rotes Tuch und löst regelrecht allergische Reaktionen aus.

      Ähnliches, wenn auch viel abgeschwächter, erlebe ich bei einigen deutschen Linken, wenn das Thema Volksküche (bin in diesem ‚Segment‘ begeisterte Produzentin wie Konsumentin) aufkommt, Tenor: ganz nett, aber völlig unpolitisch; sozialarbeiterischer Ansatz; zieht nur Energien von der „eigentlichen“ politischen Arbeit ab. Sweet Jesus, ich wende mich dann immer kopfschüttelnd ab und den Kochtöpfen zu, weil, politische Arbeit ohne anständiges, selbstgekochtes, gemeinschaftliches Essen ist für mich schlechthin undenkbar. Neulich hat der Kiezneurotiker (bei Pantoufle) etwas von der politischen Relevanz guten Essens gesagt (in seinen eigenen Worten), das hab ich hungrig weggemampft und nur gedacht: Mahlzeit!

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  14. Ehrlich gesagt, verstehe ich mindestens die Hälfte dessen, was hier über die Blog-Kultur geschrieben wird, nicht. Bin halt nicht "drin", habe aber seit einiger Zeit in diesem Blog mitgelesen und gehöre zu denen, die nicht politisch bloggen (und auch nicht sehr politisch denken), aber über das mitlesen von Blogs viel dazugewinnen an Wissen - und andere Gedanken denken.
    Als solche traue ich mich nicht oder selten, hier und in anderen Polit-Blogs zu kommentieren. Aber ich bin da, lese, lerne, gebe weiter. Auch, weil ich schon allein sprachlich nicht selbst in ausländischen Blogs zu lesen in der Lage bin.
    Dies jetzt mal nur als feedback zu Reichweite und nicht-diskutiererei

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    1. Es freut mich, dass sich eine mir bislang unbekannte Leserin zu Wort meldet. Du schreibst:

      „Als solche traue ich mich nicht oder selten, hier und in anderen Polit-Blogs zu kommentieren.“

      Meinst Du mit „als solche“ = eine Bloggerin, die „zu denen gehört, die nicht politisch bloggen“? Die sich also, weil sie selbst nicht politisch bloggt, nicht traut, auf Polit-Blogs zu kommentieren? Ich frage deshalb, weil bei „sich nicht trauen zu kommentieren“ bei mir die Alarmglocken losgehen, denn wenn jemand, die interessiert genug ist, um politische Blogs zu lesen, sich nicht traut, dort auch zu kommentieren, dann läuft irgendwas gewaltig schief. Nicht bei Dir, sondern bei den Blogs. Denn die sollten ja eigentlich gerade interessierte Leser - auch wenn diese nicht knietief in der politischen Materie waten - dazu ermuntern, zu kommentieren, ohne Schwellen- und ich-könnte-ja-irgendwas-Falsches-sagen-Ängste.

      Um mal bei meinem Blog zu bleiben: Was genau an diesem Blog war es, was Dich vor dem Kommentieren zurückschrecken ließ? Für eine ehrliche Antwort wäre ich Dir dankbar, denn offenbar gibt‘s da für mich, wenn auch ‚nachträglich‘, einiges zu reflektieren bezüglich der Art, wie meine Blogbeiträge rüberkamen.

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    2. Hallo, Mrs Mop
      mit "als solche" meinte ich eher: als eine, die nicht so sehr politisch denkt - und nicht so viel Durchblick, Hintergrundwissen etc hat. Da habe ich schon manches Mal einen Kommentar eingetippt und noch vor dem versenden lieber wieder gelöscht, aus dem diffusen Gefühl heraus, zu unwissend zu sein, zu dumm rüberzukommen, nur Dinge zu sagen zu haben, die Leute, die hier schreiben (hier im Sinne von "solchen" Blogs ;-)) wahrscheinlich nur mit Augenrollen bedenken würden. Oder manchmal auch mit dem Gedanken "und wenn jetzt Jemand nachfragt? Ich kann meine Meinung doch gar nicht mit genug Fakten unterlegen" Solche Dinge.
      Leider kann ich Dir nun nicht den einen, speziellen Punkt nennen - manchmal habe ich das Gefühl gehabt "ja, aber GANZ SO SCHLIMM" ist es ja nun auch alles nicht, aber selbst jetzt, wo ich konkret nach meiner Meinung gefragt wurde, habe ich, wenn ich sowas schreibe auch gleich das Gefühl, vielleicht ja doch einfach fürchterlich naiv zu sein und mit meinem (auf jeden Fall starken) Wunsch nach ein wenig mehr heiler Welt (und Beispiele dafür bzw für das Bemühen um eine bessere Welt gibt es ja AUCH) nicht so ganz "hierher zu gehören"
      Besser kann ich's jetzt nicht beschreiben. Aber ich glauibe, es trifft das ganze schon einigermaßen

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    3. Guten Abend,

      ich kann fjonkas Kommentar nachvollziehen. Mir geht es ähnlich. Ich lese sehr gern auf verschiedenen Blogs, kommentiere aber nur auf den wenigsten. Das hat mit manchen Kommentatoren zu tun, die beleidigend und arrogant reagieren und ständig beweisen müssen wie belesen und schlau sie doch sind.
      Bei manchen Diskussionen habe ich sogar das Gefühl, es wird bewusst hochtrabend diskutiert, weil die Stammkommentatoren unter sich bleiben wollen.

      Aber meist reicht es mir auch, zu lesen und zu lernen. Ich brauche diese Blogs um nicht gänzlich zu verblöden und sammle auch Argumentationsstoff für meine direkten menschlichen Kontakte. Hier habe ich, dank eurer Blogs, schon einige Unwissende zum Nachdenken und Aufwachen gebracht.

      Einen Zusammenschluss mehrerer Blogger fände ich gut. Mein Vorschlag wäre, wenn ihr eine Onlinezeitung als Gegenpol zu den vielen Mainstreammedien aufziehen würdet. Ich hoffe, mein Vorschlag klingt jetzt nicht all zu naiv.

      Liebe Grüße Ruby

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    4. @Ruby und @Fjonka

      Danke für Eure Offenheit. Das gibt mir jetzt schon einiges zu denken, denn wenn ich Euch richtig verstehe, wisst Ihr politische Blogs zwar wertzuschätzen, weil sie einen hohen Informationswert haben, habt aber das ungute Gefühl, dass Ihr es lieber vermeidet zu kommentieren oder Fragen zu stellen, um nicht möglicherweise bloßgestellt zu werden, weil Eure Kommentare als nicht belesen genug rüberkommen könnten, oder als nicht genug „politisch gebildet“, und Ihr darum befürchtet, euch evtl. zu blamieren und lieber schweigt?

      Wenn das so ist, empfinde ich es als katastrophales Armutszeugnis von politischen Blogs (auch meinem). Denn die haben ja nicht nur den Anspruch, politische Inhalte und Infos rüberzubringen, sondern auch die Kommunikation darüber anzustoßen, auch und gerade bei Menschen, die die „politische Weisheit“ nicht mit Löffeln gefressen haben, aber trotzdem interessiert sind.

      Mit anderen Worten, diese Blogs sind unterm informativen Aspekt wertvoll, kommen aber unterm kommunikativen Aspekt eher abgehoben, ja elitär rüber. Und haben damit über mindestens über die halbe Strecke ihren Anspruch verfehlt. Danke, Fjonka und Ruby, ich weiß Euer ehrliches Feedback sehr zu schätzen, und es gibt mir einen Haufen Stoff zum Nachdenken, wenn ich jetzt in Klausur gehe.

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    5. "Mit anderen Worten, diese Blogs sind unterm informativen Aspekt wertvoll, kommen aber unterm kommunikativen Aspekt eher abgehoben, ja elitär rüber" Ja, das trifft's ganz gut. Andererseits muß ich mir auch ans eigene Näschen fassen - wer sowas nie äußert, der muß sich auch nicht wundern, wenn das nicht wahrgenommen wird. Sehe ich ja jetzt deutlich - insofern kann ich den Dank zurückgeben :-) Und ich freue mich, hier nun kommentiert zu haben!
      Übrigens möchte ich Ruby auch noch in diesem Satz unterstützen: "Das hat mit manchen Kommentatoren zu tun, die beleidigend und arrogant reagieren und ständig beweisen müssen wie belesen und schlau sie doch sind" Ich habe nämlich auch in den letzten Tagen ein wenig nachgedacht und ein paar Beiträge in diversen Blogs nach-gelesen, bei denen ich mich noch ans löschen meiner schon getippten Kommentare erinnern kann. Und es waren wirklich eher die agressiven Kommentatoren, die mich dazu veranlaßt haben als die Blog-Beiträge selbst.

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    6. Guten Tag Mrs. Mop,

      Nur um dir mal zu verdeutlichen, was fjonka und ich meinen, findest du bei "Aufzeichnungen eines Gutmenschen" ein praktisches Beispiel, wie man fertig gemacht wird, wenn man für manche nicht schlau genug ist. Die vermeintlich Linken wollen wohl doch unter sich sein. Zu mindestens machen sie sich keine Gedanken darüber, wie man die Mehrheit des Volkes für ihre Sache gewinnen kann.

      Liebe Grüße und viel Kraft für das neue Jahr Ruby

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    7. Danke für den Hinweis. Mir schlackern die Ohren ;)

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  15. Recht zutreffende Zustansbeschreibung - aber leider auch nicht mehr.

    Was (mir) fehlt, ist die Analyse warum es so ist wie es ist, und - noch ungleich wichtiger - ein gangbarer Weg, eine Lösung des Problems. Oder ist es gar kein Problem?...

    Der Souverän

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  16. Liebe Mrs. Mop, ich habe Ihr Blog gerade gefunden, nachdem Sie es eigentlich geschlossen hatten, darum mische ich mich jetzt auch zum aktuellen Thema gar nicht ein.j
    Andere Frage: wollen Sie nicht einen flattr-Button einrichten oder einen Spendenlink oder sowas? Ich habe mich in den letzten Tagen durch Ihr Blog gelesen - wenn's ein Buch wäre, ich hätte es gekauft. Sicherlich schreiben Sie auch für Ihre Seelenhygiene, und nicht um Ihre Leser glücklich zu machen. Aber ich finde es ungerecht, wenn ich von den Ergebnisse Ihrer jahrelangen Autorentätigkeit (sozusagen) profitiere, ohne dass Sie irgendetwas davon haben. Darum mein Vorschlag.
    Ansonsten alles Gute!

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    1. Liebe Ruth Fox, als ich Ihr Spendenangebot gelesen habe, bin ich erst mal vor lauter Dankbarkeit und Gemütswallung komplett aus meinen roten Schlappen gekippt (bin zwar ein Rabauke, aber wenn der richtige Knopf gedrückt wird, werde ich zum Rührei). Vielen Dank für Ihre Großzügigkeit! Ihr Angebot ist verlockend, schon allein weil mein Computer (Oldtimer) bei immer mehr neueren Anwendungen nicht mehr mitspielt (d.h. mich z.B. auch bei Recherchen ernsthaft zu behindern beginnt) und ein Neukauf derzeit finanziell nicht drin ist.

      Andererseits, in meiner jetzigen Situation - Blog beendet - gibt es für mich so vieles zu überdenken und mich neu zu orientieren (nicht zuletzt wegen der vielen Kommentare hier) und mit mir selber, samt meiner Entscheidung, zu Potte zu kommen, dass fehlendes Geld erst mal nur ein Hintergrundproblem darstellt und nicht wirklich das ist, was mich umtreibt.

      Dennoch weiß ich Ihre großzügige, falsch: großherzige Haltung sehr zu schätzen. Wenn Ihnen mein Blog etwas taugt, lesen Sie es bitte, wenn Sie es als eine Art Buch lesen: umso befriedigender für mich. Nehmen Sie es bitte als Geschenk und haben Sie Freude daran. Sie haben mir mit Ihren Zeilen eine große Freude gemacht.

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    2. Liebe Mrs. Mop,

      nachdem ich endlich der internetlosen Vorhölle der Verwandtschaft entkommen bin, melde ich mich noch mal im "alten" Jahr.
      Die Großherzigkeit ist ganz auf Ihrer Seite, Sie stellen Herzblut, Zeit, Wissen und Können der Allgemeinheit zur Verfügung, einfach so! Das ist ein Geschenk, das ich sehr schätze - danke!-, wofür ich mich aber auch wirklich gerne revanchieren würde. Einfach, weil es fair ist!
      Vielleicht entscheiden Sie sich ja doch noch für einen Flatter button oder legen eine Amazon-Geschenkliste an oder sowas.

      Und jetzt guten Rutsch, hoch die Tassen etc.! :-)

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  17. So langsam haut's dem Faß den Boden raus. Eben musste ich beim Flug über die Kommentare tatsächlich einfach laut in den Raum lachen.

    Mir stellt sich die Situation so dar: Mrs. Mop erhält seit Jahren immer wieder Beifall für ihre brillianten Artikel. Nicht alle werden kommentiert, aber gut.
    Jeder weiß, dass sie Kritik nicht nur punktgenau abwerfen kann, sondern ausnahmslos alle bewundern offen, mit welch lockerer, zum Lesen einladender Feder sie das hinbekommt. Gut, wie viel Arbeit genau in einem Artikel steckt, das wissen wir nicht, aber wir mutmaßen, dass da jemand überdurchschnittlich begabt ist.
    Sie bekommt aktuell technische Unterstützung angeboten - ich wollte sie vor zweieinhalb Jahren dazu bewegen, dieses verschissene google zu verlassen und hätte gerne die nötigen Export- und Importarbeiten für sie übernommen - ach ja, und jetzt gibt es noch ein Angebot geflattert zu werden obendrauf.
    Sie wird, wie sich im Verlauf herausstellt, von Menschen gelesen, die von sich sagen, sie wären eigentlich nicht so sehr politisch interessiert - Womöglich ein Traum vieler anderer.
    Unter ihrem Dach - und das hätte man - genauer: sie selbst - schon früher bemerken können - schrieben immer mal wieder Leute, die sich an anderen Orten spinnefeind waren.
    Hier hingegen war fast immer Ruhe im Bau. Es gab auch keine Spamattacken, mit denen jemand versuchte Potenzmittel anzubieten, faschistoide Grütze anzubringen oder sonstwie dem Blog zu schaden. Glück gehabt.

    @Mrs. Mop: Ja, geht's noch? Du hast alles richtig gemacht und ziehst dich jetzt mit so einer bescheuerten Begründung von wegen kalter Zucchini zurück? Dabei kann ich mich in keinster Weise daran erinnern, in den letzten drei Jahren von einem Versuch deinerseits Kenntnis erlangt zu haben, dass Du dir eine stärkere Vernetzung wünschen würdest. Da war "vorneherum" nichts, nada, niente oder rien, wie auch der Chinese sagen würde, falls er französisch spräche.

    Nö, da bekommt man als Kommentator eher von dir noch ein Brett vor den Kopf geknallt, wenn man Vorschläge macht. Und was ist mit dem bei flatter stehenden Thread zu deinem Abgang, in dem Du u.a. von ninjaturkey - einem wirklich immer und überall saunett und kompetent auftretendem Kommentator gegrüßt wirst? Den hast Du wahrscheinlich noch nicht einmal wahrgenommen.

    Ich krieg gerade echt zuviel und glaube, dass irgendwer hier ein Wahrnehmungsproblem hat.

    Was w i l l s t Du, verehrte Mrs. Mop?

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    1. Mal halblang, @Rainer.

      „Dabei kann ich mich in keinster Weise daran erinnern, in den letzten drei Jahren von einem Versuch deinerseits Kenntnis erlangt zu haben, dass Du dir eine stärkere Vernetzung wünschen würdest. Da war "vorneherum" nichts, nada, niente oder rien.“

      Ich hingegen kann mich an einen Versuch erinnern, wo ich, gemeinsam mit Dir als engagiertem Kommentator, einen vollen Tag lang, bei Feynsinn, rauf und runter von Spanien berichtete, an dem Tag, als dort die Erde zu beben begann. Wir beide hatten uns im Team gegenseitig befeuert, uns die Neuigkeiten zugespielt, gemeinsam übersetzt, viel Spass gehabt. Wenn aus einem solchen spannungsreichen, auch anstrengenden, für mich ergiebigen Tag, verbracht auf einem fremden Blog, nicht der Versuch bzw. der Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung spricht, dann weiß ich auch nicht.

      Ist schon lange her - ist es deshalb verjährt? Hat vielleicht nur wenige Leute interessiert - war es deshalb uninteressant, war es deshalb ohne Relevanz, hast Du es deshalb vergessen?

      Bin grad unterm Tisch. Auf der Suche nach meiner Kinnlade.

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    2. Nein, ich habe das keineswegs vergessen. Meine Wahrnehmung ist jedoch scheinbar eine andere. Ja, ich hatte in dieser Zeit viel Spaß mit dir, was wohl unmittelbar daran lag, dass ich einige Monate zuvor noch mit einem Bein in Spanien gelebt hatte und denen schon 2006 gesagt hatte, dass es so nicht einfach weitergehen könnte.
      Lange nach "unserer 15M-Sammelaktion" bzw. bis zuletzt habe ich immer wieder bei flatter (ähnlich, aber natürlich langweiliger als Du es machst) Meldungen aus anderen Teilen der Welt - sowohl negative als auch positive einzustreuen. Manchmal gab es ja einen oder zwei Zusprüche aber erwartet hatte ich diese eigentlich nicht, obwohl etwas zu übersetzen auch Arbeit ist, wie Du ja weisst.
      Hey, jeden Tag passiert irgendwo etwas spannendes und nicht alles muß "gehyped" werden. Was soll's.

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    3. Was zum Teufel hätten die damaligen Kommentatoren bei feynsinn deiner Meinung nach auch sagen/schreiben/tun sollen? Vielleicht "Boah, tolles Video, ich verstehe aber den Text nicht" schreiben oder "Wahnsinn, wie komme ich jetzt bloß schnellstmöglich nach Madrid" ins Blog tackern?

      Erwartest Du echt, wenn Du mit dem Finger irgendwo hinzeigst, dass andere zeitgleich auch dort hinschauen?

      Ich bin hier in die emotionsverhüllende Lahmarschigkeit genauso hineinsozialisiert worden, wie die meisten anderen auch. Unter Spaniern, die mir wegen ihrer anderen Mentalität gut gefallen, habe ich aber auch eines gelernt: Wenn dort mal kurz die Suppe hochkocht, dann bedeutet das überhaupt gar nichts, außer, dass ein Thema 2 Tage auf twitter zum trending topic wird.
      Was hat sich denn konkret dort ergeben? Im wesentlichen sind es die PAH und "Partido X". Die PAH hat Erfolge vorzuweisen, von der Partei weiß man noch nicht viel.
      Btw.: Trotzdem schaue ich nach wie vor gerne in viele span. Anarcho-Blogs, die bereits lange vor 15M Texte anboten.

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    4. @Rainer, das ist völlig an dem vorbei, worum es gerade zwischen uns ging. Es ging keine Spur um den tatsächlichen Wirkungsgrad, den unsere damalige konzertierte Aktion hatte. Es ging um was anderes, nämlich darum:

      Du hattest in Deinem ersten Kommentar die volle Keule ausgepackt:

      „Dabei kann ich mich in keinster Weise daran erinnern, in den letzten drei Jahren von einem Versuch deinerseits Kenntnis erlangt zu haben, dass Du dir eine stärkere Vernetzung wünschen würdest. Da war "vorneherum" nichts, nada, niente oder rien.“

      Darauf habe ich geantwortet:

      „Wenn aus einem solchen spannungsreichen, auch anstrengenden, für mich ergiebigen Tag, verbracht auf einem fremden Blog, nicht der Versuch bzw. der Wunsch nach einer stärkeren Vernetzung spricht, dann weiß ich auch nicht.“

      Darauf hast Du geantwortet:

      „Meine Wahrnehmung ist jedoch scheinbar eine andere.“

      Deine Wahrnehmung wovon? Von dem, was ich als konkreten Versuch bzw. Ausdruck des Wunsches nach einer stärkeren Vernetzung bezeichnet habe? Du nimmst diesen Versuch nicht als Vernetzungsinteresse wahr? Als was dann? Als gemeinsamen Spass? Sonst nichts? Das mag aus Deiner Sicht so sein. Ich würde es aber begrüßen, wenn Du zumindest wahrnehmen würdest, dass ich jenen Versuch anders wahrgenommen habe. Nämlich als Interesse an bzw. Ausdruck des Wunsches nach Vernetzung.

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    5. Nicht falsch verstehen: Das ganze Thema der politischen Unzufriedenheit hat für mich nicht den Status von Spass. Jetzt mach dich bitte nicht an einem Wort fest.
      Damals bei feynsinn war halt nix mit mitmachen. Sollen wir jetzt ernsthaft auseinanderdividieren, wer hier dann noch aufgeschlagen war? @Amike war "dabei", @Marc, wenn ich recht entsinne, ein Blogger mit einem Spanischkurs-Blog auf den wir jedoch überhaupt nicht eingegangen waren...Wie viele sind denn genug?
      Klar, niemandem ist aufgefallen, dass wir hier die meisten Artikel zum Thema 15M in deutscher Sprache hatten, aber was soll's letztendlich. Mich interessiert das nicht, versuche ich doch täglich den Leuten draußen zu erzählen, dass es ganz nett wäre und in der Zukunft möglicherweise sogar unverzichtbar sein wird, wenn "wir" mal etwas zusammen machen würden.

      Nö, ich glaube beinahe, dass deine Unzufriedenheit anderen Ursprungs sein muß. Wenn ich mal von der Leber weg rumnöle, dann nennst Du es "pastoral" und versuchst, es mir verbal wieder zurück in den Hals zu stopfen.

      Lass es jetzt mal gut sein, schließlich haben dir die Leute hier und ich ebenso genug positive Dinge geschrieben, über die Du dir Gedanken machen kannst.

      Mach einfach 'ne Pause und komm gefälligst wieder! Basta ya!

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  18. Du weichst aus. Ich habe nichts weiter getan als auf den von Dir (von Dir, ok? Nochmal: von DIR) erhobenen Vorwurf in Deinem ersten Kommentar Stellung zu beziehen. Es ging um mein angeblich völlig defizitäres Vernetzungsinteresse. Sonst um nichts. Nicht um ausbleibende Reaktionen auf unsere Aktion bei Feynsinn, nicht um schwachen Wirkungsgrad, nicht um einzelne Kommentatoren, nicht um das Scheitern oder den Erfolg von 15-M in Spanien. Es ging einzig und allein um den von Dir erhobenen Vorwurf. Zu diesem habe ich Stellung genommen. Ich halte Dich für zu intelligent, um nicht genau zu checken, wie meine Stellungnahme gemeint habe. Ich habe es nun auch ein paar Mal mehr als deutlich gesagt. Lassen wir es dabei.

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  19. @tikerscherk, @pantoufle, @Marc, @Ruth Fox (hoffentlich hab Euch alle beieinander):

    Bin gerade mit weihnachtlichem Thekengeschubse beschäftigt und flitze zwischendurch zu dem ollen Rumpelcomputer der Lokalität, pfff, alle gucken schon komisch, morgen habe ich mehr Ruhe. Danke Euch allen.

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  20. Warum es für die Revolution noch viel zu früh ist und warum Blogs wie der von der fabulösen Mrs. Mop durch diese schweren Zeiten hilft, obwohl Mrs. Mop eigentlich was ganz anderes will und gar nicht weiss warum sie so wertvoll ist.

    Es gibt da diesen Spruch, "Eine Generation erntet das Brot, eine die Not und eine den Tod". Dann gibt es noch die sog. Theorie vom Kondratjew-Zyklus bzw. dem berüchtigten Kondratjew-Winter. Und wenn man sich dann noch die zeitlichen Abstände zwischen den kapitalistischen Krisen anschaut, dann wird klar: Da ist was dran an der These vom langen Zyklus, der etwa 70 oder 80 Jahre für eine vollendete Sinus-Schwingung braucht. 2013 minus 80 ist gleich, na?, richtig, 1933! Da war Machtübernahme von Hitler, falls die Jüngeren im Geschichts-Unterricht nicht aufgepasst haben.

    Es ist also noch viel zu früh für eine mop'sche Revolutionsvorbereitung mittels Vernetzung und so. Das richtig Üble, der Kondratjew-Winter, kommt jetzt erst. Revolution also erst in den kommenden 20er Jahren frühestens möglich. Es nutzt also gar nichts, wenn Mrs. Mop wütend auf all die krassen Sachen aufmerksam macht, die um uns herum passieren. Oder sich über die Schafe aufzuregen, die aus lauter Angst davor, das Bisschen was sie noch haben verlieren zu können, alles mit sich machen lassen.

    Wir müssen da irgendwie durch, durch diesen kommenden langen Winter. Da hilft es sehr unter all den Schafen hin und wieder echte Menschen zu erspähen, die echte Gefühle und echte Gedanken äussern, so wie die einmalige Mrs. Mop.

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    1. Wie schade, dass Du es vorziehst, anonym zu bleiben. Dennoch: Von Herzen Dank für Deine klugen, warmen Worte; aber auch für Deine fast seherische, eindringliche Warnung. Ja, ich denke auch, es wird demnächst sehr kalt und sehr hart werden. Wesentlich kälter und härter als heute. Komm gut durch.

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  21. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  22. @ Mrs. Mop: Ein Grund, warum hier relativ wenige kommentiert haben, dürfte das Captcha sein, das jeder eingeben muss, der hier kommentieren will. Das Ding ist bei Google wirklich widerlich unleserlich und stresst einfach nur.
    Google hat einige Vorteile (wer ein vernünftiges Passwort hat, hat kein Problem mit Hackern, der Spamfilter funktioniert ausgezeichnet und das Dashboard ist im Vergleich zu Wordpress intuitiv und übersichtlich), nur das Kommentarsystem ist eine Katastrophe, vor allem weil es die Wordpress-User praktisch ausschließt, aber ein unleserliches Captcha hat.
    Solltest du irgendwann weitermachen (und ich zünde dafür ein Räucherstäbchen an und tanze um einen Schrein aus Lehm), dann kick das weg. Du brauchst es nicht, der Spamfilter bei Google funktioniert prima.

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    1. Ich hab jetzt das blöde Captcha ausgeknipst. Meine Entschuldigung an alle, die sich je von dem Dusselteil schikaniert oder am Kommentieren behindert fühlten.

      Als ich mit dem Bloggen angefangen hatte, riet mir eine andere Bloggerin (rebhuhn), das Kommentarsystem entweder auf Moderation oder auf Captcha zu schalten (damals nutzte ich beides, aus Gründen, na ja, einfach aus Unerfahrenheit und überzogenem Sicherheitsdenken). Ich entschied mich dann erst für Moderation, später irgendwann für Captcha, weil ich fand, dass eine zwischengeschaltete Moderation die Kommunikation von Kommentatoren untereinander eher lähmt und alles so umständlich macht. Du, Kiezneurotiker, gehst ja auf den Moderationsmodus, oder? Und fährst damit gut?

      Also, jedenfalls, jetzt ist erst mal freie(re) Bahn hier.

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    2. Nee, bei mir ist völlig frei, ich zensiere gar nix, ich moderiere nicht, nur Strafbares lösche ich weg. Ich kriege das schnell mit, weil mir Kommentare aufs Smartphone geschickt werden.

      Musste aber erst einmal jemanden löschen, der eine Bevölkerungsgruppe (Frauen) massiv diffamiert hat. Da hört es auf. Das war einfach nur ekelhaft und das will ich nicht haben. Sonst bei mir freie Fahrt und ich fahre gut damit.

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  23. Zum Thema Masse statt Klasse (Kommentarflut) fand ich eine passende Karrikatur. Leider kann ich den Link nicht kürzen, da ich an einem fremden PC sitze.

    https://de-de.facebook.com/photo.php?fbid=533975609993438&set=a.453801494677517.102560.398427736881560&type=1&theater

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  24. Guten Morgen, uff, viele neue (und alte) Kommentare, danke dafür, bin grad erst mit einem Auge wach und die Etage drüber ist auch noch nicht richtig eingeknipst. Ich bitte um etwas Geduld.

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  25. Liebe Kommentatoren,

    ich komme mit dem Beantworten nur langsam nach. Das liegt daran, dass Eure ausführlichen, teils sehr gehaltvollen Beiträge so vieles in mir auslösen und zum Schwingen bringen, ich lese, lese nochmal und nochmal, hänge den Gedanken nach, die ausgelöst werden, gucke dabei manchmal fast stundenlang Löcher in die Luft und lasse das alles kreisen und sich setzen, denke, der nächste Kaffee bringt dich bestimmt in die Gänge, aber während des Kaffeekochens werden schon wieder neue Gedanken aufgewirbelt und vermischen sich mit den alten - was ich sagen möchte: meine Funktionen laufen im Moment ziemlich verlangsamt und ich brauche für angemessenes Reagieren länger, als ich das sonst von mir kenne. Aber ich bleibe am Ball. Ich danke Euch.

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  26. nur um meinen comment oben (deine Begründung irritiert mich trotzdem leicht) zu beenden:

    ich hab wie gesagt vllt nicht den Durchblick über die Bloglandschaft wie andere hier - aber ob es "fair" ist, die Vernetzung griechischer oder spanischer mit .de-Blogs zu vergleichen... während es in D noch relativ ruhig ist, ist die Situation dort nun mal generell eine ganz andere - daß das auch auf die Blog-Welt abfärbt, MMN nur logisch...

    @Vernetztheit - da seh ich auch Schattenseiten.
    wenn's um Zusammenarbeit bei best. Zielen geht - wie z.B. diesem von R@iner beschriebenen "15M-Ding", (das ich nicht mitgekriegt hab) - kein Einwand, und MMN richtig & wichtig...

    aber Vernetztheit nur der Vernetztheit wegen...
    einmal entstehn dann naturgemäß leicht die "inner circles", die Bersarin hier beschreibt - und die eben auch Negatives haben...
    kommt z.B. ein Neuer & überwirft sich mit einem Mitglied des "Netzwerks"/Kollektiv/wasauchimmer, ist der auch schnell bei seinen "Brüders" unten durch (jeder weiß wohl, wie schnell im Netz - gerade unter "real" Unbekannten - Mißverständnisse entstehn & Mäuse zu Elefanten werden)...
    gerade beim Bloggen läßt sich Privat & "professionelles" kaum trennen - so entstehn dann leicht Loyalitätskonflikte etc; die Neutralität geht flöten... die zu einem gewissen Grad aber auch für "bewußt nicht-neutrale" Blogs wichtig ist.

    jeder kennt wohl Blogs, in denen sich "Blocks aus Getreuen" gebildet haben, die Kritiker vorauseilend gehorsam wegbeißen... ich seh halt die Gefahr, daß sich ein Netzwerk in dieselbe Richtung (dann noch potenziert) bewegen könnte.

    "getrennt marscheieren, vereint schlagen" wär da MMN die deutlich bessere Alternative.

    Was den Schwanzvergleich/ "wer hat die dichsten Zucchinis angeht" - mag sein;, aber dazu kann ich nichts sagen, dafür bin ich zuwenig Insider... (zwar "Besitzer" einer WP-Site, betrachte mich weniger als Blogger)

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  27. Garfiel: "jeder kennt wohl Blogs, in denen sich "Blocks aus Getreuen" gebildet haben, die Kritiker vorauseilend gehorsam wegbeißen... ich seh halt die Gefahr, daß sich ein Netzwerk in dieselbe Richtung (dann noch potenziert) bewegen könnte."

    Jetzt werde ich mal mit einem exemplarischen Beispiel konkret:

    "Als bei XXX.....die Kommentare im Februar 2011 in den Keller rutschen, hat er sich nach meiner Einschätzung in seiner Verzweifelung dem Boulevardthema "Durch und durch unpolitisch" gewidmet. Anlass war der Tod von Peter Alexander, dessen Wirken er unter Vergleichen mit Cindy aus Marzahn und Ingo Appelt als unpolitisch beschrieb.

    Mein Kommentar, dass dieses Resume falsch ist, weil Alexander als Teil der Filmindustrie und des deutschen Kulturbetriebes durchaus eine gesellschaftspolitisch prägende Funktion hatte, indem er die Massen entpolitisierte, wurde nie veröffentlicht. Ich schrieb ferner, dass ich "Bunte" oder "Bild der Frau" lesen würde, wenn ich etwas über Figuren wie Peter A. erfahren möchte und dass ich diesen Text für eine Anbiederung an den Mainstream halte.

    Meine Frage nach dem Grund der Zensur wurde nicht beantwortet. Von einem sich für einen begnadeten, sensiblen und brillanten Rhetoriker und toleranten linksliberalen Schwerdenker haltenden ("Premium"-) Blogger habe ich etwas anderes erwartet."

    Wer sich so kritikunfähig und restriktiv verhält um nur noch das Bad im Pool seiner Klaqeure zu genießen, scheint ein ernsthaftes Egoproblem zu haben. Solche "Linke" waren mir schon immer suspekt.



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    1. Hey altautonomer
      Ich dachte, Ihr vertragt Euch wieder...?

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    2. daß auch ich schon meine "Konflikte" mit flatter hatte, ist ja kein Geheimnis...
      hier meinte ich aber nicht "konkret" den Feynsinn-Blog - ich glaub sogar solche "Blocks" findet man bei so gut wie allen Blogs (mit Threads des oben beschriebenen Typs "Stammtisch"/ Stammpubikum), vom Spiegelfechter bis XY, mal mehr o. weniger ausgeprägt.

      Vllt ist so ne Entwicklung sogar einfach nur "normal"... unter allen Menschen gibt es solche, die lieber selbst führen (ganz unabhängig wie befähigt), oder geführt werden wollen (auch unter Linken)... und Letztere dienen sich dann gern dem jew. "Führer" an.

      Deshalb meine Skepsis. "Getrennt marschieren..." war vllt schlecht ausgedrückt, Zusammenarbeit hat meistens Vorteile... aber daß jeder unabhängig ist & sein "ganz eigenes Ding" machen kann, ebenso.

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    3. "Vllt ist so ne Entwicklung sogar einfach nur "normal"... unter allen Menschen gibt es solche, die lieber selbst führen (ganz unabhängig wie befähigt), oder geführt werden wollen (auch unter Linken)... und Letztere dienen sich dann gern dem jew. "Führer" an."

      *mrrmmpfhhschluck* das war jetzt ein Satz, bei dem mein Frühstücksbrötchen irgendwo unterwegs ganz heimtückisch steckenblieb ... darauf unbedingt einen extrastarken Kaffee ;)

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    4. Dann wünsche ich dir daß es trotzdem gut runterging... evtl mit Kaffe nachspülen (auf daß der nit auch noch hochkommt ;) )

      vllt hast du mich mißverstanden hast oder nicht so ernst gemeint war (wg dem smiliey ... "Führer" war natürlich extra in Anführung) ...

      aber echt gesagt : -leider- ist das halt so.
      eben ne "normale" menschliche Schwäche... vor der meiner Erfahrung nach aber (bzw natürlich) auch so einige Linke nicht gefeit sind.

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    5. Würde Dir in der Sache gar nicht widersprechen, wobei die von Dir mehrfach gesetzten Anführungszeichen bei „normal“ mir schon wieder grätengleich im Schlund hängen (mehr als die beim „Führer“). Weil, für mich ist normal (ohne Anführungszeichen), hierarchischen Systemen bzw. hierarchisch tickenden Menschen mit größtem Misstrauen zu begegnen.

      Vielleicht kannst Du bei Gelegenheit den Unterschied zwischen normal und „normal“ erklären?

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    6. "normal", weil es zumindest nicht normal sein sollte.
      kein erstrebenswerter Normalzustand halt... aber normal (ob mit oder ohne "" ) ist mittlerweile eh vieles.

      ganz normal, daß "Frieden" v.A. mit "Interventionen" (kriegerische Handlungen gibt's ja nicht mehr) hergestellt wird, Rüstungsexporte schon allein wg Arbeitsplätzen ein Muß sind, Jugendliche i-welchen Datenkraken ganz bedenkenlos intimste Details überlassen, ...
      ...aber ich brech jetzt mal ab, sonst sitz ich auch nächste Weihnachten noch hier.

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  28. So, ich habe mir hier einen Browser gebastelt, der alle Löcher offen hat und hoffe, dass blogspot so das Kommentieren ermöglicht. Wenn du keine Kommentare willst, ist blogspot erste Adresse, ich habe das auch schon dem Kiezneurotiker geschrieben. Hürden ohne Ende und dann noch diese winzige Eingabemaske. Schade um eure Texte.

    Ich finde es zunächst einmal unschön, dass hier ein Abschied zu einer Art Abrechnung wird - nebst anderer Randerscheinungen.

    Ich sehe mich aber bewogen, zum angesprochenen Kommentarthread bei mir Stellung zu beziehen - der Grund, warum ich auch nicht nachvollziehen kann, was da ganz oben steht. Ich habe in den 8 Jahren Feynsinn genau 2 Leuten angeboten, einen Gastartikel zu schreiben, davon warst eine du, Mrs. Mop. Du hast das abgelehnt und stattdessen die Kommentare benutzt. Für mich war das O.K. aber ich bin sicher, ein Posting hätte sehr viel mehr Resonanz erzeugt. Darauf indirekt angesprochen, hast du mich nach meiner Wahrnehmung eher abgebürstet. Ich nahm das zum Anlass, nicht weiter auf die Sache einzugehen. Weiteren Kontakt, wie ich ihn mit vielen Bloggern sporadisch habe, gab es nicht. Vielleicht sind das alles Missverständnisse, aber die Lage ist m.E. nicht so arg wie du sie darstellst.

    However, I wish you all the best.

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    1. Freut mich, dass Du Dich hier blicken lässt.

      Was jenen Spanien-Kommentarthread auf Deinem Blog betrifft: Bitte entschuldige, wenn Dir mein Ton zu barsch vorkam, es lag wohl an der „Hitze des Gefechtes“, d.h. an diesem permanenten Einschlag von neuen Informationen aus der spanischen Bewegung, die gar nicht so schnell gerafft und verarbeitet werden konnten, wie sie hereinprasselten.

      Dein Angebot, einen Gastartikel bei Dir zu schreiben, hatte ich nicht abgelehnt - wir haben darüber ge-emailt -, sondern Dir geschrieben, dass ich mich zum Zeitpunkt Deines Angebotes noch nicht genug sattelfest in der spanischen Materie fühlte, um einen Gastartikel zu verfassen. Dass ich dann auf meinem eigenen Blog anfing, zum Thema zu schreiben, lag daran, dass das Thema mich binnen kürzester Zeit gepackt hatte und ich mich auf meinem eigenen Blog naturgemäß ungenierter äußere (auch ohne fest im Sattel zu sitzen) denn als Gastautorin auf einem fremden Blog, wo ich mir nicht so gern die Blöße des einfach-Drauflosschreibens geben würde. Stattdessen hat sich ein paar Tage nach unserem Emailaustausch plötzlich spontan die Gelegenheit ergeben, in Deinem Kommentarthread ungeniert draufloszuschreiben (logischerweise ohne den Anspruch, den ich an einen Gastartikel hätte), und so spontan wie sich das ergeben hat, so spontan zog es sich bis in den späten Abend hinein.

      Ich habe dieses Spontanding in Deinem Kommentarbereich absolut genossen und erinnere mich gut, wie ich zwischendurch dachte: Herrgott, wieso machst du das eigentlich nicht auf deinem eigenen Blog, wozu hast du denn ein eigenes Blog, wenn du dir die Finger zu einem dich packenden Thema auf einem fremden Blog wundschreibst? Und ebenso gut erinnere ich mich, wie ich irgendwann dachte: Ist doch scheißegal, auf welchem Blog du das tust. Es ging mir um die Sache. Und je mehr mir klar wurde, dass es mir um die Sache ging, desto mehr hat mich an jenem Tag beflügelt, wie einfach das geht, über Bloggrenzen hinweg ein aktuelles Thema beim Schopf zu packen.

      Worum es mir - speziell in der Auseinandersetzung oben mit @R@iner - ging, und ich möchte es nochmal ausdrücklich betonen: Mein Einsatz auf Deinem Blog war Ausdruck der Lust an Vernetzung, bzw. Lust am Ausprobieren von Vernetzung.

      Worum es mir explizit nicht ging: Ob dieses Vernetzungsexperiment von Erfolg gekrönt war oder nicht (dazu müsste ‚Erfolg‘ erst mal definiert werden sowie die Frage, woran er sich bemisst), ob viele oder wenige Leute den Thread/das Experiment interessant fanden, ob das Ding danach im Sande verlaufen ist oder nicht usw. usw..

      Es ging, abschließend (in diesem Thread hier), um einen massiven, verabsolutierten Vorwurf an mich, erhoben von @Rainer, nämlich gänzlich fehlendes, durch nichts dokumentiertes Vernetzungsinteresse meinerseits. Gegenüber diesem Vorwurf habe ich Stellung bezogen. Ungeachtet meiner Stellungnahme blieb der Vorwurf im Raum stehen. Da steht er nun.

      Danke für Deine guten Wünsche.

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  29. Finde mich z. Zt. bestätigt. Woanders brennt die Hütte: Hamburger Innenstadt wegen schwerer Ausschreitungen komplett gesperrt, brennende Barrikaden, 7.000 Demonstarnten,25 Bullen verletz und woanders kultivieren sie ihren brainfuck im Brog. Eine Schande (das letzte meine ich).

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    1. Ich fühle mich auch bestätigt. Wie kannst Du nur so schrecklich eindimensional sein und annehmen, dass andere das nicht auch mitbekommen.

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    2. Vorschlag zur Güte: Scheiss doch einfach auf deine Animositäten und hau's dort ins Blog, wo Du die Hirnwichser verortest.

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    3. Scheint aber hier das größere öffentliche Interesse zu bestehen.

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  30. Pruuuust ...
    Ich brech zusammen vor Lachen! ... ausgerechnet "der Herr Karl", der, um bei dem von 'Mrs.Mop' skizierten Bild der hiesigen Schrebergartenkolonie zu bleiben, nichts anderes zu dieser Idylle beigetragen hat, als nachts heimlich vergiftete Köder über die Gartenzäunchen zu werfen, in der Absicht anderer Leute Katzen und Hunde zu vergiften, aus Rache und Neid, weil nicht ein einzig zaghaftes Grashälmchen unter der dick gestreuten Schicht ideologischem Round-Up's, auf seiner mit gehässigen Verleumdungen, widerlicher Hetze und verlogenen Tatsachenverdrehungen vollständig zugepflasterten Bigotterie-Parzelle, gedeihen kann, biedert sich hier als 'wohlwollender Gönner' ← [ ¡pruuust...!] → "eines neuen, wirklich [sic!] linken " Autorenkollektives, als Messias und Retter der linken Bloggerszene an, und demonstriert ganz nebenbei mal wieder sein natürliches Talent bewußt die Tatsachen zu verdrehen. ← Booooah Bandwurmsatz
    Thema erledigt, Karlchen geh Plakätchen kleben!

    @µnÐ3rÐ09
    Mal aus der Leserperspektive betrachtet ...
    ~~~
    Légère tes yeux brillent, je ne suis qu'un passager
    Je n'ai pas de nom, pas de prénom
    Anonyme, anonyme, nous sommes des fugitif ...

    ~~~
    Deinen ersten beiden Absätzen bin ich noch gewillt zu folgen, Deinen "Portal-Spinnereien" [no pun intended!] eher weniger, aber das ist Eure Angelegenheit und kegelt mal selber aus.
    Eine wie auch immer besetzte 'Redaktion' kann sich Jeder(!) heutzutage individuell täglich aufs Neue zusammenstellen, und das Schöne dabei ist, der Leser [Reader] kann nach Herzenslust die einzelnen "Autoren" 'heuern und feuern' ohne Jemanden dabei (erst einmal) direkt zu treffen. Im Klartext: Leser sind ein noch scheueres Reh als das berühmte Kapital ...

    Ob Mrs. Mop in einem/diesem'Autorenkollektiv' ihrem 'Gefühl der klaustrophobischer Enge' entkommen kann, hege ich (meine) Zweifel. 'Neues Rüstzeug' und ein beherzter Sprung über den einengenden Klein-Bloggersdorfer Gartenzaun (Ay Mrs. Mop, no te arrimes a los zarzales los zarzales tienen púas ...) wäre ihr auf jeden Fall zu empfehlen. Springen kann Mrs. Mop dann schon selber ... zu welchem Zeitpunkt und wohin - oder auch nicht - sollte man aber einzig ihr selber überlassen.
    Soviel Respekt und Solidarität sollte man bei all dieser Klein-Bloggersdorfer Kabale schon aufbringen. Don't get me wrong, nur mal 'ne Lesermeinung - also 'out of competition' - zwischendrin.

    @Mrs. Mop
    Sollte nur dem 'anfeuern' — Pardon! Eiszapfenschmelzen dienen ... ;~)

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    1. Ich glaub, das war typisch kiezneurotische Satire gewesen. Ich war schon drauf und dran, meinen Hund Blues ins Rennen zu schicken, der mopst sich gewaltig, weil er dauernd unterm Sofa liegt und pennt und gefragt hat, ob er sich nicht bewerben könnte als Rezeptionstöle, garantiert gutartig, weder scharf noch bissig, dafür imposant voluminös und von ausgesucht guten Manieren am Telefon. Waff.

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    2. @Mitzerl
      Ich bin doch die Herzensgüte und Sanftmütigkeit in Person
      Ich helfe gerne, wo Not am Manne ist...

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    3. @Mitzerl

      Also: Wenn Du so sehr von der Mithilfe des »Herr Karl« abrätst … wieso eigentlich: Jeder braucht einen Franz Josef Wagner, welches Schweinchen hättens denn gerne? Das mit den lustigen braunen Flecken auf der Schnauze - na sehnse!!
      Na, wenn wir den als Starautor nicht kriege, nehmen wir eben Dich! Was lehnste Dich so weit aus dem Fenster.

      Andenken kann man – rein theoretisch – immer. Ich für meinen Teil denke gerade. Und es wäre des Öfteren ganz schön, sich mal mit jemandem beim Schreiben auszutauschen... für mich jedenfalls. Daher die Idee – die ganz nebenbei vom Kiezneurotiker kam. Eine reine Kann-Vorschrift. Muss ja nicht.

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    4. @Spam
      Nein, Herzilein: Das bist Du eben nicht. Du bist ein niedriger, feiger faschistoider Kleinstbürger, der Frauen für dem Manne Untertan hält, die Evolution für eine Verschwörungstheorie und von Verleumdung statt Sauerstoff existiert.
      Als auffallendstes Merkmal ist und bleibt aber Deine Feigheit. Du erinnerst Dich? Als Dein Klarname und Adresse im Netz auftauchte, hast Du innerhalb von Stunden Deinen Stalkerblog als Beweismittelvernichtung geschlossen und Dich für ein paar Wochen unter dem Kopfkissen versteckt.
      Deine Existenz als geduldeter Straßenköter verdankst Du der Duldung anderer, was Du bedauerlicherweise für Demokratie hältst.

      Und nur zu Deiner Beruhigung: Ich habe eine dreckige, widerliche Sammlung all dessen, was Du im Laufe Deiner kriminellen Laufbahn an rechtsradikalen Parolen abgesondert hast. Inklusive Namen und Adresse. Du bist ein Fall für den Staatsanwalt, nicht für die Zivilisation.
      Schlaf schön, Fascho

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    5. @Pantoufle
      "Ich habe eine dreckige, widerliche Sammlung all dessen, was Du im Laufe Deiner kriminellen Laufbahn an rechtsradikalen Parolen abgesondert hast"

      Oh, da bin ich aber neugierig, ich als evangelisch-sozialdemokratisch Wählender.
      Dann mal her mit diesen "rechtsradikalen Parolen"!

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    6. @Karltoufelchen
      Und nur zu Deiner/Eurer Beruhigung:

      Könnt ihr euren toxischen Paraphernalienhandel nicht auf den eigenen Butiken betreiben, und zwar dort wo er auch hingehört:
      Unter die Ladentheke zu der anderen Bückware!

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    7. @Mitzerl
      Schon geschehen.
      Gruss aus dem Kolonialwarenkeller.

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  31. Hier:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/demo-fuer-rote-flora-in-hamburg-2000-polizisten-im-einsatz-a-940464.html

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  32. Angriff des "schwarzen Blocks" in Uniform!

    http://www.youtube.com/watch?v=Lu1kM3IEinU

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    1. Oh Mann, @altautonomer, in diesem Moment bedauere ich zum ersten Mal aus vollem Herzen, das Bloggen aufgehört zu haben. Danke für die Links.

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    2. Andy69 schreibt auf Spiegel-Online: "Dumme, fanatisierte Menschen, die Glauben, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, steigern sich so in einen Wahn, bis sie zu brutaler Gewalt gegen Menschen fähig sind. Die Nazis schüren Ängste vor Ausländern, die Linksidioten vorm Polizeistaat. Beides ist völlig überzogen und deshalb überzeugen sie die Mehrheit der Bevölkerung nicht."

      Sehe ich auch so.
      120 Polizisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

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    3. André aka "der Herr Karl"
      Halt die Klappe und verpiss dich in deinen Behördenkeller ...

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    4. Bist Du hier so ne Art Blockwart?

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    5. Sehr gutes und umfangreiches Infomaterial zu Hamburg hier:
      http://www.publikative.org/2013/12/21/eskalation-in-der-schanze/

      "Dass zudem eine genehmigte Demonstration von mehreren Tausend Menschen kurzerhand und mit fragwürdiger Begründung gestoppt und aufgelöst wird, während beispielsweise 2012 und 2008 alles in Bewegung gesetzt wurde, um Neonazis marschieren zu lassen, weil sonst die Demonstrationsfreiheit in Gefahr sei, ist wirklich ein besorgniserregender Umgang mit Grundrechten. Man muss die Forderungen der Demonstranten nicht teilen, man muss das martialische Auftreten von Schwarzen Blöcken und Bengalos kein bisschen mögen – aber ein Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit gibt es dennoch."

      Das war Willkür eines "faschismuskompatiblen Polizeiapparates" (Zit. Jutta Ditfurth) und die Rache für den Angriff auf die Davidswache am Abend dav or.

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    6. Will mal zur Aufklärung beitragen:Ein Kommentar von NTV,(lnksextremistischer Umtriebe unverdächtig):
      http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Was-alles-nicht-gesagt-wird-article11969856.html

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    7. Hier eine Stellungnahme aus dem (Blockupy-geschädigten) Frankfurt.

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    8. Ausgerechnet ntv. Wer hätte das gedacht!

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  33. DANN HOFFEN WIR MAL, DASS DIES DER LETZTE BEITRAG WAR

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    1. Manderl dich mal nicht so auf du kleiner Zwerg. Geh auf deine Nachtschicht und tue wofür du bezahlt wirst: Sortier die Klopapierrollen.

      Hier gehts weiter:
      Activists Protest Rote Flora Eviction, Endure Brutal Attacks from Armed Riot Cops

      500 activists were injured, 120 detained and 16 arrested in Hamburg when armed riot cops attacked 8,000 demonstrators, who, in solidarity with refugees, gathered to defend the Rote Flora, which is under threat of being evicted, after last week the “Esso” social houses were already evicted.

      Wem das alles zu langwierig ist zu lesen → Polizeiwagen-Ballet

      @altautonomer
      Gruß und gräm Dich nicht immer so ... ;~)

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    2. @Mitzerl
      "geh auf deine Nachtschicht"

      Falls Du mich meinst: Ich war das nicht
      Ich hätte nichts dagegen, wenn Mrs. Mop weiter macht.

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  34. Wär' ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein, wenn am Ende nicht doch noch ein ganz Mutiger seine Bierflasche gegen die Hauswand geschmissen hätte.

    Ich bedanke mich für die vielen anregenden Kommentare.

    Tschüss erst mal.

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  35. FAZ-R-M stellt Herrn Haupts frei, damit der die Zehnvorachterinnen sachte anschiebt - ist das etwa nichts?

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  36. Te echo de menos. :-))

    ... Si tú no te das cuenta de lo que vale
    El mundo es una tontería
    Si vas dejando que se escape
    Lo que más quería ...

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  37. Hier war einfach alles ein wenig anders. Und das war gut so.

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  38. Antworten
    1. Salsa unn Merengue, do kannscht der dei Fies verrenge. Die Jungs sind laid back, bis man rückwärts umfällt.

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  39. Abgesehen davon...In the street kann ich auch: Que te parece Zaz?

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  40. Eigentlich habe ich aber ein Baskengen.

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    1. ... wo ich ein paar Jahre die Weihnachten bei unbeschreiblich hervorragendem Essen verbracht hatte.

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  41. Aus der Abteilung Ratsch & Tratsch & Zukünftiges in Klein_Bloggersdorf

    Soeben gesichtet&berichtet:

    Mrs. Mop demnächst in AnarchoSchwarz & KommiRot?

    ... und wer ist dieser mysteriöse Besucher?
    ... ihr zukünftiger Spanienkorrespondent Señor R. @iner?

    p.s.
    Keine Sorgen mir gehts gut, ich bin (noch) stocknüchtern und entsorge lediglich einige uralt CSS-Doodles ...

    ... hasta mañana
    ;~)

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    1. Sakradi. Du schreckst doch vor nix zurück*. Mehr sag ich nicht. Hab Besseres zu tun. Muss das Video nochmal gucken. Und danach nochmal. Und dann mindestens noch einmal.

      *I love it :)

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    2. Ach ja: Hast Du den Chick Stick (ich lach mich halbtot darüber) schon der Chickersterk gechickt, äh, gechiquet, öh, geschickt? Solltest Du tun. Du weißt ja, Gemischtwarenladen...

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    3. Vergiss nicht, vor lauter Kugeln Deine Kommentare freizuschalten :)

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    4. ... meine, wollt ich sagen :)

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    5. Schon geschehen.
      Das muss ich mir noch mal anschauen :)

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    6. ... runterscrollen nicht vergessen!

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  42. Ich war hier schon immer Spanienkorrespondingsda!!!

    Ach, jetzt rutschen mir noch ein paar uralte iranische Verse rein, die Mohsen Namjoo - inzwischen im Exil lebender Regimekritiker - vertont hat: Totanji

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  43. @Mitzerl: Wenn Du wissen willst, wohin es mit dem Flamenco geht, dann hör dir mal was von Gerardo Nuñez an.
    Ich hatte mir die CDs letztendlich in Florida bestellt, weil ich sie hier nicht bekam.
    Ergo: Wenn Konzert in deiner Nähe -> Hingehen und 2 Stunden wegfliegen! Außerdem ist er saunett und nimmt auch mal Anhalter mit.
    Im "foro flamenco" schrieb mal einer in etwa: Ich war ... in Jerez de la Frontera bei einem flamenco-workshop von G.N.. Gelernt habe ich zwar nichts, aber ich hatte dann seine Nichte geheiratet.

    Was das alles miteinander zu tun hat? Keine Idee.

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  44. à propos Weihnachtsansprachen

    On December 25th 2013 Edward Snowden delivered an alternative Christmas message on the UK's channel 4 TV station.

    Alternative Christmas Message 2013

    Whistleblower Edward Snowden, who revealed the mass surveillance programmes organised by the US and other governments, gives this year's The Alternative Christmas Message.
    [ via channel4.com ]


    just for the record:
    Ein vor der Aussendung geleakter und sofort auf youtube hochgeladener Videoclip, wurde von youtube.com - im Gegensatz zu Vimeo - unmittelbar geblockt.

    Und wie 'mainstream media' reagieren → "CNN coverage"
    Die Fressen (fake cheesey smiles) der 'anchors ladys' sind mal wieder eine show für sich.

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    1. Aufschlussreiches Kontrastprogramm bei rt, u.a. ein Videointerview mit dem WaPo-Journalisten, der mit Snowden 14 Stunden lang gesprochen hat.

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    2. @Mrs. Mop
      Danke

      @das Restkommentariat

      Lesens- und empfehlenswerter Artikel von Janet Reitman [ via rollingstone.com ] über die beiden "angry geeks" Snowden u. Greenwald.

      Snowden and Greenwald: The Men Who Leaked the Secrets

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    3. Vielen Dank für diesen Lesehinweis. Ich kann mich nicht erinnern, je in letzter Zeit einen Artikel solcher Überlänge mit eine solchen Gier in mich hineingefressen zu haben. Das ist so sagenhaft gut geschrieben, so randvoll mit biografischen, persönlichen, politischen, investigativen Details, übt einen so starken, spannungsgeladenen Sog aus und lässt den Lesenden nicht aus den Klauen bis zum letzten Wort auf Seite sechs, wo ich das Gefühl hatte, irgendwie als jemand anderes aus der Lektüre hervor- als in sie hineingegangen zu sein. Höchste Schreibkunst.

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    4. Es geht aber auch wirklich Schlag auf Schlag: Cameron schießt der britischen Presse (gemeint ist natürlich in erster Linie der Guardian) vor den Bug, so gehe das nicht weiter, sie solle sich bitte zügig einer „freiwilligen“ Selbstzensur im Sinne einer "Regierungsdienstvorschrift" unterziehen, sonst drohe „hässliche gesetzliche Regulierung“.

      „David, you keep using the word ‚voluntary‘. I do not think it means what you think it means.“ (Kommentar bei BoingBoing)

      Mann, denen geht der Arsch auf Grundeis.

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  45. Kurzes Video aus Thailand.
    Die Tochter eines Freundes studiert zur Zeit in Bangkok.

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  46. à propos
    ... Cameron said a
    "less liberal, less enlightened government"
    of the future ... ← Yay, austerity!
    ~~~
    Soeben beim digitalen Ausmisten gefunden:

    Erinnert sich noch jemand an diesen 'infamous' Arschlochartikel von Stefan Kuzmany "Spiegel Online Kultur [sic!]" ?!

    'Indignados' von Tony Gatlif: Harmloses Revolutionsgehopse

    ↑ Passend zu dem Artikel für Dich
    u. das Restkommentariat auf die Schnelle zusammen getackert ... ↓

    Tony Gatlif - Indignados / Indignez Vous
    Empört euch! Stephan Hessel
    full documentary


    ... wer die Zeit und Muße hat, darf sich seine eigene Meinung bilden.
    ~~~
    p.s.
    Im Text darunter ein Verweis auf die Studie (sept. 2013)

    "World Protests 2006 – 2013: Executive Summary"
    'Initiative for Policy Dialogue (IPD) u. Friedrich - Ebert - Stiftung New York'

    bzw. eine Kurzbeschreibung der Studie via popularresitance.org

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    1. ad ‚Causa Cameron‘:

      Besonders pikant an der Geschichte: Obwohl Cameron seinen Schuss vor den Pressebug bereits VOR Weihnachten (in einem Presseinterview) abgefeuert hatte, wurde er, der Schuss, erst am 26.12. von der britischen Presse veröffentlicht; was sagt man dazu? Das: freiwillige Selbstverpflichtung auf eine „less liberal, enlightened“ Zukunft der Pressefreiheit.

      „Curiously, however, Mr Cameron’s veiled threat only emerged today, despite being issued in an interview he gave before Christmas.“

      Punktsieg für Cameron.

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    2. Hier für Dich, druckfrisch, grade aufgelesen: Food for thought (nicht als Kontrapunkt dazu gemeint, vielmehr als ergänzender Impuls!),

      „Oligarchs, Demagogues and Mass Revolts ... Against Democracy“

      Es geht um inszenierte bzw. missbrauchte Massenrevolten in Osteuropa/Ex-UdSSR, Chile, Iran, Ägypten, Venezuela, Argentinien, Thailand etc.

      Ist ein langer Riemen. Als Einstieg tut‘s auch erst mal die ‚Conclusion‘ am Ende des Artikels:

      „If and when  the Ukraine enters into the European Union, the exuberant street demonstrators will join the millions of jobless workers in Greece, Portugal and Spain, as well as millions of pensioners brutalized by “austerity programs” imposed by their new rulers, the ‘Troika’ in Brussels.  If these former demonstrators take to the streets once more, in disillusionment at their leaders’ “betrayal”, they can enjoy their ‘victory’ under the batons of “NATO and European Union-trained police” while the Western mass media will have moved elsewhere in support of ‘democracy’.“

      Besser auf den Punkt geht's nicht.

      Ein schmerzhaft zu lesender Artikel, voll bitterer Einsichten, dabei klarsichtig und zu reflektiertem Handeln (keinesfalls zur Verbitterung) aufrufend.

      P.S.
      99GetSmart ist ein ganz hervorragendes Blog, das sich den weltweiten Protest- und Widerstandsbewegungen auf die Fersen heftet, vertiefend, recherchierend, ungemein informativ und bereichernd für alle, die sich für weltweite Protestbewegungen interessieren.

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  47. Massenrevolten, die dafür eintreten, nettere u/o inländische Anführer ('Sklavenhalter') zu bekommen... Stimmt, sind max. Revolten, also Bitten, doch bitte wieder lieb vorzuschreiben, was zu tun ist.

    Mag mich ja irren, aber wenn wir nicht begreifen und dann auch umsetzen, daß wir den 'Plunder', den wir so brauchen wollen, selber in untereinander-Regie, für uns gemeinsam herstellen, kriegen wir über kurz oder länger immer wieder und überall die gleiche Sch...ose.

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    1. @wat.
      "aber wenn wir nicht begreifen und dann auch umsetzen, daß wir den 'Plunder', den wir so brauchen wollen, selber in untereinander-Regie, für uns gemeinsam herstellen"

      Wie war das nochmals mit der Beschaffung von Ersatzteilen für die dezentrale Stromversorgung...?

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    2. @Wat.

      „Massenrevolten, die dafür eintreten, nettere u/o inländische Anführer ('Sklavenhalter') zu bekommen... Stimmt, sind max. Revolten, also Bitten, doch bitte wieder lieb vorzuschreiben, was zu tun ist.“

      Das ist mir etwas zu statisch gedacht. Aus dem zitierten Artikel geht ja hervor, dass aus Massenrevolten, die von fremden Interessen ge-hijacked wurden, durchaus Lernprozesse erwachsen können in punkto Neuorientierung bzw. veränderter/erweiterter Zielsetzung. Wie ja überhaupt der Begriff Massen‘bewegung‘ ausdrückt, dass da Menschen in Bewegung sind, d.h. sich bewegen, fortbewegen und weiterbewegen (können).

      Wenn ich z.B. die aktuellen Artikel über Ägypten verfolge, dämmert es dort ziemlich vielen, dass es womöglich nicht das Allerklügste war, dem Militär in die Hände zu spielen, um ein totalitäres Regime loszuwerden. Und ein Blick in die aktuelle Konfliktlage in der Türkei lehrt, dass in dem Kampf gegen eine korrupte, autoritäre Regierung (u.a. getragen von der Gezi-Bewegung) noch ganz andere Strippenzieher Gewehr bei Fuß stehen, um Erdogan den Garaus zu machen. Erzähle mir bitte keiner, dass es leicht sei, die aktuelle Interessen-Gemengelage (USA/Iran/Petrodollar/Gold-gegen-Öl) zu durchschauen und im Kampf auf der Straße die richtigen von den falschen Kampfgenossen zu unterscheiden. Die Gezi-Kämpfer machen diesbezüglich äußerst schmerzhafte Lernprozesse durch. Das gehört, finde ich, respektiert; darüber richten mögen andere.

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  48. Ich respektiere sogar, wenn sich Menschen bewegen lassen. Auch das ist ja letztendlich ihre Entscheidung.
    Ich denke mir eben bloß, daß egal welcher Kampf auf egal welchen Straßen nix bringt, wenn wir uns unser 'Futter und den sonstigen Kram und Krempel' nicht anders herstellen können, als daß uns dabei keiner 'überwacht' und aufpaßt, daß wir auch alles richtig machen...

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    1. Erzähl das mal den Leuten in Ägypten oder der Türkei auf egal welchen Straßen. Ich bezweifle, ob die damit viel anfangen können. Mir selber erscheint das, was Du sagst, als zu flapsig hingeworfen und wird den ganzen länderspezifischen Hintergründen, die Petras in seinem Artikel auseinanderlegt, nicht gerecht.

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  49. @Mrs. Mop
    Kurze Bemerkung zu Prof. Petras Artikel:

    Oligarchs, Demagogues and Mass Revolts ...

    Im Grunde eine Zusammenstellung altbekannter Tatsachen. Es wäre naiv zu glauben, es bestünde nicht der Versuch von Seiten der Machteliten “mass revolts” zu orchestrieren, bzw. im eigenen Interesse zu mißbrauchen. Aktuell zum Beispiel in Italien Stichwort:
    Forconi: "Pitchfork" Protest
    halte da mal ein Auge drauf.
    Stichwort Ukraine und dem letzten Absatz im Artikel kann ich Petras nur voll zustimmen. Falls Du genügend Zeit hast, schau Dir diesen Artikel von Israel Shamir (dissidentvoice.org) an:

    Putin Scores a New Victory in the Ukraine
    What Really Happened in the Ukrainian Crisis


    Petras bleibt aber (in diesem) Artikel einfach nur an einer Stelle stehen, bzw. hat nicht mehr zu bieten als das übliche:

    It is not enough to participate in free elections; an educated and politicized majority must also know how to defend their democracy in the streets as well as at the ballot box.

    Mir persönlich zu wenig ...
    Optimistischer dagegen finde ich diesen "Stand der Dinge" von Kevin Zeese und Margaret Flowers

    This week we review where we are, i.e. at what stage of the progression of social movements do we find ourselves; and broadly outline the next steps.

    Popular Resistance Newsletter

    p.s.
    Bin zur Zeit die meiste Zeit offline, einfach nur wetterbedingt ... ☀

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    1. "It is not enough to participate in free elections; an educated and politicized majority must also know how to defend their democracy in the streets as well as at the ballot box.


      Mir persönlich zu wenig ..."

      Ja, das ist ein bisserl lasch. Er hat halt den Artikel um die Weihnachtszeit rum geschrieben, war irgendwie milde (milder als sonst) gestimmt und hat wohl gemeint, eine versöhnliche rhetorische Jahresendfigur hinterherschieben zu müssen. Es sei.

      Dafür schiebe ich jetzt eine musikalische Jahresendfigur in Richtung Mitzerl: Waits Goes Vienna.

      „... few things are more 'Vienna' than a little table crowded with beer glasses and stately little cups of coffee ...“

      ... plus, a fairly tanked Tom Waits getting down to it. So beautiful.

      Enjoy.

      (via - hm? - Dangerous Minds)

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    2. ... und wenn sie nicht gestorben sind, dann geht die Geschichte weiter:

      „It is a love story between a trapeze artist(!) and an anarchist developed in Athens during the current economic crisis, though the filming takes place in Barcelona. It is a story that could unfold nowadays throughout all countries of southern Europe.

      As for our team, we are a multicultural film crew. Two years ago we gathered for this project with the intention to create a particular story in order to raise the issue of crisis through a specific perspective.

      The whole project is based on an expressive language and this is the reason why we pay much attention to Photography, art direction and especially the sound, as the entire outside world is represented only by sounds."

      (via Greek Left Review)

      The circus is still in town ;)

      Bibi Trailer
      Bibi Teaser

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  50. Natürlich hat Wat. recht mit dem was sie sagt. Genau das ist der Punkt. Ich wüßte auch nicht, was entscheidender sein soll. Egal, ob hier, in der Türkei oder sonstwo.
    Auf dem 30c3 war ein Vortrag einer Frau, die ein wenig von der CIC berichtete, für die auch immer mal wieder versucht hatte, ein wenig Werbung zu machen.
    Die Frau hatte allerdings ein bescheidenes Englisch und Enric Duran geht mir auch auf den Sack, wenn er anfängt von Dingen wie der Nutzbarmachung "freier Energie" zu reden.
    Es gibt doch im wesentlichen zwei Möglichkeiten: Entweder bekommt man die Produktionsmittel per Gewalt in seine Hand oder man versucht ein paralleles System hochzubekommen, welches sich diese zu erschaffen versucht.
    Vielleicht habe ich aber auch nicht mehr genug Fantasie, mir andere, alternative Wege vorzustellen.

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    1. Zumindest geht auch noch, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Ich glaube nicht, dass es nur einen einzigen "straighten" Weg geben kann und wird.

      Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass irgendwo von jetzt auf gleich ein Wechsel zu einem 100prozentigen Idealsystem funktionieren wird. Ganz ohne Kompromisse und Zwischenschritte wird es wohl nicht ablaufen. Dazu gehören m.E. auch Kämpfe, welche sich noch innerhalb des Systems bewegen (nettere Sklavenhalter), vor allem in Europa und speziell Deutschland, denn bis vor wenigen Jahren war hier doch noch im Wesentlichen Friedhofsruhe. Das out-of-the-box-Denken, das nötig ist um Ziele jenseits dieses Systems anzupeilen, kann nicht einfach vorausgesetzt werden, das muss sich erst entwickeln. Wenn die Menschen noch nicht mal bereit sind, innerhalb der Systemgrenzen für ihre "Sache" zu kämpfen, wie sollen sie denn darüber hinaus kommen?

      cu
      renée

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    2. "Wenn die Menschen noch nicht mal bereit sind, innerhalb der Systemgrenzen für ihre "Sache" zu kämpfen, wie sollen sie denn darüber hinaus kommen?"

      Den Satz werde ich mir merken. :-)

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    3. Ist das 'ne Drohung oder finnze den Satz gut?

      ("Zwischen-den-Zeilen-Lesen" klappt bei mir nur sporadisch, außerdem hast du nur eine geschrieben ;-) )

      cu
      renée

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    4. Wenn ich schreibe, dass ich mir etwas merken werde und einen smiley ohne zwinkern dahintersetze, dann meine ich das sehr freundlich und bejahend.
      Äh, meistens.jedenfalls .. :-p

      Nee, wenn ich etwas falsch oder doof finde, dann sage ich das immer ganz direkt, wobei immer gilt, dass ich mich auch irren kann. Erkenne ich das, dann entschuldige ich mich auch gerne. Grundsätzlich bin kein doppelzüngiger Mensch und denke auch nicht, dass mich Ironie, Zynismus und Sarkasmus weiterbringen in meinem Leben.

      Happy new year!

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  51. Mrs. Mop und liebes Kommentariat,
    ich wünsche einen guten Jahrswechsel, und bedanke mich für alles, was ich hier gelesen und gelernt habe!
    Auf bald!

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    1. Diesen Wünschen schließe ich mich an.

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    2. ...und dem Dank an alle natürlich auch!

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  52. Von mir auch "Guten Rutsch" und ebenso vielen Dank für die oft erkenntnisreichen Kommentare.

    cu
    renée

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  53. Gleichfalls! Der Club Voltaire lässt grüßen, alle haben gefragt, wo bleibt renée?? Boah. Die Hütte hat gekocht. What. A. Pardy. Vrrommm. Prost Neujahr.

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    1. öh, Party. So viel Hochdeutsch muss sein.

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    2. Hä, der Club Voltaire fragt an, wo ich bleibe? Soll das 'n Scherz sein? Wieso bin ich berühmt und weiß nix davon? ;-)

      Ich habe letzte Nacht bissi das www "gescannt", das Geböller angeschaut/hört und laboriere seit 2 Tagen an 'nem Gichtanfall, zum Glück nicht an den Gehwerkzeugen.

      Prost Neujahr

      cu
      renée

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    3. Iiih, Neujahr im Club Walter. Da sind mir zuviel alte Leute, die das ganze Jahr mit erhobenem Zeigefinger rennen und an Wahltagen die Bude blockieren.
      Echt, diese Blase sieht man das ganze Jahr/die ganze Legislaturperiode nicht da.

      Trotzdem gutes Neues und ich mag meinen Schrebergarten.
      Der Graswurzelrevoluzionär

      Waswegmuss
      (Und keine Hände bitte)

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    4. Silvester im Club Walter? Nee, oder!
      Da sind doch nur die da, die sonst nie da sind. Außer bei Wahlen wenn die linke Seite gewinnen könnte. Dann verstopfen sie mit oberlehrerhaft gönnerischer Miene den Laden und gucken wichtig. Die Wichte.
      Komm doch mal zum Pressefest. Lothar kommt auch.

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  54. @Mrs. Mop: I'm pretty sure that you'll like those ones: 2013 In Political Cartoons

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  55. @waswegmuss

    ??

    Hab ich jetzt nicht wirklich gerafft, auf was Du eigentlich raus willst. Anyway, gut's Neu's.

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  56. Liebe Mrs. Mop,
    ich habe hier sporadisch mitgelesen und fand Ihre Tantrums pointiert und erfrischend. Ich habe letztes Jahr mein eigenes Blog eingestellt, und ein Teil Ihrer Gedanken klingen bei mir wider, andererseits... gar nicht. Ich halte nämlich nichts von politischen "Diskursen" auf Blogs, die sich gegenseitig befeuern, dabei aber rhetorische Trockenübungen bleiben, weil die Betreiber ihr Engagement aufs Blog beschränken und nicht mit ihrem eigenen Leben füllen.
    Wir sind, was wir tun und auch, was wir lassen, und nicht, worüber wir uns untätig ereifern oder daher bloggen. Ich lese am liebsten Blogs von Menschen, die handeln, die aus erster Hand Expertise besitzen, und darüber berichten, von Weltverbesserern, wenn Sie wollen. Ich habe nur drei oder vier solcher deutschsprachiger Blogs im Feedreader, und Unmengen englischsprachiger. Das Verwerten und Verwursten von Sekundärquellen in Politblogs langweilt mich, solange sie nicht aus Handeln enstehen und daraus kein Handeln entsteht. Ich vermisse daher auch nicht die Vernetzung Deutscher Politblogs - ich lese sie nicht. Kommentare von Menschen auf meinem Blog, die selbst nichts tun, soweit erkennbar, aber mein Tun bewerten, mochte ich auch nicht mehr haben. Auch ich habe also unter anderem aufgehört, weil mit der Austausch mit Gleichmotivierten fehlte. Der fehlt aber nicht nur beim Bloggen. Seit meiner Rückkehr nach Deutschland ist mir niemand begegnet, der sich für irgendetwas aktiv einsetzt, der ein persönliches Thema hat, eine Mission. Alle gehen nach der Arbeit nach Hause und kümmern sich um sich selbst. Mich bewegen die Demonstrationen in Istanbul und auf dem Majdan. Wir - und hier kommt die Pointe dieses langen Sermons - haben diese Kultur politischen Engagements nicht mehr. Was im Leben fehlt, kann in der Blog-Szene keine Blüten treiben.
    Nachdem das gesagt ist, schließe ich mich meinen Vorrednern an: Nicht zu bloggen, ist auch keine Lösung. Ich denke seit einem Dreivierteljahr nach, wie ich im neuen Blog erreiche, was ich will: Austausch auf Augenhöhe. Wahrscheinlich wird es zweisprachig. Bitte tun Sie das auch - finden Sie eine Variante für Ihr Blog, die Ihnen wieder Spaß macht.
    Autorenkollektiv finde ich eine Superidee. Ich bewerbe mich für das Ressort Internationale Entwicklungszusammenarbeit.
    Herzlichen Gruß

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    1. Liebe elenor,

      vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Er enthält vieles, was mich in Bewegung setzt, was mich zur Auseinandersetzung einlädt, was meine Gedanken in eine neue Richtung treibt. Ich werde Ihnen antworten, sobald ich so weit bin. Zunächst möchte ich mir nur erlauben, einen Link auf Ihr letztes Jahr eingestelltes Blog zu setzen, nachdem der von Ihnen hier hinterlassene Link leider ins Leere führt. Ich hoffe, das ist okay so für Sie? Hier der korrekte Link.

      Übrigens habe ich Ihr Blog bereits gelesen - mit großem Gewinn - zu einem Zeitpunkt, als ich selbst noch nicht im Traum daran gedacht hatte, selbst mit dem Bloggen anzufangen.

      „Gedanken zu strukturieren, um sie für fremde Leser verständlich aufzuschreiben, hilft, auch Gedanken zu strukturieren, die man aussprechen oder sich einfach nur merken will.“

      Ja. Genauso geht bzw. ging es mir auch.

      Danke, elenor, und auf bald.

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  57. Jetzt muss ich doch nochmal nachfragen: Ihr Blog ist jetzt gar nicht mehr - bis auf Ihren Abschiedsbeitrag - online, stimmt das? Oder müsste ich mich bei twoday.net einloggen, um im Blog lesen zu können? (Es hat mich gerade voll vor den Kopf gestoßen, auf Ihre Blogartikel keinen Zugriff mehr zu haben.)

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  58. Richtig, ist erstmal alles weg. Die alten Posts kommen aber mit auf die neue Seite.

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    1. Gut zu wissen!

      Zu Ihrem ersten Kommentar:

      Sie haben es geschafft, Ihre Eindrücke in wenigen Zeilen zu einer so treffenden Bestandsaufnahme zu verdichten, dass dem - von den „rhetorischen Trockenübungen“ bis hin zu „Was im Leben fehlt, kann in der Blog-Szene keine Blüten treiben“ - wenig hinzuzufügen ist. Mich freut, dass irgendwo dort draußen eine ähnlich Gesinnte unterwegs und auf der Suche nach neuen Wegen ist.

      Nun sind Sie ja im Gegensatz zu mir (d.h. frischgebackene Ex-Bloggerin, die noch dabei ist, sich in dem ungewohnten ‚vom-Tropf-weg-Status‘ zu sortieren) bereits seit einem guten Dreivierteljahr heimatlos (im Sinne von ohne Blogbehausung) und haben sich in dieser Zeit intensiver auseinandergesetzt mit möglichen Alternativen - Sie erwähnen das ja auch. Das macht mich natürlich neugierig. Wären Sie bereit, ein bisschen mehr zu verraten? Auf die Idee eines Autorenkollektivs und die Zweisprachigkeit (finde ich extrem interessant als Option, statt ausschließlich in deutscher Sprache zu bloggen) springe ich augenblicklich an; nur sind meine Vorstellungen zu beidem momentan noch sehr unausgegoren, geschweige denn auch nur annäherungsweise nicht das, was man konzeptionell nennen könnte. Und „Austausch auf Augenhöhe“ klingt reizvoll - was müsste aus Ihrer Sicht gegeben sein, um das umzusetzen?

      Sie sehen, ich bin noch ziemlich am Rudern. Was wiederum damit zusammenhängt, dass ich noch damit beschäftigt bin, meine Entzugserscheinungen zu ver- und bearbeiten und allmählich einen klaren Kopf zu bekommen. Hätten Sie Lust auf ein wenig mehr, nun ja, Austausch auf Augenhöhe? Es würde mich freuen und mit Sicherheit zu neuen Taten beflügeln.

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  59. Ach Frau Mop, viel weiter bin ich auch nicht. Ich habe eine Domain, eigenen Webspace, eine WP-Installation und einen Sperrbildschirm drüber, weil mich zwischendurch das Konzept verlassen hat. Immerhin kann ich folgenden Pudels Kern präsentieren: ein Blog braucht einen Umkreis, der möglichst aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, wovon man eigentlich redet (hatte die Nachtschwester nicht) und der vernünftig kommuniziert - eine Filterblase also. Ohne Kommunikation kann man nämlich wie früher alles in eine Kladde schreiben und unters Bett schieben. Und einfach frei über Feld, Wald und Wiese hinaus zu bloggen, generiert nicht den gewünschten Austausch, wie wir nun wissen.
    Zweitens: Wenn es im eigenen Sprachraum keine Filterblase gibt, die zu einem passt, sollte man eine schaffen, statt die Segel zu streichen. Bei mir soll der Blogumkreis meinem analogen Freundeskreis ähneln: Menschen, die nützliche oder mutige oder skurrile Dinge tun, Erfahrungen machen, etwas zu erzählen haben. Das wären für mich persönlich zuerst die Humanitären, die Aid Blogger. Aber auch mit Leuten, die ganz andere Sachen machen als ich - Lotta Lotter etwa, die ein Blog über ihre Vorlesebesuche in einem Berliner Hospiz führt, leider nicht mehr öffentlich, oder z.B. mit diesem Irren, der einen Sperma-ähnlichen Nahrungsmittelersatz produziert, weil ihm Frühstück machen zu aufwändig war und nun darüber bloggt, wie gut echte Tomaten schmecken, wäre ich gern vernetzt.
    (Deshalb gefällt mir die Idee eines Gemeinschaftsblogs, dessen Autoren eine Grundidee teilen - etwa: handeln und lernen und darüber bloggen, nicht hohle Diskurse führen - die aber unterschiedliche Bereiche abdecken. Vorher müsste ich allerdings meine eigene Blog-Persona wieder finden.)
    Mir scheint, ich muss den erhöhten Aufwand der Zweisprachigkeit betreiben, um meine Wunschpartner zu erreichen. Viele machen das, Smilla auf Anders Anziehen fällt mir ein.
    Die richtige Herangehensweise, wenn Sie mich fragen, wäre also, sich zuerst klar zu werden, worüber Sie am besten und am liebsten schreiben ("put your blog where your heart is"). Dann Blogs aufzulisten, mit denen Sie gern reden würden, die zu dem passen, was Sie schreiben, die Sie gern in Ihrer Blase hätten. Dann schauen, welche Sprache, welche Plattform, Domain, Design, Identität (anonym?) Sie brauchen, damit diese Leute mit Ihnen kommunizieren wollen/können. Auf blogher.com zur Inspiration die Ratgeber lesen. Man muss das Rad nicht neu erfinden, wenn viele kluge Leute aus der aktiveren, lebendigeren Blog-Szene eines anderen Sprachraums, die ihre Blogs sehr, sehr ernst nehmen, längst ihre Strategien veröffentlicht haben.
    Viel Erfolg! Sie können mich auch gern unter elenor@ hier hinterlegte Domain anmailen.
    Herzlichen Gruß!

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  60. Ha, Ihr erster Satz war schon mal grundfalsch, denn beim Lesen Ihres kompletten Kommentartextes dachte ich, uff, diese Frau ist dir ja zig-meilenweit voraus in ihren Überlegungen. Ich schlackerte nur noch mit den Ohren. Allein das Thema Filterblase ist mir völliges Neuland - also, ich weiß schon, was eine Filterblase ist - Neuland in dem Sinne, dass die blogtechnische Relevanz einer Filterblase noch nie innerhalb meines gedanklichen Horizontes aufgetaucht ist geschweige denn das strategische Schaffen einer Filterblase, wenn es um bloggerische Neuorientierung geht.

    Ehrlich, ich staune wie Klein-Erna über das, was Sie alles anschneiden, sauge es aber wie ein Schwamm in mich auf, habe mich heute nach zwei Stunden lang bei besagtem „Irren“ (echt der Irrsinn in Tüten, sehr spannend) herumgetrieben statt zu schlafen, mich dann ins Bett gelegt und statt zu schlafen über meine „Wunschpartner“ nachgedacht - klarer Fall: Menschen, die prekär leben, entweder schon immer oder Abgestürzte wie ich, die darüber sprechen und reflektieren, was dabei mit ihnen passiert, was sie daraus machen und wie es sie verändert, sowohl im Lebensalltag wie im Bewusstsein - und kurz vorm Einschlafen festgestellt, dass in meinem Feedreader geschätzt mindestens 50 solcher Artgenossen herumgeistern. Wobei, Stichwort Filterblase, perspektivisch dann kein Weg um zweisprachiges Bloggen herumführen würde. Erhöhter Aufwand, ja klar, muss natürlich gut ventiliert werden, ob und wie weit so was von der Zeit bzw. der verfügbaren Energie zu schaffen ist.

    Und dann weiter, „Plattform, Domain, Design ...“, ja Menschenskind, Ohrenschlackern, wie gesagt, gucke ich mich hier in meiner unaufgeräumten Blogrumpelkammer um und denke, hm, vielleicht Zeit, dass Klein-Mop endlich erwachsen wird und den Stier systematisch bei den Hörnern packt. Ganz schön viel Stoff zu beackern. Wobei Ihre Devise „put your blog where your heart is“ dabei noch die leichteste Übung für mich ist.

    Erst mal vielen Dank für den reichhaltigen Input. Wenn‘s mich emailmäßig in den Fingern juckt, wäre das die auf Ihrem Blog hinterlegte Adresse? Oder was meinten Sie mit „unter elenor@“?

    Herzlichen Gruß zurück!

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  61. Klicken Sie auf "elenor" über meinen Kommentaren. Da ist die Domain, auf der auch mein Postfach liegt. elenor@besagte Domain ist die Email-Adresse.

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    1. Wenn ich auf Ihren Namen klicke, lande ich bei der ominösen T-Online Navigationshilfe bzw. einer sehr kryptischen rattenschwanzlangen URL, mit der ich nicht viel anzufangen weiß, sorry.

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