Dienstag, 19. Oktober 2010

Die lieben Nachbarn


Vive La France. Nachdem ich heute früh im Radio gehört hatte, dass im Nachbarland das Benzin immer weniger und der Widerstand immer mehr werden, dachte ich: Zeit für eine kleine Umfrage. Und zwar - wo sonst? - in meinem multiethnisch prekärgeprägten Berufsumfeld. Einfach so, aus Neugierde. Weil, ich persönlich finde das schon recht fesselnd, was sich zur Zeit auf der anderen Seite des Rheins abspielt.

Auf dem Fahrrad überlegte ich mir eine passende Einstiegsfrage. Was hältst du von den Franzosen? schien mir nicht schlecht, weil a. offene Frageform, b. schön allgemein gehalten und c. jeder irgendwie eine Meinung zu den Franzosen hat. Und wie das so ist, wenn man gefesselt ist von etwas, dann denkt man automatisch, die anderen wären davon auch gefesselt. Kann aber nach hinten losgehen.

Aber erst mal von vorne: Ich kehrte gerade die Hintertreppe, da fing der jugoslawische Getränkelieferant (ein Bosnier, der es vorzieht, sich als Jugoslawen zu bezeichnen) an, seine Kästen in den Keller zu wuchten. Er nennt mich seit längerem 'Mala' - ich ihn seit kurzem 'Malo', ohne einen blassen Schimmer zu haben, was beide Worte auf Jugoslawisch bedeuten. Manchmal sagt er auch 'Maletzka'. Heute rief er "Hallo Maletzka!" über den Hof, der Besen ruhte, Malo baute sich vor mir auf (Schrank von Mann) und wollte wissen, was es Neues gäbe.

Mein Einsatz. "Malo, was hältst du von den Franzosen?", fragte ich ihn mit einem gewissen Nachdruck in der Stimme. Malo schaute mich entgeistert an. Dann zog er seine Mundwinkel verächtlich nach unten, schnappte sich mit Schwung zwei volle Kästen, hievte sie auf die XXL-Schultern, beugte sich leicht vor, knurrte: "Phhh. Die Franzosen. Die haben keine Lust zu arbeiten!" und trat den Abstieg in den Keller an. Als er mit leeren Kästen die Treppe wieder hochkam, rief er: "Faul sind die!", und als er schließlich vor mir stand, mit Nachdruck in der Stimme: "Einfach faul und sonst nichts."

Von dieser Reaktion des Malo war die Maletzka einigermaßen überrascht, und nicht nur das, sondern provoziert. Ich bekam Lust, ein wenig rumzuätzen und meinte: "Alle Achtung, du hast dich ja ganz schön germanisiert." Malo grinste. "In Bosnien wäre ich auf der Straße, verstehst du?", antwortete er, und nach einer Pause: "Verstehst du, wie ich das meine? Ich wäre auf der Straße, weil ich keinen Job hätte, und deshalb wäre ich auf der Straße, um zu protestieren." Er hievte sich die nächsten zwei Kästen auf die Schultern und fügte hinzu: "Ich lebe aber nicht in Bosnien, sondern in Deutschland - ich will arbeiten, und in Deutschland habe ich Arbeit." Maletzka verstand, wenn auch widerwillig, und dann lachte Malo und sagte: "Außerdem, die Deutschen streiken nicht. Die Deutschen? Nie im Leben!"

In dem Moment erschien Frau Übermop im Treppenhaus und kommentierte lakonisch von hinten: "In Deutschland wird nicht gestreikt!" - auch sie mit einem gewissen Nachdruck in der Stimme, so als ob sie ergänzt hätte "...und das ist auch gut so". Schwerbeladen pumpte Malo an ihr vorbei und schnaubte: "Ihr Deutschen habt dauernd Angst. Angst, dass ihr eins auf den Deckel kriegt. Deshalb rührt ihr euren Arsch nicht. Für einen Jugoslawen ist es schwer zu verstehen, vor was die Deutschen eigentlich so viel Angst haben." Es klang spöttisch und ein bisschen mitleidig.

Dann fuhr der marokkanische Gemüselieferant zum Hof herein. Ich so zur Begrüßung: "Hey, was hältst du von den Franzosen?", und er, empört und mit großem Nachdruck: "Ich bin doch kein Franzose!" und weiter: "...haben die nix anderes zu tun als Chaos im Land zu machen?" und schließlich: "Die Franzosen sind ein faules Volk." Umfragen können sich vernichtend anfühlen.

Tendentiell krawallig erinnerte ich den Marokkaner daran, dass sich 'die Franzosen' zu einem erheblichen Teil aus seinen Landsleuten rekrutierten; ob er etwa glaube, die in Frankreich lebenden Marokkaner würden aus Faulheit auf die Straße gehen? Beschwörend hob er beide Hände: Marokkaner, das sei etwas ganz anderes als Franzosen, "die schuften extrem hart in Frankreich - wenn die auf die Straße gehen, haben sie einen Grund!" Ich verstand. Aber auch wieder nicht.

Beim Kaffeetrinken fragte ich den spanischen Hausmeister, was er von den Franzosen hielte. "Überhaupt nichts", knarzte er (mit Nachdruck!), "die sind zu faul zum Arbeiten. Franzosen eben. Savoir vivre." Und nach kurzer Pause: "Die Franzosen werfen uns Spaniern immer vor, wir seien faul, weil wir unsere Siesta so lieben", obwohl doch, fuhr er fort, die Produktivität eines Menschen eindeutig gesteigert werde durch eine anständige Siesta, wie sich eben an den Spaniern beweisen ließe.

Trotzdem, machte er etwas gönnerhaft weiter, "...streiken können sie wirklich - die Franzosen wissen, wie's geht, das macht ihnen kein Land nach. Sie können zwar nicht arbeiten, dafür können sie richtig gut streiken." Er sagte dies teils anerkennend, teils abschätzig; etwa so, wie man über einen ausgebufften, erfolgreichen Kriminellen spricht, der einem imponiert.

Dann allerdings verspürte er ein dringendes Bedürfnis, sein Kompliment an die Franzosen zu relativieren: "Erst mal abwarten, ob sie es wirklich schaffen." Wie?, es?, was?, fragte ich ihn erstaunt. "Na, noch haben sie keinen Generalstreik geschafft!", erklärte der Spanier triumphierend, "das müssen sie erst mal beweisen! Erst dann spielen sie in der gleichen Liga wie wir. Vor ein paar Wochen war in ganz Spanien Generalstreik. Wenn die Franzosen das hinkriegen, habe ich Respekt vor ihnen."

Ach so. Die ganze Sache lässt sich natürlich auch sportlich nehmen, mit so einem olympisch angehauchten Grundgedanken. Für einen Moment verlor ich mich in Phantastereien, wie es wäre, wenn die Völker dieser Erde in einen edlen Wettstreit träten, welches von ihnen wohl am besten streike. Dass den Deutschen hierfür jeglicher patriotische Ehrgeiz abgeht, versteht sich von selbst. Es stimmt schon, die Franzosen und die Spanier haben es drauf, die Italiener sind auch nicht schlecht, und erst die Griechen! - hat man ja kürzlich gesehen. Halt wieder mal die üblichen Verdächtigen, all diese Südeuropäer. Obwohl, erst neulich haben die Iren es ordentlich krachen lassen, und waren es davor nicht die Isländer, die, vulkanähnlich, ihren geballten Zorn öffentlich entladen hatten? Es müssen ja nicht überall die Deutschen die Sieger sein - man kann sich auch ganz sportlich mit den anderen freuen. Hauptsache, es kommt Bewegung ins Hamsterrad.

Als ich gerade Feierabend machte, erschien einer der Weinlieferanten. Ein Deutscher. Genauer gesagt, ein Pfälzer. Eigentlich machte ich mir wenig Hoffnung, dass ausgerechnet ein deutscher Weinlieferant meine Umfragewerte noch herumreißen würde können; aber da ich weiß, dass er sein Weingut direkt an der Grenze zu Frankreich hat, dachte ich, Mensch, der ist irgendwie hautnah dran, mal sehen, was er so meint.

Ich also: "Sag mal, was hältst du von den Franzosen?", und er ließ die soeben angehobene schwere Weinkiste wieder sinken, stemmte beide Fäuste in die Seiten und antwortete voller nachdenklichem Ernst: "Willst du meine ehrliche Meinung hören?", ich so: "Klar!", und er: "Ich denke, es wird allerhöchste Zeit, dass die Leute endlich aufwachen und kapieren, dass sie nach Strich und Faden verarscht worden sind und dass sie, wenn sie das nicht kapieren, in Zukunft noch schlimmer verarscht werden. Die Franzosen haben's anscheinend kapiert."

Und nach einer Pause: "Mich freut das irgendwie." Prüfend musterte er mich, dann sagte er: "Aber nicht, dass du das jetzt falsch verstehst!" Ich musste lachen und freute mich. Ich freute mich über dasselbe wie der deutsche Weinlieferant, freute mich außerdem über den Weinlieferanten sowie darüber, dass er sich über dasselbe freute wie ich.

Seltene Momente sind das im Leben, ganz seltene. Und kostbare. Und was die Umfrageergebnisse angeht - na ja, sind vielleicht nicht exakt das, was man unter fesselnd versteht, liefern aber Stoff zum Nachdenken. Ist doch schon mal was.

Kommentare:

  1. Das war ja klar! Der Weinhändler bliggt dorsch: "In vino vertias!" Noch nie gehört? *g*

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  2. Nachtrag: Ich drück' den Franzosen die Daumen! Hoffentlich ziehen Marie und Francois dem Kotzy und seiner Camarilla den L**mel so richtig lang!! Kannste diese wichtige Einzelmeinung noch in Deiner Umfrage berücksichtigen? :-D

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  3. "In vino vertias"? Bist du sicher, dass der echt dorschbliggt? Oder ist der noch auf der Suche nach der Wahrheit?

    Nachbefragung läuft...;)

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  4. Also so ganz allgemein gesagt, finde ich es gut von den Franzosen, dass sie gegen die Politik auf die Straße gehen. Das wäre hier auch mal sowas von nötig. Allerdings stellt sich die Frage, was man mit Streik erreichen will. Alles so zu lassen, wie es jetzt ist, führt letztendlich auch nur in den Untergang. Aber weder in Frankreich noch in Deutschland gibt es brauchbare Konzepte für die notwendigen Veränderungen...

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  5. Huch, wo haste denn so nen Pfälzer aufggabelt? Kann ja nur einer sein, der im Exil lebt *g*

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  6. Genaugenommen streiken die Franzosen doch gar nicht gegen Sarko, sondern gegen Adam Ries. Sie haben seit den Sechzigern nicht (wesentlich) mehr Kinder gezeugt, geboren und erzogen als die Deutschen, wollen aber trotzdem eine Rente, und das möglichst zeitig (mit sechzig ist ja wohl geradezu obszön). Wie die meisten Deutschen hängen sie dem Aberglauben an, daß ihre Rente aus ihren eingezahlten Rentenversicherungsbeiträgen bestritten würde. Das ist natürlich falsch, denn diese sind ja schon von der gegenwärtigen Rentnergeneration verfrühstückt worden. Die künftige Rente kommt nicht aus den heutigen Beiträgen, sondern muß aus den künftig produzierten Waren und Dienstleistungen herkommen. Diejenigen, die diese herstellen müßten, gibt es aber — siehe oben — eben nicht. Daran könnte auch eine sozialistische Regierung nichts ändern, das ist eben die normative Kraft des Faktischen. Vielleicht streiken ja die Deutschen deshalb nicht, weil eine ausreichende Anzahl eine gewisse Abgeklärtheit mitbringt, die ihr sagt: Gegen die Mathematik zu streiken ist nicht so sehr viel vernünftiger als gegen Erdbeben oder Gravitation zu demonstrieren.

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  7. Ach du lieber Himmel - wo hast Du denn diesen Aasgeier ausgegraben? Machen sich nun auch schon in Deinem Blog die Apologeten des Kapitals (oder die, die sich dazu berufen fühlen) breit? *schauder*

    Man wähnt sich ja in finstersten Aktenkofferträgerkreisen, wenn man diesen Erguss geistiger Leere liest. Sichetrlich, Geierchen, es kommt bei der umlagefinanzierten Rente einzig auf die Anzahl der Beitragszahler an - nicht etwa auf das Lohnniveau, die Beschäftigungsverhältnisse, die gesteigerte Produktivität, die politischen Eingriffe in das Rentensystem und derlei Dinge mehr. Deswegen funktioniert dieses System auch schon seit mehr als 100 Jahren und hat zwei Weltkriege überdauert. Schon klar. Die dummen Franzosen sollen doch bitte genauso viele ekelige Kröten schlucken wie die noch viel dümmeren Deutschen - was erdreisten die sich bloß, vom großen Kuchen der Kapitalisten auch ihr kleines Stücklein im Alter abhaben zu wollen ... wo kämen wir denn da hin!?

    Bei solchen schmalgeistigen Entgleisungen kann ich mich immer nicht entscheiden - glauben solche Leute das, was sie da absondern, wirklich, oder sind es Leute, die dafür bezahlt werden, hanebüchenen Schwachsinn zu verbreiten? Beide Varianten sind erschreckend.

    Es sei dazu einmal mehr auf den Film "Die Rentenlüge" verwiesen (zu finden z.B. über die Nachdenkseiten) und exemplarisch auf diesen viel zu harmlosen Text aus der Zeit:

    http://www.zeit.de/2010/34/Standpunkt-Rente

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  8. @dervomlande
    Spannende Frage: Was meinst du denn mit "Untergang"?

    @Amike
    Ehm, meinst du jetzt den Weinlieferanten oder den Exilpfälzer Vogel?

    @Geier
    Mit sechzig in Rente soll "geradezu obszön" sein? Schade, dass hier keiner der französischen Raffineriearbeiter aufschlägt - die haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 66 Jahren.

    Und welche "Waren und Dienstleistungen" sind gemeint, zu deren künftiger "Herstellung" die Produzenten fehlen werden, weil letztere angeblich so gebärfaul sind? Sprechen Sie von Arbeitsplätzen? Von welchen? Von jenen, zu denen Menschen über 55 keinen Zugang haben, weil der Arbeitsmarkt sich für Menschen über 55 nicht interessiert? Ist es das, was Sie unter "Mathematik" verstehen?

    @Charlie
    Nicht ich grabe Leser aus, vielmehr graben Leser mein Blog aus ;).

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  9. @ Geier: Franzosen haben ein höhere Reproduktionsrate, vor allem da die Unvereinbarkeit von Beruf und Kindern in F um einiges besser ist als in D. Diesen wichtigen Unterschied sollte man nicht herunterspielen.

    Ich finds super, was die Franzosen machen. Die Rentenreform - zumindest in der angestrebten Form - ist sozial ungerecht und belastet einmal mehr untere Einkommensschichten mehr als obere. Dafür lohnt es sich schon auf die Straße zu gehen. Genau, wie man hierzulande gegen die Rente mit 67 auf die Straße gehen sollte.
    Wir leben in einem reichen Land - der Reichtum sollte zu immer besseren Lebensbedingungen für alle führen. Mit Bildung und Erfassen der am Arbeitsmarkt existierenden Kräfte kann man da einiges erreichen.
    Und wenn wir alle älter werden und dann einzelne mehrere Jahrzehnte glückliche radfahrende Rentner sind find ich das eigentlich einen sehr schönen und erstrebenswerten Zustand.

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  10. @Charlie
    Mache merr's kurz: 1. Was Du, geradezu zärtlich, formulierst iss ja nich durchweg falsch! 2. Kann grundsätzlich ein expliziter Generationenvertrag funktionieren?
    Denk' nach, lass' Dir bitte Zeit. Merci!

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  11. @ladybird
    "Franzosen haben eine höhere Reproduktionsrate, vor allem da die Unvereinbarkeit von Beruf und Kindern in F um einiges besser ist als in D.": Meintest du vielleicht: Vereinbarkeit? Dann würde ein Schuh draus werden ;).

    Ah, ja!, ich möchte nichts lieber als dereinst eine "mehrere Jahrzehnte glückliche radfahrende Rentnerin" werden! Allerdings keine, die sich bis 67 frühmorgens aufs Rad schwingt zu ihrem Putzjob.

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  12. Das Geld, das hier gefordert wird, gibt es einfach nicht. Es ist nicht da. Das muß man erst einmal zur Kenntnis nehmen. Frankreich ist so pleite wie Deutschland. Diese zaghafte Erhöhung des Rentenalters in Frankreich ist der halbherzige Versuch, wenigsten ein bißchen gegenzusteuern und das Offenbarwerden der Zahlungsunfähigkeit etwas hinauszuschieben. Natürlich kann man Geld drucken und unter die Leute werfen. Damit schafft man aber Inflation, die wieder in erster Linie die Rentner träfe. Die hätten dann einen zeitigen Ruhestand mit hohen Nominalbezügen, für die sie sich aber nichts mehr kaufen können. So, wie die politischen Mehrheiten derzeit sind, ist das ohnehin das wahrscheinlichste Scenarium; wahrlich kein beglückendes. Denn dann werden nicht nur die Zweiundsechzigjährigen arbeiten müssen, sondern die Achtzigjährigen werden ihren Haushalt durchforsten um irgenwo noch Gegenstände zu finden, die sie vielleicht am Straßenrand verkaufen können, um sich etwas zu Essen kaufen zu können — wie in Osteuropa oder Cuba. Wieviele Sozialismen müssen den Leuten eigentlich noch um die Ohren fliegen, bis auch der letzte einsieht, daß man (auf Dauer) nur verteilen kann, was zuvor erwirtschaftet wird?
    Nochmal: Alterseinkommen wird von der nächsten Generation erwirtschaftet und eine Gesellschaft mit solchen Reproduktionsraten wie der unseren (und da spielen die paar günstigeren Kommastellen in Frankreich keine entscheidende Rolle) muß mit Altersarmut klarkommen.

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  13. Das mit dem Ausgraben war doch bloß schnöde Rhetorik, Mrs. Mop. ;-) Geholfen hat's aber anscheinend nichts - der Aasgeier hat sogar nachgelegt und beweist damit seine zuvor nur vermutete Inkompetenz. Auf dieses groteske Diskussionsniveau mag ich nicht herabsteigen, das führt nur zu hohem Blutdruck und weiterem Haareraufen.

    An die Adresse des anderen Vogels: Ich finde meine zärtlichen Worte nach wie vor angemessen und nicht nur "nich durchweg falsch", sondern geradezu glühend richtig. :-) Deine Frage indes hinterlässt tanzende Fragezeichen um meinen Kopf. Wenn Du meine Meinung zum umlagefinanzierten Rentensystem, das Du vermutlich mit dem "Generationenvertrag" meinst, wissen willst, kannst Du dir die Antwort auch selber geben - oder sie einfach auf den erwähnten Nachdenkseiten sowie in vielen, vielen anderen Texten nachlesen. Kleiner Tipp: Gib die benannten Stichworte einfach mal bei scroogle.org ein und nimm Dir ein Stündchen Zeit zum Lesen.

    Generell muss dabei aber immer im Hinterkopf behalten werden, dass dieses Wirtschafts- und vor allem Geldsystem ohnehin von Anfang an dazu verurteilt ist, im Chaos zu enden - das ganze funktioniert also nur für eine gewisse Zeit. Es gibt kein ewiges Wachstum - erst recht kein exponentielles, um auch mal die Mathematik zu bemühen. Das lernen Schüler hierzulande in der Regel in der 7. oder 8. Klasse - aber bis zu unseren Neoliberalen und anderen Geiern hat sich das offenbar noch nicht herumgesprochen.

    Ich fahre morgen nach Kuba und trage dort tanzend ein Transparent durch die Straßen mit der Aufschrift: "ALTERSARMUT FÜR ALLE, MIT AUSNAHME DER ELITE! EUER EUCH LIEBENDER AASGEIER, DER IN MATHE UND SOWI IMMER EINE FÜNF HATTE."

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  14. Nach Kuba! Mich haut's um. Da wird der triste kalte Herbstmorgen gleich noch ein wenig trister. Buen viaje ;).

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  15. Ich hab den Weinlieferanten gemeint. Und da ich selbst Exilpfälzerin bin, meine ich, solche anmaßenden Äußerungen tätigen zu dürfen.

    Aber mal im Ernst, in der alten Heimat *hust* begegnet mir häufig ein derart schlimmes Menschenbild, dass es regelmäßig aus den Schuhen haut...

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  16. Der Weinlieferant ist sozusagen ein konvertierter Ex-Exilant. Trieb sich ein halbes Leben in der Welt herum, kehrte dann zur heimischen Scholle zurück, und wenn ihm der Pfälzer Provinzialismus auf den Geist geht, geht er tingeln (Weine verticken). Ihr zwei würdet euch bestimmt verstehen ;).

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  17. Liebe Mrs. Mop,

    habe den Blog gerade entdeckt, finde ihn wunderbar und freue mich auf weitere Texte!
    Dies als schnelle Rückmeldung,mit herzlichen Grüßen
    Elke

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  18. Hallo Elke,

    habe gerade auf die Schnelle bei Ihnen 'gegengecheckt' - meine Verehrung!

    Auf bald,

    Mrs. Mop

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