Montag, 25. Oktober 2010

Schöner stürzen


Ähm, ja. Was soll man dazu sagen.



Ein Model unter einer futuristischen Designer-Trockenhaube, das kurz vor dem Anpfiff auf den Laufsteg noch schnell ein Frisuren-Finish verpasst bekommt.
Aber von wegen.

Bei dem stromlinienförmigen Kopfdingens handelt es sich um einen aufblasbaren Fahrradhelm. Doch, im Ernst. Ein Airbag für den Kopf, sozusagen. Soll den Kopf des stürzenden Radfahrers schützen, ohne dabei seine Frisur zu ruinieren. Habe ich mir nicht ausgedacht - die Designer sagen das! Und weil Multifunktionsgeräte schon immer etwas teurer waren, lässt man sich den praktischen Mehrwert gern eine Kleinigkeit kosten, nämlich schlappe 450 Euro das Stück. Das Geld ist gut investiert: Mag man sich auch im Falle eines Unfalles sämtliche Knochen brechen - der Kopf bleibt obenauf und die Frisur sitzt.

Getragen wird das kleidsame Teil wie eine Art Halskrause. Eingebaute Sensoren registrieren ungewöhnlich ruckartige Bewegungen des Radfahrers und lösen dann den Luftballonmodus aus. Hm. Mit dem Ding um den Hals würde ich mich keine einzige nur mäßig hohe Bordsteinkante mehr runtertrauen, denn womöglich bläst sich das Monster dabei versehentlich auf und ich werde von der Straße weg als Terroristin verhaftet. Außer an Halloween vielleicht.

Wenn ich es mir recht überlege, wären je zwei Airbags an den Knien, den Ellbogen und den Handgelenken auch nicht verkehrt. Und - unverzichtbar! - ein großflächiger Airbag für den Rücken, auf den man bekanntlich gern fällt, wenn man vom Fahrrad fällt. Bestimmt ließe sich der smarte Helm noch weiterentwickeln und optimieren, wenn nicht nur der Schädel, sondern auch das Gesicht im Falle des Aufpralles angemessen geairbaggt würde; Makeup-schonend, versteht sich. Überhaupt, warum tüfteln die Designer nicht längst an einem Ganzkörper-Biker-Airbag-Schutz? Warum lassen manche Leute das Radfahren nicht einfach bleiben?

Kommentare:

  1. Öh? Ist der auch nach vorn stabil? Also, wenn man damit direkt auf die Nase fällt?

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  2. Mrs. Mop, wie wäre es mit so etwas:
    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Yes_Men_Fix_the_World
    ;-)

    Kennst Du den Film? Ist Klasse.Vor allem der Zweck des Ganzkörper-Anzugs ist heftig. Und als gewisse Herrschaften da gerne investieren wollen, das ist einfach nur noch erschreckend.

    450 für nen aufblasbaren Helm...Am besten das Haus gar nicht mehr verlassen, das ist dann "sicher"!

    Grüße, Amatō

    Wie der Strich über dem o bei Amatō geht, weiss ich selber nicht(bitte nicht weiter sagen) ich kopiere es immer...(peinlich) ;-)
    Das "ō" kommt aus dem japanischem, es wird ähnlich wie "ou" gelesen.

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  3. Hier ist noch die Webseite zu "SurvivaBall"
    http://www.survivaball.com/index.php

    :-)

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  4. Na, ob die Autoindustrie sich das gefallen lässt, wenn demnächst lauter Michelmännchen auf Fahrrädern durch die Gegend fahren? Verletzt doch bestimmt das Urheberrecht oder so.

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  5. Michelinmännchen, nicht Michelmännchen. Ich treib mich eindeutig zu oft in politischen Blogs rum.

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  6. @Mary Malloy
    Nee, drum hab ich ja angeregt, noch so ein Extra-Airbägchen fürs Gesicht zu designen ;).

    @Amato
    Mann, ist das abgedreht! Danke für den Hinweis auf The Yes Men. Mir gefällt das Subversive von den beiden irre gut. Hab eben das Info-Commercial gesehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=joUVgVEZx7U...

    @Amike
    ...musst du gugge!

    Die Michelinmännchen für die Michelmännchen sind in Arbeit...;)

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