Freitag, 27. August 2010

SM wie Supermarkt


Wenn es um den Einkauf von Lebensmitteln geht, sollte die Wahl des Einkaufsortes mit Bedacht getroffen werden. Nichts ist unklüger, als unter Zeitdruck zum nächstbesten Supermarkt zu rennen, um an der Kasse festzustellen, dass das dort befindliche Reptil - vulgo: Kassenschlange - sich nicht von der Stelle rührt. Und sich, zum Stillstand gezwungen, zu fragen, warum man so blöd war, trotzdem in gerade diesen Supermarkt zu rennen, schließlich kennt man seine Pappenheimer im Stadtteil (wissenschaftlich: relevant set) und weiß aus Erfahrung, wo einen welcher Stressfaktor erwartet.

Seit ich um die Firma Rewe einen großen Bogen mache, hat sich mein relevant set verkleinert, was die Wahl des Einkaufsortes ein wenig stressfreier gestaltet, denn bekanntlich fällt jegliche Art von Auswahl - ob beim Lebensmittelkauf oder beim Lebenspartner - umso leichter, je weniger Alternativen sich anbieten.

Weil es heute in kurzen Abständen mal regnete, mal nicht, entschied ich mich für den kürzesten Weg zwischen zwei Wolkenbrüchen und strebte den nächstgelegenen Supermarkt, den Discounter Penny an; wohlwissend, dass die Penny-Filiale in meinem Stadtteil ganz unten rangiert in meinem persönlichen Supermarkt-Ranking, aus mehreren Gründen:
1. Es riecht dort immer ganz dubios. Wobei schlechte Gerüche per se unerfreulich sind, aber wenn die Geruchsmischung noch nicht einmal einem bestimmten Geruchsverursacher zuzuordnen, sondern einfach nur ein barbarischer Gestankmix ist, ist meine Toleranz ausgeschöpft.
2. Der Boden dort ist fast immer klebrig, vorzugsweise an dichtfrequentierten Stellen, so dass jeder Schritt ein hässlich schmatzend-qietschendes Geräusch produziert. Mich macht das ganz krank.
3. Die Kassenschlange ist regelmäßig hypertrophiert. Meine vergleichenden Studien haben ergeben, dass sie bei Penny am längsten brauchen, bis eine zweite oder dritte Kasse geöffnet wird - eigentlich tun sie es erst dann, wenn das Reptil sich so aufgebläht hat, dass es die Fensterfront zu sprengen droht. Den richtigen ( = kundenfreundlichen) Zeitpunkt verpennen sie regelmäßig - wahrscheinlich haben sie deshalb den Laden liebevoll 'Penny' genannt.

Egal, dachte ich heute - du hast Urlaub, also Zeit, außerdem hast du Urlaubslaune, also gute Nerven. Letztere sollten auf eine harte Probe gestellt werden. Wo? An der Kasse natürlich. Es zog sich ein buntes multiethnisches XXL-Reptil durch den halben Laden. Ich hatte das Pech, direkt vor mir eine Frau mit Kinderwagen zu haben, aus dem heraus ein mörderisches Gebrüll abgesondert wurde. Neben dem Kinderwagen standen zwei kleine Mädchen; eines von beiden versuchte den Kinderwageninhalt zu besänftigen, indem es das Gefährt ganz sachte ein wenig auf und ab schaukelte, den Zeigefinger auf die Lippen legte und leise "Psst, psst" ins Wageninnere flüsterte, was das Brüllmonster völlig ungerührt ließ. Hochtourig brüllte es weiter. Das Reptil vor und hinter mir gab schnaubende Atemgeräusche von sich.

Unsanft schubste die Brüllmonstermutter das kleine Mädchen weg vom Kinderwagen, dabei schimpfend: "Lässt du meinen kleinen Jungen in Ruhe!" Das Mädchen gehorchte sofort und wich zurück. An den erschrocken aufgerissenen Augen war abzulesen, dass es die Schwester des Brüllmonsters sein musste. Beim besten Willen konnte ich mir nicht vorstellen, dass diese Mutter je ihre Tochter "mein kleines Mädchen" genannt hat. Aus dem Kinderwagen randalierte es fortgesetzt. Die Mutter griff nach ihm und begann ihn sachte zu schaukeln, beugte sich über ihn und sagte in sanftem, fast zärtlichem Tonfall etwas zu ihrem kleinen Jungen, was ich nicht verstand und auch keiner mir bekannten Sprache zuordnen konnte. Die beiden kleinen Mädchen standen schweigend daneben und verfolgten die Szene. Der Kinderwagen brüllte weiter Zeter und Mordio.

Ob diese beiden Mädchen jemals so laut, so ausdauernd, so tyrannisch gebrüllt haben? Oder wurde es ihnen beizeiten ausgetrieben? Man weiß es nicht. Während sich das Reptil im Zeitlupentempo nach vorne schob, gingen meine Gedanken spazieren und kehrten zurück mit dem geschlechtssensiblen Sprichwort: "Mädchen, die pfeifen und Hühnern, die kräh'n, soll man beizeiten die Hälse umdreh'n." Halt so typische Kassenschlangen-Gedanken.

Schließlich kam ein Ende in Sicht: Die Kinderwagenmutter vor mir war mit Bezahlen dran.

"13 Euro 81 bitte."

Sie legte dem Kassierer eine Handvoll Kleingeld auf die Ablage und sagte:

"Ist genau gezählt, Sie nix nachzählen."

Der Kassierer wäre kein guter Kassierer, hielte er sich an diese Empfehlung. Er zählte nach. Das dauerte. Es waren viele 20- und 10-Centmünzen und noch viel mehr 5-, 2- und 1-Centmünzen. Endlich war er durch.

"Es fehlen ein Euro und 72 Cent."

Die Frau stellte sich in Pose, wies mit einer dramatischen Handbewegung auf die unzähligen Münzen und rief, keinen Widerspruch duldend:

"Ist genau gezählt - Sie nix können zählen?"

Der Mann an der Kasse bewahrte die Ruhe, schüttelte den Kopf, hielt die Hand auf und wiederholte:

"Noch einen Euro und 72 Cent, bitte."

Ein Schwall böser, nichtdeutscher Beschimpfungen ergoss sich über ihn; der Kinderwagen randalierte fortissimo; die Frau griff in ihren Einkaufswagen, zog eine Tüte H-Milch heraus, pfefferte sie dem Kassierer vor die Nase und rief in (wie mir schien, gut einstudierter) Erregung:

"Da, basta, jetzt zufrieden?"

Der Mann an der Kasse blieb bewundernswert cool, schüttelte den Kopf und sprach geduldig wie zu einem kleinen Kind:

"Sie wissen doch, dass ein Liter H-Milch weniger als einen Euro kostet."

Ohne Rücksicht auf Verluste zog die Drama Queen ihre Nummer weiter durch. Der Kinderwagen vibrierte vor Gebrüll. Zwei weitere Penny-Mitarbeiter wurden zu Hilfe geholt (die sich im übrigen längst hätten an eine zweite Kasse setzen können, aber - Penny ist nun mal Verpenny, wie schon erwähnt). Die ganze Prozedur zog sich in unerträgliche Länge. Das multiethnische Reptil gab deutliche Anzeichen der Gereiztheit von sich. Es wurde unruhig. Es wurde laut.

Als erste meldete sich die - wie immer - ungeniert sprachgewaltige italienische Fraktion zu Wort:

"Eh - pronto, pronto!",

dicht gefolgt von einem spanischen Ehepaar - sie: Fäuste in die Taille gestemmt, er: heftig Richtung Kasse gestikulierend:

"Vamosnos, senora!"

Es folgten türkische und jugoslawische Ausrufe, die ich nicht verstand, aber Tonlage wie Lautstärke waren unmissverständlich - Ärger, Genervtheit, Wut. Vor allem der Reptilschwanz war stinksauer.
Draußen ergoss sich der nächste Wolkenbruch; drinnen schien sich ähnliches zusammenzubrauen.
Auf Deutsch war zunächst nur ein verhaltenes, unverständliches Murren zu vernehmen, was dadurch als deutsch zu identifizieren war, dass es eben nur ein verhaltenes, unverständliches Murren war.
Dem Spanier war solcherart Gehemmtheit fremd; wie ja überhaupt die Südländer bei angemessener Provoziertheit die expressive Selbstartikulation bevorzugen, statt sich, wie die meisten Deutschen, erst einmal ein Magengeschwür zuzuziehen, bevor sie ihrem Ärger Luft machen.

"Ay, que puta!",

brüllte der Spanier quer durch den Laden (bitte nachschlagen, so unfeine Kraftausdrücke gebe ich nur unübersetzt wieder).
Das verhaltene deutsche Murren schwoll leicht an, blieb aber immer noch im unteren Dezibelbereich.
Die jugoslawische Front schimpfte erregt und wie immer melodisch Richtung Kasse; die Türken gaben sich lautstarkem, clan-übergreifendem Fluchen hin.

"Puta estupida!!",

steigerte sich der Spanier, um schließlich mit

"Puta madre!!!"

zur Hochform aufzulaufen.

Das Reptil war am Rocken.

Wie gesagt, die Deutschen brauchen immer einen gewissen Vorlauf, bevor sie ihre Contenance aufgeben. Offenbar war jetzt endlich der point of no return erreicht. Eine junge deutsche Mutter mit Kleinkind auf dem Arm explodierte als erste.

"Haben Sie eigentlich ein Rad ab, Sie da vorne?",

schrie sie mit sich überschlagender Stimme. Der deutsche Gefühlsstau kam in Bewegung.

"Wegen Ihnen müssen wir hier alle warten, hamsiese noch alle?",

donnerte es direkt hinter mir - ein rüstiger Rentner mit Hackenporsche entlud sich. Allmählich kamen die Deutschen in Fahrt:

"Wird's bald, wird's bald - sonst helfen wir gerne nach!",

keifte es vom Schwanzende (man beachte die solidarische Wir-Form!). Aus der Ferne erkannte ich eine alte Frau, gebeugt über einen Krückstock, und der bracchiale Ton, in dem sie ihre Nachhilfe angeboten hatte, ließ keinen Zweifel offen, dass sie um die Multifunktionalität eines Krückstockes wusste.

Und ich? Ich machte Atemübungen, tagträumte von meinem Urlaub und dachte bei mir: Wie gut, dass du ein Blog hast.

Alsbald war das anfangs noch in stumm leidender Wartepose erstarrte Fossil von Kassenschlange zu einem wüst zeternden, laut brüllenden, wild fuchtelnden Reptilmonster mutiert. Der Volkszorn entlud sich so ohrenbetäubend, dass ich, die ich direkt hinter der zahlungsunfähigen Mutter samt Kinderwagen stand, basserstaunt feststellte: Im Kinderwagen war es muckmäuschenstill geworden. Was lernen wir? Vor großen Reptilmonstern haben kleine Brüllmonster Respekt. Wenn schon nicht vor Müttern und Schwestern.

Unvorsichtigerweise wagte ich, die Frau darauf aufmerksam zu machen, dass jetzt wohl ein Wort der Entschuldigung an die tobende Kassenschlange angebracht wäre, worauf sich ein bösartiger fremdsprachiger Wortschwall über mich ergoss, die Frau hoch erhobenen Hauptes den schweigenden Kinderwagen zur Tür hinausschob, gefolgt von zwei kleinen verschüchterten Mädchen, die sich noch ein paar Mal zu dem rasenden Reptil umdrehten, womit sie sich einen finalen Anschiss von ihrer Mutter einhandelten.

Ich geh' jetzt aufs Konzert. Heute wieder lange Nacht der Rumba, des Bolero und der wiegenden Hüften. Wieder multiethnisch, aber irgendwie anders, ganz anders als bei Penny.

Kommentare:

  1. Du hast aber auch'n Talent, (mich) in die Eingeweide zu treffen :-( Wohnst Du in der Arschloch-Sarazin-Straße? Sach mir bitte, dass ich nix verstehen, ja?

    Das ganze kannze auch schön auf deutsch unn ohne Reptilien: Gestern, zwei an der Kasse, Typ hat gerade bezahlt, rafft sein' Kram zusammen, ... Mensch (Mittelalter) beläd das Band - einhändig, langsam, sorgfältig. Ich gugg in den Korb - das dauert noch - will nich stören oder gar aus dem Konzept bringen, geh' vorbei und stell' meine Dose Tomatenmark mit 'nem 50-Centstück obendrauf vor die Kassiererin, die *plingplang* 11 Cent rausgibt, ich schon auf'm Absatz: Mensch, Band beladend - einhändig, langsam, sorgfältig: "Sie hätten mich ja 'mal fragen können, ob ich sie vorlasse!" weiter das Band beladend - einhändig, langsam, sorgfältig ... Ich: "Sagen sie 'mal: Hammse 'n Bindestrich im Nachnamen oder 'n Knoten im Hirn? Ich wollt'se nich stören unn dess passt ihnen jezz nich?"

    Mensch blaba, Kassiererin blabla, ich: Raus unn Gas (auf'm Fahrrad [Schauf Herrenrad, 22 Jahre Quälität - noch aus'm Vollen geschnitzt]!)

    "Heute wieder lange Nacht der Rumba, des Bolero und der wiegenden Hüften. Wieder multiethnisch, aber irgendwie anders, ganz anders als bei Penny."

    Jaja - erst Penny dann multiethnisch, hm, ich krieg's gleich ... ach ja: Pizzeria, Sirtaki und die Galvanik bei Ford haben ja auch nich so richtig multiethnisch gefunst, gelle? Menschen ...

    AntwortenLöschen
  2. Das entspricht im wesentlichen meinen Supermarkterlebnissen, wobei ich Dir in einem wesentlichen Punkt widersprechen muss: Wenn Du feststellst, dass "bekanntlich (...) jegliche Art von Auswahl - ob beim Lebensmittelkauf oder beim Lebenspartner - umso leichter (fällt), je weniger Alternativen sich anbieten", kann ich dazu nur feststellen: Das Gegenteil ist der Fall.

    Je weniger Alternativen sich anbieten, desto schwerer fällt die Auswahl - und umso eher ist man bereit, eben gar keine Wahl zu treffen (was im Falle der Lebensmittel etwas problematisch ist, das gebe ich zu).

    Als Vater von zwei ebenfalls kleinen Mädchen kann ich Dir aber versichern: Die Auswahl der potentiellen Lebenspartnerinnen reduziert sich spätestens an diesem Punkt auf ein so überschaubares Maß, dass es nicht schwer fällt, keine Wahl zu treffen. ;-)

    AntwortenLöschen
  3. @Vogel
    Ich wohne in der Puta-Pronto-Straße und bin daher mit Kraftausdrücken aller möglichen Ethnien vertraut. Ein Sarrazin würde sich gewiss in besagtem Reptil niemals blicken lassen, und Arschlöcher gibt's bekanntlich überall, auch im Prekariat.

    @Charlie
    Bisschen kryptisch (liegt das am Vollmond, der just in diesem Moment wieder ungeheuer oben hängt und ebenfalls Rätsel aufgibt?).

    Lass mich im Dunkel raten: "Je weniger Alternativen sich anbieten, desto schwerer fällt die Auswahl" - weil die wenigen Alternativen (Lebenspartnerinnen) so ungeeignet sind, dass du lieber komplett verzichtest und "eben gar keine Wahl" triffst? Kann ich dir folgen? Falls ja, dürfte diese (nämlich keine) Wahl doch eher leicht fallen, weil, wer will schon jemand Doofes an seiner Seite haben.

    Oder ist gar die Auswahl "auf ein so überschaubares Maß" geschrumpft, dass von der Zahl Null ausgegangen werden muss? Dann ist es natürlich nicht besonders schwer, keine Wahl zu treffen.

    Ob so rum oder anders rum, ich sehe meine These bestätigt. Oder habe ich jetzt irgendwas komplett falsch verstanden ;)?

    AntwortenLöschen
  4. Hm, hm, hm. Heute bin ich ausnahmsweise mal nicht ganz so begeistert wie sonst, liebe Mrs. Mop.

    Jedenfalls hätte ich der Mutter einfach diskret ein 2-Euro-Stück zugeschoben und fertig. Sowas habe ich schon öfter getan, meistens natürlich bei Kindern. Mir tun die Leute immer leid, die erst an der Kasse merken, dass ihr Geld nicht reicht, und obwohl meine 3 Kinder inzwischen erwachsen sind, kann ich mich gut erinnern, wie anstrengend es seinerzeit war, mit meinen drei kleinen Strolchen einzukaufen. Es kann halt auch nicht jeder so gut kopfrechnen wie Du und ich.

    Und nein, ich gehöre, finanziell gesehen, keineswegs zur Ober-, sondern bestenfalls zur alleruntersten Mittelschicht. Aber Großzügigkeit scheint mir eher eine Frage der Lebenseinstellung als des Einkommens zu sein. Mir fällt da immer der alte (und bekanntlich stinkreiche) Haniel ein und sein Motto: "Mir han et nit vum Usjewwe, mir han es vum Behalde!"

    Der ist aber nicht mein Vorbild.

    Liebe Grüße
    Saby

    AntwortenLöschen
  5. Das war anders rum gemeint, ich sehe den Post durchaus auf S.'s :-( Spuren. Daher meine vergebliche Hoffnung, einem Missverständnis aufgesessen zu sein.

    AntwortenLöschen
  6. @Saby
    Jemandem an der Kasse auszuhelfen, der zu wenig Geld bei sich hat, ist mir eine Selbstverständlichkeit, schon fast wie ein Reflex, und ich wäre selber froh, wenn mir jemand in so einer Situation aus der Verlegenheit helfen würde.

    Im vorliegenden Fall war mir das Verhalten der Frau ihren Töchtern gegenüber extrem unsympathisch. So unsympathisch, dass sich in mir kein Wunsch zur Hilfsbereitschaft regte. Ich mochte einfach nicht. Ich mag es nicht, Zeuge werden zu müssen von der Zurichtung kleiner Mädchen auf eine Frauenbild hin, das ich ablehne. Ich mag es, wenn aus kleinen Mädchen starke Frauen werden.

    Hinzu kam, dass ich ihr Auftreten dem Kassierer gegenüber als herablassend und hochfahrend empfand. Man kann sich darüber streiten, ob einem (unter Hochdruck fließbandartig arbeitenden) Discounterkassierer zuzumuten ist, eine Handvoll Kleinmünzen mühsam abzuzählen - es ist auf jeden Fall eine Zumutung. Da hätte ich ein höflicheres Auftreten für angemessen gehalten.

    Im übrigen wurde ich während der ganzen Szene das Gefühl nicht los, dass in dem Verhalten der Frau eine gehörige Portion Berechnung steckte. Das war mir ebenfalls unsympathisch. Mag vielleicht eine Projektion meinerseits gewesen sein, aber wer ist schon frei von Projektionen?

    Alles in allem- ich konnte und wollte nicht 'über meinen 'Schatten' springen. Meine Abneigung war zu groß, deutlich größer als meine Hilfsbereitschaft. Ich finde das menschlich. Andere mögen mich moralisch verdammen.

    @Vogel
    Ich habe bereits bei deinem ersten Kommentar nicht verstanden, wieso du derart beiläufig dieses mich diffamierende Namedropping betreibst. In deinem zweiten Kommentar tust du es wieder. Mir ist das erklärungsbedürftig.

    Ich beziehe in meinem Blog klare, eindeutige Positionen gegenüber 'Volksvertretern' wie den von dir genannten; darum ist es mir unverständlich, wieso ein Leser mir den Namen eines der schlimmsten Volksverhetzer einfach so ins Blog reinschmeißt und den dampfenden Haufen grad' so liegen lässt.

    AntwortenLöschen
  7. Ich fand meinen Beitrag nicht kryptisch (da muss ich doch energisch auf einen anderen Kommentatorenvogel verweisen). ;-)

    Ich bitte nur um Verständnis, dass ich mich hier nicht weiter über die Wahl meiner Lebenspartnerin auslassen möchte - ich habe Dein Stöckchen zwar aufgehoben, aber wir befinden uns ja hier nicht in der spelunkigen dunklen Hafenkneipe meines Blogs, wo wir so schön ungestört diskutieren können, sondern im grellen Licht der Öffentlichkeit der freischaffenden Mrs. Mop. :-)

    Ich finde es übrigens sehr bedauerlich, dass Du Deinen Text noch extra erläutern musstest. Es stand für mich außer Frage, dass Du zu den Menschen gehörst, die selbstverständlich (und je nach Peinlichkeitsfaktor auch diskret) mal einen Euro an den Vordermann oder die Vorderfrau in der Kassenschlange abgeben, wenn sich da kleine Fehlbeträge auftun. Offenbar lesen nicht alle Menschen Deine Beiträge gewissenhaft, bevor sie kommentieren.

    Den Vogel hat aber der Vogel mit seinem letzten Kommentar abgeschossen. Mrs. Mop auf den Spuren Sarrazins? Hallo? Bitte lesen und nachdenken vor dem Kommentieren - es ging hier nicht um eine Kritik an irgendwelchen ethnischen Gruppen, sondern um eine Kritik menschlichen Verhaltens - ganz egal, welcher Nationalität dieser Mensch nun angehört.

    Um es mal ganz profan auszudrücken: Es gibt unzweifelhaft kritikwürdiges Verhalten von Menschen. Wir kritisieren in unseren Blogs ständig andere Menschen und fragen in der Regel nicht danach, welchen Pass sie in der Tasche haben - das ist uns egal, weil es eben irrelevant ist. Nichts anderes ist es, wenn man statt der Westerwelles oder Sarrazins auch mal nicht-prominente Mitbürger kritisiert - weil man einfach findet, dass das Verhalten unangemessen oder schlicht falsch ist. Wieso spielt da plötzlich der Pass oder die Herkunft eine Rolle? Das ist doch absurd.

    Wenn Mrs. Mop nicht erwähnt hätte, dass es sich bei der in Rede stehenden Dame um eine Migrantin gehandelt hat, wäre der Text dann auch so kommentiert worden? Ich fürchte fast, die Antwort zu kennen.

    Nochmal für alle, zum Mitschreiben: In diesem Land leben sehr viele sehr unterschiedliche Menschen. Darunter sind Menschen, die man mag, die man nicht mag, die sich manchmal seltsam verhalten, und manche, die auch einfach nur Idioten sind. Das hat nichts - aber auch gar nichts - damit zu tun, welche Hautfarbe sie haben, woher sie kommen oder welchen Pass sie besitzen.

    Es ist beschämend, in einem Blog wie diesem solche Kommentare lesen und vor allem eine solche Binsenweisheit posten zu müssen.

    AntwortenLöschen
  8. @Mrs. Mob* (& Charlie)
    Wie gut zu hören, dass ich mich "um 180° nix verstehn vertan" hab'. Beim Lesen (!) lies es sich auch erst gut an. Wie dann die Kinderszenen beschrieben wurden, wurde es für mich schon etwas unruhig - das passte idT nich mehr in das Bild, das ich bisher gewonnen hatte**. Und je weiter es ging - "Ist genau gezählt - Sie nix können zählen?" usw. umso mehr passte das imho eher an'nen Stammtisch denn hier hin, kriegte ich den Artikel in den falschen Hals. Und das hatte Deine erste Rückmeldung nich geheilt, deshalb hab' ich meine Gedanken noch einmal geoutet. SRY!!

    Jezz bin ich froh, dass sich meine schon eingänglich geäußerte Hoffnung Sach mir bitte, dass ich nix verstehen, ja? doch noch in Erfüllung gegangen ist. *Puh*

    * Namedropping iss imho hier ein Missverständnis - ich habe (gedankliche) Nähe zu dem Herrn tatsächlich unterstellt. Das iss ja jezz für mich geklärt, Gottseidank, falls für Dich nich, sag' an! Namedropping iss für mich angeben. Angeben mit "wichtigen Namen" so nach dem Motto: "Kenn' ich persönlich ...! (bin ja selber wichtig)"
    ** Du kannst 100 Mütter(!) beobachten - oder auch fragen (das hat nix mit unserem "Dispütchen"/meinem Missverständnis hier zu tun: Jungs sind idR immer "vorne dran" im Guten [Erziehung] wie im [Schlechten] "... schon wieder was ausgefressen!"): Wenn die Tochter plärt, in 80% der Fälle: "Wird wohl nich so schlimm sein!", meldet sich dagegen der "Stammhalter" iss Feuer unterm Dach. Väter stehen öfter (auch) auf ihre kleinen Prinzessinen, trotzdem iss das bei Vätern nicht ganz, aber annähernd, auch so. Es steht jedem zu, das zu finden wie er will, ändert aber leider nix!

    PS.: Ich schäm' mich nich, dass man mir die Dinge manchmal zweimal erklären muss, Charlie. Nur zu, null problemo.

    AntwortenLöschen
  9. @Charlie
    Danke für das Plädoyer ;).

    @Vogel
    Dieses schnelle reflexhafte, unreflektierte Zuschlagen unter Verwendung der schärfsten derzeit verfügbaren Munition, nämlich des Namens Sarrazin: Das verstehe ich unter Stammtischniveau.

    Wer meint, meinen Post des Stammtischniveaus bezichtigen zu müssen, möge mir bitte mit gutem Beispiel vorangehen und auf erkennbar höherem Niveau antworten, damit ich lerne, wie es geht.

    AntwortenLöschen
  10. Verwendung der schärfsten derzeit verfügbaren Munition, nämlich des Namens Sarrazin: Das verstehe ich unter Stammtischniveau. Kann man so sehn. Noch'mal: SRY!
    bitte mit gutem Beispiel vorangehen Ich üb' schon 'mal.

    AntwortenLöschen
  11. Entschuldigung angenommen.

    Ich habe noch eine Verständnisfrage - alte Soziologenkrankheit ;) - ganz ohne Polemik und Schaum vor dem Mund: Als du deine beiden ersten Kommentare geschrieben hattest, wo tauchten da in deinem Koordinatensystem die dutzendweise mosernden Migranten in der Kassenschlange auf? (Ich nehme mal zu deinen Gunsten an, dass du in ihnen keine glühenden Sarrazin-Anhänger gesehen hast, wie es dir in der ersten Aufwallung mit der deutschen Mrs. Mop passiert ist.)

    Würde mich echt interessieren.

    AntwortenLöschen
  12. @Vogel
    mich auch!
    [@Mrs. Mop: das ist ja richtig spannend hier!! kaum guckt man ma' weg.... *g]

    AntwortenLöschen