Donnerstag, 9. September 2010

Verschnupft


Eben von den DLF-Frühnachrichten wachgeworden. Dann den "Informationen am Morgen" gelauscht. Ich könnte keine einzige dieser Informationen inhaltlich wiedergeben, denn der Sprecher war so stockheiser gewesen, dass ich nur fasziniert der kieksend gebrochenen Stimme zuhörte, die klang wie ein verrostetes Beil. Bis zehn vor sechs kiekste er sich zum Gotterbarmen durch die Sendung, dann wurde er endlich - kommentarlos - von der gut geölten Stimme des Nachrichtensprechers abgelöst.

Der arme Kerl, dachte ich, wieso bleibt der nicht im Bett? Erst während ich meine Regenklamotten überziehe und den Rucksack packe, fällt mir auf, dass ich seit gestern von einem mittelheftigen Schnupfen geplagt werde, der sich heute früh in krachenden Niesexplosionen, Brummschädel und verstopften Atemwegen entlädt. Falsch - aufgefallen sind mir die Symptome natürlich, schließlich leide ich darunter; aber erst, als ich fix und fertig angezogen bin und mir noch ein Tässchen heiße Zitrone gönne, steigt mir aus dem dampfenden Gebräu die Frage entgegen: Wieso bleibst du eigentlich nicht im Bett?

Keine Zeit zum Beantworten der Frage. Noch ein paar Mal kräftig niesen, dann rauf aufs Rad. Es regnet. Ich niese. Ich schniefe. Im Hals kratzt es. Wieso bleibe ich eigentlich nicht im Bett? Vielleicht fällt mir unterwegs die Antwort ein.

Kommentare:

  1. aus der veröffentlichungs-uhrzeit schließe ich, daß du entweder später arbeiten mußt oder automatisiert veröffentlichst oder doch zu hause geblieben bist... ? gute besserung in jedem fall!

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  2. weder weder noch...;)
    Ich habe vor einigen Monaten einen erfolgreichen kleinen Arbeitskampf pro Gleitzeit geführt und kann jetzt morgens in der Zeit von sechs bis sieben Uhr antreten (nach vorheriger Absprache).

    danke danke danke *schnief*

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  3. *g mein opa [91] zur gleitzeit: heutzutage werden die ja alle zur unpünktlichkeit erzogen, mit dieser... gleit-zeit ... [!!!]. können kommen, wann se wollen und wahrscheinlich auch gehen, wann se das wollen. das kenne ich nicht. früher ... *anheb

    obwohl mein opa ansonsten einer von den guten [alten] ist, haben wir über dieses thema schon viele schlachten geschlagen! [denn er kritisiert ja nicht die gleitzeit an sich, sondern eben den pünktlichkeitsverfall! *hrgrML das wird er aber wohl auch nicht mehr verstehen ;)..]

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  4. Auch von mir gute Besserung! - Und ein Hoch auf die Unfreiheit der "Frei"berufler ... die von einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle nur wild träumen dürfen ...

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  5. @rebhuhn
    Der Opa hat recht! Die Gleitzeit erzieht mich zur Unpünktlichkeit, weil ich eben nicht mehr genau auf die Uhr gucken muss: wieviel Zeit hab ich noch, wann muss ich los, muss ich mich abhetzen usw.? Ich setze mich halt so Pi mal Daumen aufs Rad und irgendwann zwischen 6 und 7 komme ich an. Das ist, ganz klar, ein Pünktlichkeitsverfall ;)! (nur dass ich ihn halt gut finde und dein Opa ihn kritisch beurteilt.)

    @Charlie
    Wohl wahr. Trotzdem ist es dumm von mir, mich mit Schnupfen aufs Fahrrad zu setzen und vier Stunden lang zu putzen. Noch dümmer ist es, dass ich es heute schon wieder mache. Ich werde da wohl irgendwas dazu schreiben müssen, denn ich fange an, mich über mich zu ärgern.

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  6. @Mrs. Mop: Gute Besserung!

    Warum Du mit Schnupfen zur Arbeit fährst? Weil Husten, Schnupfen und Heiserkeiten bis mittlerem Grad ohne Fieber wohl keine Krankheiten im engeren Sinne sind, sondern zu den Plagen und Malaissen zählen, die zu einem "gesunden" Leben nun mal dazu gehören. Auch wenn ein Haufen Ärzte was anderes behauptet.

    @Charlie: ...und im Urlaub und an Weihnachten und... Dafür können wir uns jeden Morgen im Spiegel mit offenen Worten direkt an unseren Ausbeuter wenden. ;-)

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  7. Es gibt so schöne Wörtspricher wie: "...von irgendetwas die Nase voll haben..."

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  8. @Charlie, ninjaturkey, Libero

    Ihr habt ja alle so recht.

    Danke für eure Zusprüche.

    Späterleuchtetes zum Thema "Arbeitsmotivation bei Krankheit unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Dummheit" findet sich hier:

    http://dierotenschuhe.blogspot.com/2010/09/im-schwitzkasten.html

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