Donnerstag, 7. Juli 2011

Wer hat Angst vorm schwarzen Loch?


Bei manchen Themen hält man sich besser zurück. Bei mir ist das zum Beispiel die Physik, von der ich reichlich wenig Ahnung habe, erst recht von der Astrophysik.

Wobei ich mir durchaus ein gewisses Vulgärwissen angeeignet habe, nämlich durch das Anschauen des Disney-Filmes Das Schwarze Loch, wo, wenn ich mich recht erinnere, zwei Raumschiffe miteinander ringen, welches von beiden als erstes in das Loch reinfallen wird, woraus ich gelernt habe, dass der Aufenthalt in der Nähe eines schwarzen Loches von Übel ist, weil die Gravitationskraft unweigerlich dazu führt, dass das schwarze Loch mich verschlingt.

Daraus folgt, dass ich mich bei seriösen Fachgesprächen über schwarze Löcher besser zurückhalte - ein falsches Wort von mir, und der Diskurs würde mich ob meiner fehlenden Expertise mit Haut und Haar verschlingen, ich würde in ein bodenloses schwarzes Loch stürzen und könnte mich allenfalls noch durch geistesgegenwärtiges Ziehen des Badewannenstöpsels retten.

Andererseits gibt es Gespräche über schwarze Löcher, wo ich mich einfach nicht zurückhalten kann, dann nämlich, wenn ich den Eindruck habe, die Diskutierenden haben noch weniger Ahnung von schwarzen Löchern als ich. So ein Fall trat gestern in der Kassenschlange eines Supermarktes ein. Die Kassenschlange war endlos lang und alternativlos, es gab kein Entkommen - von daher einem schwarzen Loch nicht unähnlich -, und zwang mich zum Belauschen eines Gespräches hinter meinem Rücken.

Zwei Männer erörterten, während sie sich wartend auf ihre Einkaufswagen stützten, den Fall Griechenland und befanden, dieses Land sei ein schwarzes Loch, welches unersättlich jenes "sinnlose" Geld verschlucke, das von Deutschland hineingeworfen werde, um das Loch schlussendlich zu stopfen. Wie, Griechenland ein schwarzes Loch? Ich würde keinesfalls bestreiten, dass Griechenland sich in gefährlicher Nähe zu einem schwarzen Loch befindet, aber Griechenland selbst zu einem schwarzen Loch zu konstruieren, erschien mir gewagt und, an den astrophysikalischen Gesetzen der herrschenden Finanzkapitalthermik gemessen, völlig daneben.

Also drehte ich mich um und mischte mich ein. Griechenland, sagte ich, sei kein schwarzes Loch, sondern im Begriff, in ein schwarzes Loch gestoßen zu werden, und über kurz oder lang werde Deutschland mit seinem sinnlosen Geld im nämlichen dunklen Schlund verschwinden. Wieso Deutschland, fragte basserstaunt der eine Mann, warf sich in Siegerpose und fuhr fort: "Wenn wir(!) Deutschen wirtschaftlich nicht so gut aufgestellt wären, wäre Griechenland schon lange im schwarzen Loch verschwunden!"

Deutsche Siegerrhetorik hat etwas Entwaffnendes, besonders wenn sie von Deutschen vorgetragen wird, die - erkennbar an ihrer Kleidung und dem Inhalt ihres Einkaufswagens - wirtschaftlich alles andere als gut aufgestellt sind. Aber gut. Der andere Mann befand, an meiner Theorie mit dem schwarzen Loch sei was dran, weshalb "die Deutschen" am besten "die Griechen" ins schwarze Loch stoßen sollten, "weil, dann wär' endlich Ruhe und Europa käme wieder voran".

Gottlob kam die Kassenschlange allmählich voran. Während ich schob, drehte ich mich erneut um und fragte den europabegeisterten Mann, was ihn so sicher mache, dass die Deutschen nicht alsbald den Griechen ins schwarze Loch folgen würden? Er lachte selbstbewusst und frohlockte: "Wer um alles in der Welt sollte Deutschland in das schwarze Loch stoßen wollen?". Ich klaubte meine Produkte auf das Laufband, holte tief Luft und erwiderte: "Na, Deutschland selber!", was mit zwei empört offenstehenden Mündern beantwortet wurde und mir die Gelegenheit gab nachzulegen: "Wär' ja nicht das erste Mal." Alsdann nahm die Kassen-checkout-Logistik ihren Lauf und das spontane Politgeplänkel ein Ende.

Fast hätte ich den Schnack in der Kassenschlange wieder vergessen. Doch fiel er mir heute früh wieder ein, als ich auf einen aufschlussreichen Artikel stieß mit der Überschrift:
Warum einige Länder schneller in das schwarze Finanzloch fallen als andere.
Hey guten Morgen, schwarzes Loch!, dachte ich, und fing an zu lesen.
Dass wir in einer "Black Hole-Economy" leben, in der kontinuierlich Produktivkapital weggesaugt wird von spekulativen Finanzkapitalstrukturen, ist nichts Neues. Denn wir bewegen uns in einer ständigen Abwärtsspirale nach unten, solange wir nonstop unterwegs sind mit Konjunkturpaketen, Bailouts und der Monetisierung von Schuldverschreibungen, ohne irgendeine Chance, dass diese Kapitalströme genug Fließgeschwindigkeit erreichen, um jemals in der wirklichen Ökonomie anzukommen.
Ich konnte, selbst mit rudimentärem astrophysikalischem Knowhow, gut folgen und las weiter:
Indem wir rasant in das schwarze Loch des Ponzikapitalismus hinuntergleiten, enthüllt sich ein kritisches zeitliches Paradox: Je näher sich jemand am Ereignishorizont eines schwarzen Loches befindet, desto stärker greift die Schwerkraft an und desto mehr langsamer scheint die Zeit zu verlaufen.
Zugegeben, an der Stelle musste ich nachschlagen, sonst wäre ich von der Terminologie überfordert gewesen; Disney-Filme sind einfach nur begrenzt horizonterweiternd, erst recht, was den Ereignishorizont betrifft. Hilft aber weiter, das Nachschlagen, ich schwör's.

Der Artikel führt weiter aus, dass aufgrund des genannten Paradoxes derjenige (A), der in unmittelbarer Nähe zum schwarzen Loch steht, nicht unbedingt früher hineinfällt als derjenige in weiterer Entfernung (B); es aber fatal wäre für A, sich darum in trügerischer Sicherheit zu wiegen und in aller Gemütsruhe den B's beim Abstürzen zuzuschauen.

Man ahnt schon, wie der Artikel weitergeht. A repräsentiert die größten Volkswirtschaften dieser Welt mit den mächtigsten Finanzkapitalmärkten, während B jene Länder vertritt, die - nolens volens - mit dem globalen Finanzsystem verwoben sind. B steht also für Länder wie (ehemals) Island, Tunesien, Ägypten, Syrien bis hin zu Irland, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. Während A einen langsamen, nicht völlig unkomfortabel erscheinenden Tod stirbt, sehen die Bevölkerungen der B-Länder dem tödlichen Höllenschlund eher heute als morgen ins Auge.
...die Uhren in Nordafrika, im Mittleren Osten, in Südasien und der europäischen Peripherie ticken wesentlich schneller, und jeden zweiten Tag in der Woche scheint in diesen Regionen eine neue Finanz- oder sozialpolitische "Krise" aufzubrechen. ...

Der Leidensdruck, den Tunesier, Ägypter, Libyer oder Griechen im Laufe eines Tages erleben, lässt sich vergleichen mit dem Leidensdruck, den Amerikaner, Kanadier, Briten oder Deutsche im Laufe eines Jahres oder noch länger erleben. Wir leiden alle aus denselben Gründen, denn wir sind alle ein Teil desselben Wirtschaftssystems und werden alle von dem schwarzen Schuldenloch verschlungen, aber das zeitliche Schisma erschwert es, dieses geteilte Schicksal zu erkennen. ...

Wir sollten uns daran erinnern, dass ein verlangsamter zeitlicher Rahmen keineswegs bedeutet, dass eine Wirtschaft sich erholt, - ja, noch nicht einmal, dass ihr Status quo erhalten bleibt.
Ich dachte an die Deutschen in der Kassenschlange; an ihre voyeuristische Lust beim Absturz Griechenlands ins schwarze Loch; an die trügerische Sicherheit, in der so viele Deutsche sich so gern wiegen; an das große schwarze Loch, das geduldig warten wird, bis die langsamer tickenden Uhren der A-Länder anfangen werden zu rasen.

Ich las zu Ende:
Unser zeitlicher Referenzrahmen mag sich mehr in die Länge ziehen, aber auch wir werden von dem schwarzen Finanzloch der globalen Welt verschlungen und verdaut werden. Tatsächlich stehen wir seinem Ereignishorizont am nächsten, und es wird die Zeit kommen, wo wir es uns nicht mehr leisten können, uns in relativer Sicherheit zu wiegen, sondern wo wir auf die andere Seite hinüberwechseln müssen. Wenn dies geschieht, werden unsere relativ langsam tickenden Uhren sich mit den Uhren von all den anderen synchronisieren und sehr schnell die zuvor verlorene Zeit aufholen. Unsere Zeitrechnung mag sich verzögern, jedoch wird dies - letztendlich - überhaupt keinen Unterschied machen.
Wir standen alle in derselben Kassenschlange und stehen alle am selben Abgrund, lediglich durch ein paar Zeitvorteile voneinander getrennt. Ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen, selbst bei beschränktem physikalischen Wissen. Nur gibt es handfeste Interessen, die uns weismachen wollen, dass das schwarze Loch der Abgrund der anderen ist, nicht unserer. Wieso gerade die deutsche Politik diesen Trugschluss ihren Bürgern so nachhaltig einhämmert? Vielleicht war mir ja beim Vorankommen in der Kassenschlange die richtige Antwort herausgerutscht.

Kommentare:

  1. Hallo Mrs. Mop,
    anbei einen Auszug aus meinen Privat-Korrespondenzen mit Vorschlag fürn Stickershop. Sujet: Wir sind alle Griechen! (Du hasts bloß noch nicht kapiert, Alter)
    Ich denk nämlich auch, sich einmischen und die Leute direkt ansprechen, das bringts.

    "Ich hatte ich gestern die wundervolle Gelegenheit einem Haufen Taxifahrern, Gebäudereinigern und hängen gebliebenen Säufern in der Trattoria im S-Bahn-Endbahnhof zu erklären, dass wir alle auch Griechen sind, die meißten es bloß noch nicht begriffen haben. (Wie man mit kurzem Vergleich der Lebensumstände des einfachen Volks leicht erfassen kann.) Schön auch dass dann Beppo (wie soll er auch sonst heißen) der Zwillingsbruder von Luigi (wie soll....), wo man nie weiß, wer ist jetzt wer und immer erst fragen muss; ging soweit, dass ich mich eines Abends doch sehr wunderte, als der Mann hinter der Bar, mit dem ich beim morgendlichen Kaffee über Essen rede mich grantelnd sofort nach Geld fragte, als ich ein kühles Bier bestellte. Er also dann (in schon besserer Kenntnis meiner Person) anhob und ausrief: es iste eine grrroße kackä, dassie haben verstaatlicht die Schulden aber nichte die Banken! Danach Beifall und Wein für alle.
    R. Luxemburg: "Die erste revolutionäre Tat ist es, die Dinge als dass zu benennen, was sie sind." Ist gar nicht schwierig und hat echt Wirkung.

    Bitte fühlen Sie sich gut verstanden und machen Sie weiter so!
    Glückauf,
    bucca_t

    AntwortenLöschen
  2. Hi Frau Mop. Gute Texte schreibst du wieder. Wir unterscheiden uns in unserer Meinung nicht mehr groß von Leuten wie Mr. Dax: http://www.youtube.com/watch?v=y3gFOxeBZMA

    @bucca_t: Den 'einfachen' Leute attestiere ich inzwischen mehr Wissen als den studierten. Was ich dieses Jahr schon an nichtswissenden, unempathischen und blasierten Arschlöchern kennengelernt habe, geht auf keine Kuhhaut mehr.
    Die Verdummung und die Manipulierbarkeit haben aus meiner Sicht ein biblisches Ausmaß erreicht und gerade diejenigen, die es wissen könnten haben meistens überhaupt keine Peilung, wie ich feststellen muß.
    Es ist wohlgemerkt nicht meine Arroganz, die mich zu solch einer Aussage bewegt, sondern meine wachsende Sorge um die steigende Spannung durch die Polarisierung der Gesellschaften, die sich eigentlich nur noch über die nackte Gewalt entladen kann.
    Warum hat der Deutsche denn eine so hohe Produktivität erreicht? Ich bin selbst Ingenieur und hasse es, das Gleiche zweimal zu tun. Unsere industriellen Entwicklungen sind per se Ergebnisse der geplanten Faulheit.
    Eigentlich könnten wir hier schon die 15-20 Stunden Woche in den Fabriken haben. Aber dann könnten sich einige Schmarotzer die Taschen nicht unverschämt hoch füllen und die Leute kämen ins Grübeln. Was soll man auch schon mit der ganzen Freizeit anfangen? Dichtern und denken? Das ist weder gewünscht, noch en vogue.

    Wenn mir inzwischen einer kommt, er wäre kritisch und lese den Spiegel, dann verliere ich langsam die Lust, überhaupt noch weiter zu reden. Viele der 'besser gebildeten' erscheinen mir den Pharisäern aus Bertolt Brechts 'Leben des Galilei' gleich, die sich einfach weigerten, durch Galileis Fernrohr zu schauen, weil sie vorgaben, bereits zu wissen, was sie dort erspähen würden.

    Ach Leuts. Ich trage hier wieder einmal nur Eulen nach Athen.

    AntwortenLöschen
  3. Auch wenn es schon bekannt ist. In Belarus finden seit Tagen unangemeldete Demonstrationen gegen das Regime Lukaschenkos statt.
    Die zivil gekleidete Geheimpolizei führt willkürliche Verhaftungen umherstehender Passanten durch. http://derstandard.at/1308680639432/400-Festnahmen-bei-neuen-Demonstrationen
    Ich werde das Jahr 2011 nicht mehr vergessen.

    AntwortenLöschen
  4. @R@iner:
    Ich glaube, Du bist selbst ein wenig arrogant. Nur, weil Du ein wenig Dirk Müller zugehört hast, bist Du ja nicht klüger als die anderen. Zwischen Dirk Müller und mir geht womöglich noch mancher Stapel Papier. Besonders seine Zinskritik greift zu kurz, s. hier und hier.

    Wir könnten vielleicht 15-20 h pro Woche arbeiten, wenn wir die Arbeitslosen mitbeschäftigen würden.

    In den Fabriken wird stets genau das produziert, was die Menschen auch verbrauchen. Wenn man für den Bedarf des Menschen eine 30h-Woche benötigt, dann kann man mit der 40h-Woche keinen Mehrgewinn erzeugen. Das geht nur durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, der Bezahlung etc.

    Von der westlichen Presse verbreitete Nachrichten aus Weißrußland genieße ich mit Vorsicht.

    @Fr. Mop: wie immer genial.

    AntwortenLöschen
  5. "Ich glaube, Du bist selbst ein wenig arrogant."

    Es steht dir natürlich frei zu glauben, was du möchtest.
    Ich halte es jedoch nicht für besonders geschickt, in einem Blog jemand anderem beim Erstkontakt zuerst mal mit der flachen Hand in dessen Suppenteller zu schlagen.

    "Nur, weil Du ein wenig Dirk Müller zugehört hast, bist Du ja nicht klüger als die anderen."

    Du hast mich ertappt. Es ist das einzige Video, daß ich mir jemals angesehen habe.
    Ich bin auch erst gestern zur Welt gekommen, mußt du zu meiner Entschuldigung wissen.

    "Zwischen Dirk Müller und mir geht womöglich noch mancher Stapel Papier."

    Ich sehe schon. Ich habe es unzweifelhaft mit einem Fachmann zu tun.

    "Besonders seine Zinskritik greift zu kurz, s. hier und hier."

    Ich kann zwar (einigermaßen) lesen, aber mir ist nicht klar, wozu du meinst, diese Art von Aufklärung betreiben zu müssen.
    Es erscheint mir auch nicht alles schlüssig.
    Sorry, du überzeugst mich nicht.
    Du spielst scheinbar gerne mit Simulationsprogrmmen herum. Dann sollte dir klar sein, wo die Grenzen der Modelle liegen und welche Einflußgrößen keine Berücksichtigung finden.
    Die Welt zu simulieren klappt nicht, was mich ja zugegebenermaßen auch schon geärgert hat, als ich mich einige Jahre mit Simulationsprogrammen in anderen Bereichen beschäftigte.

    "Wir könnten vielleicht 15-20 h pro Woche arbeiten, wenn wir die Arbeitslosen mitbeschäftigen würden."

    Ja, so etwa hatte ich das tatsächlich gemeint. Ein Kumpel von mir ist in der Arbeitsforschung tätig. Der sacht nur: "Büro? 60% der Zeit werden für soziale Kontakte verwandt"

    "In den Fabriken wird stets genau das produziert, was die Menschen auch verbrauchen."

    Sehr gewagte These. Hast du dafür eine Quelle?
    Im Ernst jetzt. Von was reden wir? Von Nahrungsmitteln (EU: 40% werden weggeworfen), C-Artikeln oder Investitionsgütern?

    "Wenn man für den Bedarf des Menschen eine 30h-Woche benötigt,.."

    Wenn ich von steuerlichen Gesamtabgaben von 60-70% eines Normal- also Geringverdieners ausgehe, von denen ein Teil von Staat, Ländern und Gemeinden sinnlos verjuxt werden, dann behaupte ich, daß mein Bedarf bereits nach einer halben Arbeitswoche gedeckt sein sollte, ein Teil in die Zukunftsvorsorge floß und noch ein Zehntel für die Gemeinschaft übrigbleibt.
    Daß die Gelder verjuxt werden, habe ich Zahlen entnommen, die ein ehemaliger Staatssekretär des Bundes aus Bonn nach seiner Pensionierung auf seiner homepage gegen so 1995 oder 1996 veröffentlichte. Leider habe ich nie wieder eine auch nur annähernd so vollständige Auflistung der Bundesausgaben und Einnahmen gefunden und kann dir nicht mit einem Link dienen.

    "..dann kann man mit der 40h-Woche keinen Mehrgewinn erzeugen."

    Eben. Der Mehrgewinn ist dann für andere.

    "Das geht nur durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, der Bezahlung etc."

    Verstehe ich nicht.

    "Von der westlichen Presse verbreitete Nachrichten aus Weißrußland genieße ich mit Vorsicht."

    Wenn es dich ehrlich interessierte, dann könntest nach auf youtube hochgeladenen Videos suchen.

    "@Fr. Mop: wie immer genial."

    Hey. Ich bin 100% deiner Meinung.

    AntwortenLöschen
  6. Den einfachen Leuten attestiert R@iner mehr Wissen als den studierten, meint R@iner. Also attestiert R@iner den Leuten in der Kassenschlange mehr Wissen als Frau Mop. Frau Mop hat wirklich studiert, die Männer in der Kassenschlange höchstens die BILD-Zeitung, aus der die ökonomische Bildung der meisten einfachen Leute herrührt. Und wenn sie nicht aus der BILD-Zeitung stammt, dann stammt sie aus dem Internet, von Zinskritikern, Ron-Paulisten, Tea-Party-Aktivisten, den Typen vom Kopp-Verlag etc.

    Das ist natürlich auch so arrogant dahergesagt, besonders, da ich ja kein Fachmann bin, sondern auch ein einfacher Leut. Ich verstehe aber trotzdem nicht mehr als studierte Leute.

    Außerdem: Das ist nicht mein Erstkontakt.

    Außerdem: Ich bezweifle, daß Du nach einer halben Arbeitswoche aufhören könntest, zu arbeiten, wenn Steuern sparsamer eingesetzt werden würden. Die öffentlichen Körperschaften bringen das Geld auch wieder in den Umlauf, selbst dann, wenn es verjuxt wird. Stell Dir mal vor, jeder würde nach einer halben Woche aufhören zu arbeiten! Dann gäbe es doch auch nur halb soviel, was Mensche verbrauchen könnten.

    AntwortenLöschen
  7. @Georgi: Ich weiß nicht sicher, ob wir uns mal unterhielten, finde aber keinen Beleg für einen zustandegekommenen Dialog.
    Möglicherweise verwechselst du mich.
    Du könntest aber auch einfach zugeben, daß du gerne mit der Türe ins haus fällst.

    Dein Versuch, mir mit scheinbar induktiver Logik zu unterstellen, ich schriebe gegen Frau Mop an, ist lächerlich.
    Wenn ich es erklären soll, dann bedeutet für mich nicht studiert/studiert zu haben eine Metapher für Lebenserfahrung vs. blinde Wissenschaftsgläubigkeit.
    Zugegeben - Es gibt auch die blinde Bild-Gläubigkeit.
    Daß die von mir so genannten einfachen Leute keine Ahnung von Ökonomie hätten, halte ich übrigens für infam. Schließlich gibt die Mehrheit kein Geld aus, daß sie nicht besitzt und selbst wenn, resultieren daraus selten Tote und Verletzte in größerem Ausmaß.

    Warum machst du jetzt gleich ein halbes Dutzend neuer Fässer auf? Ich habe ja deine vorherigen Thesen noch nicht einmal verstanden und finde neue diskussionswürdige in deinem letzten Kommentar.
    Ein Georgi bei Feynsinn hat übrigens hehauptet, er habe studiert. (http://feynsinn.org/?p=1164#comment-6558)

    Ich mag kein sinnloses Hin- und Hergeplappere. Dafür ist mir die Zeit zu schade.

    Weißt du, was du willst?

    AntwortenLöschen
  8. @Georgi, du hast recht. Wir liefen uns schon einmal hier über den virtuellen Weg: http://dierotenschuhe.blogspot.com/2011/05/gut-ist-was-dir-schadet.html

    AntwortenLöschen
  9. Wow, hier geht ja die Lucy ab.

    @bucca_t
    Gibt es den Stickershop bzw. den Sticker schon? "Wir sind alle Griechen"? Ja? Dann schicke ihn bitte sofort hierher, damit ich ihn aufs Blog draufpappen kann. Getreu dem alten Werbermotto: Tue Gutes und sprich darüber!

    "bucca_t": Besteht da irgendeine Verwandtschaft mit Booker T?
    *Sympathiewerte schnellen nach oben*
    :)

    @R@iner, georgi
    Mrs. Mop hat studiert, einerseits. Andererseits hat sie sich ihren politischen Klarblick erst dadurch sukzessive draufgeschafft, dass sie aus Akademikerkreisen raus- und in Prekariats- bzw. Unterschichtskreise reingeschleudert wurde. Es ist halt immer noch das Sein, was das Bewusstsein bestimmt, und weder der universitäre Background noch das Studienfach. Gilt zumindest in meinem Fall.

    AntwortenLöschen
  10. @bucca_t
    Jetzt habe ich Sie versehentlich geduzt. Ist das schlimm?

    AntwortenLöschen
  11. Nur gut, daß wir nicht gemeinsam an der Kassenschlange gestanden haben. Das hätte ja eine Schlägerei gegeben. Nicht auszudenken.

    R@iner schreibt nicht gegen Fr. Mop an. Dirk Müller sieht manches klarer bzgl. der wirtschaftlichen Struktur und der Zukunft Griechenlands. Er ist aber Börsenfux. Sowas trau ich nie ganz. Den "Schild-Verlag" muß ich auch erst untersuchen. Wenn das Vertrauen in die Macht verschwindet, dann haben Rattenfänger leichtes Spiel. Dann kann es sein, daß das HartzIV-Sein statt eines revolutionäres Klassen-, ein reaktionäres Nazi-Bewußtsein bestimmt.

    AntwortenLöschen
  12. @Georgi: "Wenn das Vertrauen in die Macht verschwindet, dann haben Rattenfänger leichtes Spiel. Dann kann es sein, daß das HartzIV-Sein statt eines revolutionäres Klassen-, ein reaktionäres Nazi-Bewußtsein bestimmt."

    Sei dir gewiß, daß ich genau dagegen seit vielen Jahren anrede. Dazu muß ich aber die Unterhaltung von irgendwelchen neuen Theorien befreien. Es ist m. E. wichtiger die Leute im Supermarkt auf die Möglichkeit einer anderen Interpretation ihrer persönlichen Lebensumstände hinzuweisen. Wie sie das deuten und was sie damit machen, muß ihnen überlassen bleiben. Die Gespräche laufen überhaupt erst gut, seitdem ich aufgehört habe, den Menschen meine Erkenntnisse überstülpen zu wollen.

    Es nutzt der Welt nichts, wenn wir hier oder anderswo aufeinander eindreschen, wobei ich zudem ein Feind körperlicher Gewalt bin.
    Dieser Börsenhorst ist mir schnuppe und ich stelle ihn nicht wegen seiner Medienpräsenz über dich.
    Mir gefällt an ihm, daß er sich nicht scheut, Politikern vor laufender Kamera zu sagen, es grenze an kriminellem Verhalten, was diese beschließen würden.

    Ich würde mich gerne mit dir darüber einigen, daß wir beide nicht alles wissen, es aber wichtig ist, daß die Menschen selbst zu denken anfangen.
    Fernsehen und Massenmedien machen eher blöd, weil sie die Menschen in den gemeinsamen Käfig eines Volksbewußtseins zwingen und damit lenkbar werden.
    Weder die 'Bild', noch die Wissenschaften bieten alles, was man zum leben braucht. Meine These ist, daß die Individuen sich nicht ihrer Deutungshoheit über ihre eigenen Erfahrungen berauben lassen dürfen.
    Ich bin weder der Durchschnitt, der sich mit Zahlen einordnen lassen möchte, noch lasse ich mich gegen Anders- farbige, religiöse oder denkende aufwiegeln.

    Kannst du dich wenigstens teilweise damit einverstanden erklären?

    AntwortenLöschen
  13. „Wenn das Vertrauen in die Macht verschwindet, dann haben Rattenfänger leichtes Spiel. Dann kann es sein, daß das HartzIV-Sein statt eines revolutionäres Klassen-, ein reaktionäres Nazi-Bewußtsein bestimmt.“

    Ich darf ergänzen:

    Dann kann es sein, dass das Wohlstands-Sein des gebildeten Bürgertums statt eines kritischen Bewusstseins ein elitäres, die Unterschicht verächtlichmachendes Bewusstsein bestimmt.

    AntwortenLöschen
  14. Hallo Frau Mop. Der Artikel in der Zeit ist klasse. Der angeschriebene Typus erinnert mich an jene frühere Studienkollegen, die jetzt zu stark übergewichtigen, verbeamteten Lehrern geworden sind, die reichlich erben, in fetten Häusern wohnen und möglicherweise die Grünen wählen.

    AntwortenLöschen
  15. Hola R@iner.

    "...die jetzt zu stark übergewichtigen, verbeamteten Lehrern geworden sind, die reichlich erben, in fetten Häusern wohnen und möglicherweise die Grünen wählen."

    Ich darf ergänzen:

    ...und getrost zu den gefährlichsten Unterstützern der herrschenden Klasse gerechnet werden können, gefährlich deshalb, weil sie es selber gar nicht merken, stattdessen sich selbst immer noch für das oberkritische Gelbe vom Ei halten.

    AntwortenLöschen
  16. Scheinbar kennst du das. Bei mir hat das die letzten Jahre zur schmerzhaften Beendigung von Freundschaften geführt. Wenn sie denen den Mercedes anzünden, dann werden die nicht einmal im Ansatz verstehen, warum das jemand machen sollte.

    AntwortenLöschen
  17. Ich kenne das, mehr als mir lieb ist. Allerdings erschien mir die "schmerzhafte Beendigung von Freundschaften" in dem Augenblick als weniger schmerzvoll, als ich erkannte und spürte, dass diesen "Freundschaften" bereits zu Lebzeiten etwas ganz Essentielles abging: nämlich das Solidarische, das Zusammenhaltende, das Großherzige, kurzum, das Freundschaftliche.

    AntwortenLöschen
  18. Ich mag Hacker einfach gern: http://blog.fefe.de/?ts=b0e80873

    AntwortenLöschen
  19. Das gefällt mir noch viel besser: http://linksunten.indymedia.org/de/node/42728

    AntwortenLöschen
  20. Die Nachdenkseiten haben heute einiges über Griechenland: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10031#h12

    AntwortenLöschen
  21. Feine Links, nice news, danke.

    Hier was Passendes:
    Sturdyblog schreibt über Murdoch, das von ihm zu verantwortende flächendeckende phone hacking und die deshalb vom Markt genommene "News of the world".

    Seine Schlussworte:

    "In short, entities so large as to think they can operate outside ordinary ethical and legal constraints.

    It is up to us to stop them. And the biggest, the most gloriously positive lesson of the last few days is this: With a few gutsy politicians like Chris Bryant and Tom Watson, a few driven journalists, a few doggedly determined bloggers and a public that is sick to the back teeth of being treated like idiots, we can."

    AntwortenLöschen
  22. "Wirtschaftsbehörden in Griechenland sind Champions der Korruption"

    berichtet das Griechenlandblog:

    "In Griechenland belegen laut dem aktuellen Kontrollbericht 2010 die staatlichen Finanz- und Wirtschaftsbehörden den Spitzenplatz auf der Skala der Korruption und Misswirtschaft."

    So viel zu den bahnbrechenden Reformen der griechischen Regierung.

    AntwortenLöschen
  23. Ist dir nicht auch schon aufgefallen, daß jedes Land zwei Bailouts benötigt? Der erste wird scheinbar von der landeseigenen Mafia geschluckt. Der zweite geht an die ausländische.

    AntwortenLöschen
  24. Da ist was dran. Die griechischen Hardcore-Sparbrötchen dürften vermutlich nicht völlig unentgeltlich ihren Bückling vor der Troika machen.

    AntwortenLöschen
  25. @R@inero

    Un saludo de los Sanfermines en Pamplona, ayer!

    Jeje.

    AntwortenLöschen
  26. Goldig! Für dich habe ich auch etwas - Neue Poster aus Españistán: http://vocesconfutura.tumblr.com

    AntwortenLöschen
  27. Das gefällt mir: http://democraciarealyaburgos.files.wordpress.com/2011/06/tumblr_lmelhyd26p1qkodwho1_500.jpg

    AntwortenLöschen
  28. Ministeriale Ferien zum Hartz-4 Preis. "Menos de 15 euros al día por un 'resort' exclusivo" 4http://www.elmundo.es/elmundo/2011/07/08/baleares/1310113146.html

    AntwortenLöschen
  29. Nur keine Neidkultur hier aufbauen. Sra. Pajín hat beteuert, während ihres Schnäppchenurlaubes ganz stinknormale Playas aufgesucht zu haben, wie du und ich sozusagen, sich also quasi auf Augenhöhe des Volkes begeben zu haben, wie sich das geziemt für eine Ministerin für Gesundheit, Soziales und Gleichheit. Si senor, igualdad.

    Y ahora, todos juntos:

    "Coge tú sombrero y ponteló
    Vamos a la playa calienta el sol..."

    Te acuerdas de esta canción?

    AntwortenLöschen
  30. No, esa canción mencionada por tu parte no me suena. Si me lo permites, quiesiera despedirme con otra para hoy: http://www.youtube.com/watch?v=rkZDs_OZz3I

    AntwortenLöschen
  31. Hola y muy buenas días.

    (von Jorge Morenos Album "despertaré")

    AntwortenLöschen