Samstag, 20. August 2011

Katholisch und dickfellig




Den ganzen Morgen denke ich über das Phänomen der sozialen Hornhaut nach.

Wie dick müssen eigentlich die Hornhäute auf den christlichen, nächsten- und friedensliebenden Seelen der katholischen Jugend sein, dass sie ihrem gewaltverherrlichenden/-verniedlichenden/-verschleiernden "Oberkellner" auf Knien entgegenrutschen, während ihnen die parallel stattfindenden rabiaten Prügelorgien der spanischen Polizei mal grad den Buckel runterrutschen?

Oder rutschen die den Frommen etwa gar nicht den Buckel runter? Vielleicht finden die unkritischen frommen Jugendlichen es sogar gut, dass ihrer Frömmigkeit zuliebe kritische unfromme Jugendliche zusammengeschlagen werden? Fällt deshalb der Applaus für den Oberhirten so frenetisch aus? Weil sie insgeheim die Gewaltakte der Ordnungshüter beklatschen, die dafür sorgen, dass ihre frömmlerische Ordnung gehütet wird?

Na ja. Sind vielleicht gar keine Hornhäute auf den Seelen. Nur gigantische Tomaten auf den religiös verblendeten Augen.


(Bildquelle:

Kommentare:

  1. Du erwartest viel von deinen Mitmenschen. Wer aus deinem alltäglichen Umfeld versucht denn überhaupt, sich an einem ganzheitlichen Denken zu versuchen. Gerade die katholische Kirche wartet doch dort, wo Fragen auftauchen könnten, bereits mit Antworten auf. Echte papaflautas denken nicht selbst und stellen schon gar keine Beziehungen zwischen Ereignissen her. Das wäre dem aufkommenden Wohlgefühl in der Schafherde bestimmt abträglich. Und solange irgendwelche Ereignisse am Rande in autoritärer Manier geregelt werden können, gibt es keinen Grund, die eigene Handlungsweise in Frage zu stellen.

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  2. Ich empfing gerade folgende Mail:

    Lo que está escrito ahí debajo, lo dijo ¡¡¡HACE CIENTO SIETE AÑOS!!! Don Pío Baroja. Creo que sirve, desgraciadamente, para el 2011, en pleno siglo XXI.

    Corría el año 1904 y aquella tertulia, que había abierto el gallego Ramón María del Valle-Inclán en el Nuevo Café de Levante, hervía por las noches con la flor y nata de los intelectuales de la Generación del 98 y los artistas más significados, entre ellos Ignacio Zuloaga, Gutiérrez Solana, Santiago Rusiñol, Mateo Inurria, Chicharro, Beltrán Masses o Rafael Penagos.

    Y aquella tarde noche del 13 de mayo de 1904 el que sorprendió a todos los presentes fue Pío Baroja. Porque cuando se estaba hablando de los españoles y de las distintas clases de españoles, el novelista vasco sorprendió a todos y dijo:
    “La verdad es que en España hay siete clases de españoles… sí, como los siete pecados capitales. A saber:

    1) Los que no saben;
    2) los que no quieren saber;
    3) los que odian el saber;
    4) los que sufren por no saber;
    5) los que aparentan que saben;
    6) los que triunfan sin saber, y
    7) los que viven gracias a que los demás no saben.
    Estos últimos se llaman a sí mismos “políticos” y a veces hasta “intelectuales”.

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  3. Da du ab und an dazu aufrufst, den Tag doch positiv zu beginnen, lege ich einfach 'mal ein versöhnliches Stück von Silvio Rodriguez auf: Unicornio

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  4. "...sich an einem ganzheitlichen Denken zu versuchen":

    Wäre schon viel zu hoch gehängt. Aber zumindest einmal ums Eck denken, sprich: um die nächste Straßenecke, also dort, wo die Altersgenossen verkloppt werden, müsste doch - allein wegen der sinnlich wahrnehmbaren, körperlichen Nähe noch drin sein.

    Ist es aber nicht, schon gut. Inzwischen neige ich eh zu der Annahme, dass es die papaflautas mit Genugtuung erfüllt, wenn andere ihretwegen verpritscht werden. Am Ende fühlen die Pappnasen sich davon noch aufgewertet.

    Herr, der Sommer ist heiß und hart, und du ließest weder Regen noch Hirn vom Himmel fallen.

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  5. "Inzwischen neige ich eh zu der Annahme, dass es die papaflautas mit Genugtuung erfüllt, wenn andere ihretwegen verpritscht werden. Am Ende fühlen die Pappnasen sich davon noch aufgewertet.

    Davon ist auszugehen. Der ihnen zuteil werdende Schutz durch den Staat dürfte unmittelbar als Belohnung wahrgenommen werden. Das werte ich im besten Sinne als Erziehung zur Anpassung. Aber was weiß ich alter Nörgler denn schon.

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  6. Mrs. Mop, das ist ganz typisch für diese ach so christlichen Mitmenschen. Die sind ja so "gut" und rennen einmal in der Woche in die Kirche(hauptsächlich nur, um gesehen zu werden). Wehe, wenn aber ein hungriger Obdachloser vor der Kirche nach etwas Geld fragen würde! Na, da wäre was los... Und irgendwelche "Demonstranten"?? Was wollen die überhaupt? Uns geht es doch sooo gut, hat die Frau Merkel gesagt! Jeder findet eine Arbeit wenn er nur will! Usw, usf. so denken diese Leute.Gruselig.

    Ich kenne das gut(zu gut), meine Familie ist so, und deren ganzes Umfeld. Selbstgerecht(so sehr, dass es unerträglich ist), besserwisserisch(aber keine Ahnung von gar nix), eingebildet(wir sind ja wer!), ignorant, arrogant... Ich könnte das jetzt fortsetzen, lasse es aber lieber.

    Das größte Problem bei diesen Menschen ist eben, sie können nicht über den Tellerrand sehen(und um die Ecke schon gar nicht).

    "Dass es sich hierbei buchstäblich um eine asoziale Religion handele"(ein schöner Text, der Link). So hart finde ich diese Aussage gar nicht, sogar ganz im Gegenteil...

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  7. @Amatö: "Wehe, wenn aber ein hungriger Obdachloser vor der Kirche nach etwas Geld fragen würde!

    Das ist Hauptprinzip autoritärer Erziehung. Du sollst den strengen Vater in dir integrieren und damit stark für das Überleben in der Welt werden. Gezeigte Härte soll den Bettler in deinem Beispiel zu einem anderen Handeln "motivieren". Daß es manchmal sinnvoll sein kann, wie der "heilige St. Martin" zu handeln, ist in dem Konzept zwar enthalten, darf aber nicht zur Maxime werden.

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  8. Das ist das Hauptprinzip, wollte ich natürlich schreiben.

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  9. So hab ich das noch nie gehört, "asoziale Religion!" Damit ist ja alles in Frage gestellt. Dabei ist es gerade das "Geschäftsmodell" der Religionen, nicht "Infrage gestellt" werden zu können. Religion ist absolut und das macht sie gleichzeitig so verführerisch (auch Sekten), dass für sie nur die eine, einfache Wahrheit gilt.
    Die Kirche argumentiert mit Scheinlösungen und bietet "Scheinhandlungen" an (Rituale usw.), die ihre Anhänger bei der Stange halten sollen. Die Gesellschaft neu zu ordnen erfordert auch, die Kirchen zu reformieren. Aber jede Krise scheint die Kirche nur noch zu bestärken und treibt ihr trotz aller Skandale die Mitglieder zu. Nur meine Meinung.

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  10. Der Link auf den Blog bei democraciarealya lautet korrekterweise: http://puertadehierroenlucha.wordpress.com

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