Mittwoch, 13. Juni 2012

Cold Turkey


Quitaly. Irres Wort. Könnte sich um ein exotisches Rezept für Quittenmarmelade handeln. Ist aber keine Quittenmarmelade, sondern eine dieser neumodischen Wortschöpfungen in Zeiten des Krisen-Crashs und der finanzpolitischen Massen-Bailout-Karambolage im sehr unfriedlich vereinten Europa.

Auf 'Karambolage' komme ich jetzt auch nur deshalb, weil ich gelesen habe, dass die Bailout-Injektion, mit der Spaniens zockersüchtigen Banken gerade ein Schuss gesetzt wurde, aus einem Fonds stammt, in den unter anderem auch Italien einzahlt. Und dass Italien sich zu etwa 22 Prozent an der Dröhnung für die spanischen Finanzjunkies beteiligt. Und dass, zu diesem edlen Zweck, Italien für sechs Prozent Zinsen Kredite aufnehmen muss, um die Zombie-Knete dann zu drei Prozent Zinsen an oder in seinen spanischen Nachbarn zu pumpen. Irre, oder? Auf jeden Fall karambolös. Wo doch Italien selbst gerade haarscharf der Klippe entgegenschrammt und deshalb nach der Nadel jiepern wird. Quitaly also.

Mit Grexit hat alles angefangen. 'Gr' wie Griechenland und 'exit' wie...na ja, eh klar. Jetzt also Quitaly. 'Italy' wie Italien und 'quit' wie exit. Davor stand Spexit als Trendwort hoch im Kurs, wurde aber aufgrund der aktuell ansteigenden Dröhnungskurve herabgestuft und musste dem griffigen Spailout weichen, dessen Stern allerdings bereits wieder im Sinken ist, weshalb sich nun Spanic breitmacht. Neue Nachrichten kommen aus dem Norden, nämlich aus Finnland; da wird von einem Fixit gemunkelt. Vom Wortstamm unklar ist dabei, ob finnische Banken angefixt werden sollen oder die Finnen keine Lust mehr haben, anderer Leute Banken bis zur Schädeldecke zuzufixen oder ob sie einfach von der ganzen Euro-Fixerhöhle die Schnauze voll haben und deshalb 'Fi' wie Finnland und 'xit' wie exit.

Grexit. Spexit. Quitaly. Fixit. War noch irgendwas? Kommt bald Fraxit? Und dann? Was kommt nach Fraxit?

Yeah. Fuxxit.

Kommentare:

  1. Unter all den schlechten Nachrichten, die im 'El País' diese Tage erscheinen, ist mir der Artikel hier aufgefallen: Galicia agrupará en la misma aula a niños de 6 a 12 años para ahorrar

    Darin heißt es, daß in Galizien Schüler im Alter von 6 bis 12 Jahren aus Spargründen - so wie es früher auf den Dörfern üblich war - von einem einzigen Lehrer gemeinsam unterrichtet werden.
    Ich frage mich, wie das wohl in Uganda ist.

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    1. Au Backe. "Aula" ist im Spanischen maskulin, wie ein Kommentator dort richtig anmerkt. Die Überschrift muß also richtig "..en el mismo aula.." lauten.

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