Freitag, 25. Mai 2012

Da wackelt die Matratze


Lachen am Morgen ist gesund. Mit gestrafftem Zwerchfell lässt sich der mühsame Rest des Tages wesentlich entspannter meistern.

Bekanntlich haben in jüngster Zeit die meisten Griechen zu ihrer Matratze zuhause ein wesentlich entspannteres Verhältnis als zu ihrer Bank. Geldaufbewahrungstechnisch gesehen. Kann ich gut verstehen. Ich schlafe auch wesentlich entspannter, seit ich vor längerer Zeit meine paar Kröten unter meiner Matratze verstaut habe, statt sie einem Krötenwanderungsinstitut zum entspannten Verzocken zu überlassen.

Die Polizei drängt die Griechen nachdrücklich dazu, ihr Geld auf ihren Bankkonten zu lassen statt es dem Risiko des Diebstahls auszusetzen.
Griechen, lasst euch nicht euer sauer Verdientes nachts unterm Hintern wegklauen! Seid wachsam! Schlaft vielmehr süß und träumt davon - wenn's hart auf hart kommt -, dass die Regierung nach einem Staatsbankrott euer Geld von euren Konten räumt! Sicher ist sicher!

Also, inmitten eines volle Fahrt aufnehmenden Bank Run die Leute davon überzeugen zu wollen, dass Banken ein sicherer Hafen fürs liebe Geld sind - das allein ist schon zwerchfellerschütternd. Wo doch die Griechen mit einem ausgesprochen guten Riecher unterwegs sind, wenn sie ihre Matratzen für vertrauenswürdiger halten als ihre Bankhäuser. Zumal dem Riecher der Griechen erst vor ein paar Tagen ein höchst vertrauensbildender Duftstoff unter die Nase gehalten wurde mit den Worten:
The strength of banks is very weak right now.
(Die Stärke der Banken ist zur Zeit sehr schwach.)
Goldene Worte des Vertrauens, die jedes Bankkonto in nervöses Kichern ausbrechen lassen, übermittelt aus einem Gespräch zwischen Staatspräsident Karolos Papoulias und dem Direktor der griechischen Zentralbank George Provopoulos. Wen das nicht provoziert zu einem hysterischen Lachkoller, dessen Bankguthaben ist nicht mehr zu helfen.

Der eigentliche Knaller ist jedoch, dass es die griechische Polizei ist, die sich fürsorglich des Geldes ihrer Mitbürger annimmt:
Der Sprecher der griechischen Nationalpolizei, Thanassis Kokkalakis, erklärte gegenüber Reuters: "Viele Menschen haben aus Furcht vor einem Finanzkollaps ihr Geld von den Banken zurückgezogen, und jetzt tragen sie es mit sich herum, suchen zuhause oder in einem Abstellraum ein Versteck dafür. Wir fordern die Menschen dringend auf, dem Bankensystem zu vertrauen und ihr Geld dort zu belassen oder zumindest an einem sicheren Ort, und es nicht zuhause zu verstecken."
Ha! Die Polizei, dein Freund, Helfer und Finanzberater. Ausgerechnet die Polizei! Griechen, macht euch nicht verrückt, lasst euer Geld auf der Bank, damit auch künftig die Polizei bezahlt werden kann, um a) die Banken weiterhin zu beschützen und b) euch weiterhin die Köpfe einzuschlagen, solltet ihr auf den Straßen keine Ruhe geben. Der Einfachheit halber könnte die Polizei eigentlich gleich sagen: Leute, gebt uns euer Geld!

Dass man auf einer Matratze gut schlafen kann, ist nichts Neues.
Dass man sich auf ihr auch gut rollen kann, ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, wird sich aber in Bälde herumsprechen.
Weil, *roflmao* war gestern. Heute muss das heißen *romlmao* (rolling on matress laughing my ass off).

Kommentare:

  1. nun ja, der tag dürfte nicht mehr allzu fern sein, an dem die "liebe polzei" vor den banken stehen wird, um die bürger davon abzuhalten leichtfertigerweise ihr geld abholen zu wollen.
    da ist das bekümmern um die bürger im vorfeld ja nur logisch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach was. Du wirst es nicht glauben, aber es wurden bereits griechische Bankomaten so umkehrprogrammiert, dass sie, statt Geld rauszurücken, Passanten um Geld anbetteln. Die akzeptieren nur noch eingegebene Banknoten, schlucken die weg und bedanken sich für die barmherzige Spende mit einer gefühlsduseligen Stimme vom Band:

      "Each ATM now boasts a doleful-eyed skinny dog tethered to a hook on the pavement below, and upon receiving each donation of money a tearful, recorded message says ‘Lord love ya, darlin’, you have a nice day now, yeah?’ in six languages, none of which is German."

      Haha, in sechs Sprachen, keine davon Deutsch. Könnt' mich schon wieder *romlmao*

      Löschen
  2. OT @Frau Mop: Hast Du eine Ahnung, wo man nachlesen kann, was mit den Verhafteten vor einer Woche passiert ist?

    AntwortenLöschen