Freitag, 18. Mai 2012

Voll ins Auge


Frankfurt. "Polizei löste auf friedliche Weise eine verbotene Demonstration auf" und freut sich, diese Meldung seit gestern in Endloswiederholungsschleife in Umlauf setzen zu dürfen.


Wir freuen uns mit der Polizei und danken ihr, dass sie es schafft, der zahllosen gewaltbereiten, mit verdächtigen stockähnlichen Gegenständen bewaffneten, ihr Gesicht notorisch verdeckenden, im gesamten Stadtgebiet präsenten Chaoten und Randalierer auf friedliche Weise und mit Augenmaß Herr zu werden.


Dass ihr, der Polizei, dabei im Eifer des nicht stattfindenden Gefechtes auch mal - auf friedliche Weise - die Hand ausrutscht, ist nachvollziehbar. Denn nur so ist ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe möglich, beziehungsweise dort, wo jenes gar nicht bedroht wird, wiederherzustellen.

Kommentare:

  1. Im Laufe der Woche und heute noch mal habe ich versucht, im erweiterten Bekanntenkreis für die morgige Demo zu mobilisieren, vor allem unter Leuten, die eher selten an Demos teilnehmen. Die meisten sagten, sie hätten Angst, dort hinzugehen, weil sie in den letzten Tagen so viel von Polizei und Verhaftungen und erwartetem Krawall gelesen und gehört haben, bis hin zu effektvollen Bildern von Wasserwerfen und Panzerwagen im Fernsehen.

    Wie schön, in einem Land zu leben, in dem Menschen Angst davor haben, ihre Grundrechte wahrzunehmen.

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    1. Am besten gibst Du diesen Leuten - zur moralischen Aufrüstung - diesen Artikel zum Lesen und dieses Video zur gefälligen Selbstbetrachtung.

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    2. ... und dann ist ja heute auch noch Champions-League-Finale.

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    3. Na und?

      Wir sind ´89 auch abends, nachdem wir alle erst tagsüber auf Arbeit, an der Uni/Hochschule oder sonstwo unsere Aufgaben erfüllt haben, zu den Demos gegangen.

      Und Streicheleinheiten waren da für die Teilnehmer auch nicht angekündigt. Ein gewisses Maß an Angst schwang da bei fast allen auch überall mit. So ist das nunmal, wenn man sich gegen ein repressives System zur Wehr setzt.

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    4. Zum Glück haben sich viele dann doch gegen das Bierchen entschieden. Blick nach vorne: Kein Ende in Sicht. Blick nach hinten: Kein Ende in Sicht. Voll war's. Und warm. Mit Polizistenschweiß hätte man die zahlreichen Wasserwerfer füllen können, die leider, leider doch nicht zum Einsatz kamen, um Bürgerkriegsbilder in den Nachrichten zeigen zu können.

      Sonderbarerweise steht Frankfurt immer noch. War wohl nix mit dem Herbeireden der Gewalt.

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