Sonntag, 11. Juli 2010

Strong Tobacco


Starker Stoff:
That they're no longer getting government handouts means, of course, that they're no longer unemployed - if you're a member of the Goebbels Media, which both the Department of Labor and the mainstream press appear to be.
So sarkastisch kommentiert der Wirtschaftsblogger Karl Denninger vom Market Ticker den Hype, den die kürzlich veröffentlichten - angeblich gesunkenen - Arbeitslosenzahlen in Amerika ausgelöst haben (Titel: Jobless Benefits Not Extended, Market Roars!, in etwa: Kein Geld mehr für die Arbeitslosen, und schon brüllt der Markt).

Vor kurzem war eine Verlängerung des Bezugs von Arbeitslosengeld vom amerikanischen Kongress abgelehnt worden; eine vorausschauende Entscheidung mit Sinn fürs Praktische, denn wem jetzt - nach in Amerika üblichen 99 Wochen - das Arbeitslosengeld gestrichen wird, der gilt damit als nicht mehr arbeitslos und wird von der Statistik nicht mehr geführt. Das lässt die Statistik hübsch aussehen, und das muss der Kongress jetzt feiern. Der Markt auch. Die Medien erst recht.

Denninger nennt sie Goebbels 'reporters'. Darf der das?

Kommentare:

  1. Nach längerer Abstinenz melde ich mich nun auch mal wieder :)

    Zu deiner letzten Frage... also ich würde sagen, er darf das. Das Gebot, dass jegliche Vergleiche die Vergangenheit nivellieren würden, halte ich für unsinnig. Das Einzige, wozu eine so schlimme Vergangenheit noch "dienen" könnte (ich bin kein großer Fan generalisiert utilitaristischer Sichtweisen), ist doch, dass man Anzeichen erkennen und die Wiederholung vermeiden kann, vielmehr könnte.
    Die Vergangenheit in einen Schrein zu stellen und drum herum zu tänzeln ist (v.a. angesichts der aktuellen Verhältnisse vielerorts) nicht besonders sinnvoll. Außerdem ist meiner Erfahrung nach der hauptsächliche Lerneffekt daraus, dass man reflexartig vermeidet, das Wort "Jude" in irgendeinem Zusammenhang zu benutzen und gleichzeitig faschistische bzw. sozialrassistische Äußerungen salonfein werden. Oder dass Buttons mit durchgestrichenen Hakenkreuzen verboten werden. Das Aufhängen an Symbolen verbirgt oft die Probleme, die es tatsächlich gibt.
    Trotzdem sollte man wohl mit derartigen Vergleichen generell eher zu vorsichtig als zu lax sein.

    Aber ich lass mir da gerne widersprechen, wenn du das anders siehst :)

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  2. Danke für die Aufklärung und deine differenzierte Sichtweise.

    Ehrlich gesagt, war die Frage rhetorisch gemeint, denn ich las in aller Unschuld den Post von Denninger, kam zu der bewussten Stelle und dachte: Wah, Volltreffer! ("...dass man Anzeichen erkennen und die Wiederholung vermeiden kann...", eben drum!) Und am Schluss seines Posts wiederholt er das Unwort nochmal ganz ungeniert. Das war es, was mich am meisten beeindruckt hat: Wie ungeniert er den Nagel auf den Kopf haut. Ohne Maulkorb und alles.

    Bevor ich als Deutsche mich trauen würde, so rabiat in die Tinte zu langen, würde ich mich 978mal fragen, ob ich das auch darf. Und es dann sicherheitshalber bleiben lassen. So viel zu meiner Frage, ob der das darf :)

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  3. Tja, da sind wir beide wohl vorsichtige Bewunderer der Kühnen (oder so...)

    Ich meine aber auch, dass ich lieber solche Vergleiche generell nicht lese, als dann von irgendwelchen Bänkern, die was von "Verfolgung wie im Dritten Reich" jammern, sobald man sie mal vollkommen zu Recht und überfälligerweise versucht am Schlawittchen zu packen. Aber vor Denninger auf jeden Fall Hut ab. Und dir danke für den Artikel (auch für den vorherigen!)

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  4. Weinende Bänker gehen mir jetzt nicht soo sehr ans Herz... :)

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  5. Dürfen darf er schon, aber die ständigen allgegenwärtigen Nazi-Vergleiche verwässern die Sache mehr, als sie nützen.
    Wenn jeder dritte ein kleiner Goebbels oder Hitler ist, dann hat das keine Aussagekraft mehr und die Hemmschwelle, sich der Vergleiche zu bedienen sinkt ins Bodenlose (siehe hier: die oben erwähnten Bänker).
    Lieber wäre mir, man würde das zu beanstandende Verhalten in klaren logischen Schritten analysieren und dann einen Punktwert von 1-10 auf der Skala "totalitäre Propaganda" vergeben. Letztere wurde ja nicht nur von Goebbels betrieben (obwohl er natürlich Vollprofi darin war).

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  6. Die Skala für totalitäre Propaganda, hm...gibt es so etwas? Ich hoffe nein, denn sonst drängte sich mir sofort die Frage auf, WER sich befugt fühlt, die Messwerte 1-10 in ein verbindliches Skalensystem zu etablieren? Gut, schlimmstenfalls wird es das Propagandaministerium sein, aber wer bastelt unter den herrschenden Verhältnissen an so einer - doch wohl demokratisch zu legitimierenden - Skala?
    Wer immer das wäre - darf der das? ;)

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