Donnerstag, 14. März 2013

Globaler Neid auf deutsche Bescheidenheit


... über alles. Über alles in der Welt.
... um alles. Um alles in der Welt.
... von allen. Von allen in der Welt.

Wie? Wer? Was?

Deutschland.
Wer sonst.
Wird beneidet.
Über alles. Um alles. Von allen.

Alle sind neidisch auf Deutschland.
Dazu haben sie auch allen Grund!
Sie? Alle!
Alle sind sie neidisch auf Deutschland!
Ha!

Voll ins deutsche Horn stieß gestern Philipp Rösler, als er diese Offenbarung hinausposaunte:
"Die Lektion aus der Staatsschuldenkrise zeigt, dass solide Finanzen unerlässlich sind. Dank dieser Herangehensweise ist Deutschland die Avantgarde von Europa. Auf unseren Erfolg mit einer wachstumsorientierten Konsolidierung ist die ganze Welt neidisch."
Deutschland, du Musterknabe.
Deutschland, du Klassenprimus.
Sollten sich alle mal ein Beispiel nehmen.
An dir, Deutschland.
Alle.
Sind neidisch.
Auf dich, Deutschland.

Weiter, im Vollrausch des deutschen Strebers über alles in der Welt:
"In aller Bescheidenheit, dies ist ein Erfolg von historischen Ausmaßen."
Was wohl der bescheidene Rösler im Falle einer eher unbescheidenen Gemütsaufwallung hinausposaunt hätte? Man mag es sich lieber nicht ausmalen.

Kommentare:

  1. "In aller Bescheidenheit,dies ist ein Erfolg von historischem Ausmassen."

    Grössenwahn war schon immer ein Ausdruck für einen Defekt im Denken deutscher Wirtschaftseliten und ihres politischen Personals, bis alles in Scherben fällt.

    Irgendwie erinnert mich das an was!

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  2. In Kategorien wie Neid zu denken enthüllt einmal mehr, was für ein asoziales Nationalistenpack da auf uns herumregiert. Immerhin hat er seinen Goebbels genau so gut gelernt wie Westerwelle.

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    1. Tonfall und Mimik sind noch nicht ganz so stimmig.
      Gruss Troptard;

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  3. Interessanterweise finden sich die vor Chauvinismus nur so strotzenden Statements von Rösler nirgends in der deutschen Presse. Komisch, nicht wahr? Ich hatte, nachdem ich es bei Reuters (s.o.) gelesen hatte, überall danach gesucht - Fehlanzeige.

    Dafür ließ der deutsche Oberfinanzsturmführer Schäuble heute beim EU-Gipfel wissen, "es gebe keinen Grund deprimiert zu sein angesichts der wirtschaftlichen Perspektiven". Beneidenswert, so viel unerschütterliche Zuversicht in deutscher Hand! Dürfte wieder mal den blanken Neid der Südeuropäer auf sich ziehen: Stieg doch die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland gerade auf 59 Prozent, die in Italien auf knapp 39 Prozent. Tendenz: steil nach oben, aber bitte, kein Grund deprimiert zu sein.

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