Dienstag, 21. Juli 2009

Menagerie


Mittagsruhe

Montag, 20. Juli 2009

Pflegeleicht

Es wäre aber auch zu schön gewesen, um wahr zu sein. Dieses Wort. Diese Überschrift. Jetzt ist sie weg. Statt der ursprünglichen trägt dieser Beitrag nun eine neue Überschrift, nämlich 'Krankenschwester'. Wer in den Kommentaren liest, ahnt schon, wie es dazu kommen konnte. Mir jedenfalls schwante beim Lesen so etwas, ohne genau zu wissen, was es sein könnte. Klingt das jetzt hinreichend konfus? Einfach weiterlesen (rote Hervorhebung von mir):

Betreff: CARE-Paket

Liebe Mrs. Mop,

vielen Dank für das konstruktive Telefonat. Wie telefonisch besprochen, möchte ich Sie bitten den geschützten Begriff „CARE-Paket“ nicht in Ihrem Blog zu verwenden.

Zum Hintergrund: CARE wurde 1945 in den USA gegründet, um Hunger und Verzweiflung in Europa mit mehr als 100 Millionen CARE-Paketen zu lindern. Heute greift CARE auf die Erfahrung und die Ressourcen einer modernen, internationalen Hilfsorganisation zurück. Unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft setzen wir uns weltweit für Not leidende, arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen ein. Unsere Zielsetzung: Not lindern. Armut bekämpfen. Würde verteidigen. Mehr zum CARE-Paket (http://www.care.de/care-paket.html) und unserer Arbeit weltweit (http://www.care.de/projekt-hilfsprojekte.html) erfahren Sie auf unserer Homepage und/ oder bei unseren Gruppen bei facebook und Co.: http://www.care.de/social-media.html.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und liebe Grüße

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Stephanie Timpernagel

Referentin Online-Marketing und Werbung
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
www.care.de


Selbstverständlich will ich mich keinesfalls an geschützten Begriffen vergreifen, zumal es eine traditionsreiche, historisch bedeutsame internationale Hilfsorganisation ist, die über jenen Begriff ihre schützende Hand hält. Die Organisation tut dies ausgesprochen unbürokratisch: Ein Anruf, ein paar Fragen und Antworten, eine nette Plauderei, und der Fall war gelöst, noch bevor er zu einem wurde. Es hätte mir auch anderes blühen können. Gerade bei Blogs wird ja gern mal mit rabiateren Methoden gearbeitet. Mit Frau Timpernagel war es ein Vergnügen.

Trotzdem blutet mir natürlich das Herz, weil die tolle Überschrift jetzt weg ist. Solche Wortspielereien, sind sie mir erst einmal eingefallen, gebe ich nur höchst ungern wieder her. Krankenschwester, okay, geht so. Aber dieses andere Wort, dieses, naja, Pflege-Packerl, das war schon Kirschsahnetorte. Und das bei dem Fotomodell. Ach ja. Zu schön um wahr zu werden.

Sonntag, 19. Juli 2009

Durch die Blume

Womit man nicht alles seinen Sonntag verplempert. Nach einer kleinen privaten Putzattacke blieb ich vor einem knallbunten Blumensträußchen stehen, einem zehn Tage alten Geschenk. Das charakteristische Müffeln war nicht zu überriechen, dieses Angemoderte, leicht Morbide, ins Jenseits Hinüberkippende. Ich beschloss, meinen anfallartigen Putzrappel mit der Entsorgung des Stinkers zu krönen.
Statt zum Mülleimer lenkten mich jedoch meine Schritte auf den Balkon, wo dem Strauß ein Gnadenbrot zuteil wurde. Von weitem sah er immer noch hübsch aus, gemüffelt hat er nur im Nahbereich, welchen ich mied. Nette Außendeko, fand ich; dann kam nach endlos langem Regen endlich die Sonne heraus. Also Socken ausziehen, Relaxposition einnehmen, Kaffee trinken, Lesen.
Plötzlich beschlich mich das unangenehme Gefühl, angestarrt zu werden.
Ich schaute vom Buch hoch und direkt in die Augen meines neuen Balkonbewohners. Er schaute zurück, und das mit einem Blick, welcher dem Buch keine Chance mehr ließ. Ein paar Mal versuchte ich, in die Lesestrecke zurückzufinden, ging aber nicht. Dieser Blick. Irgendwie so durchdringend und erwartungsvoll. Als ob er etwas von mir wollte.
Eine ganze Zeitlang saß ich da und wir guckten einander an. Einfach so. Passiert ist weiter nichts, aber nach einer Weile fühlte es sich so an wie bei Mogli, der zu lange der Schlange Kaa in die spiraligen Augen geschaut hat. Mir wurde so trancemäßig zumute. Schwer klappten die Augendeckel zu, ich nickte ein. Aber nur kurz, vor allem unruhig.
Beim Öffnen der Augen kreuzten sich wieder unsere Blicke, jetzt guckte der bunte Aussiedler fast vorwurfsvoll, so schräg von der Seite.
Fotografieren soll ja helfen, böse Geister zu bannen. Also draufgehalten. Dann verzog sich die Sonne hinter den Wolken und ich mich vom Balkon. Was soll man auch tun, wenn weder Lesen noch Schlafen möglich sind. Bloggen könnte ich noch, dachte ich mir. Also gut. Fing eh grade wieder zu regnen an.
Eben hat der Regen aufgehört, die Balkontür stand offen, es roch schön frisch herein. Ich ging hinaus, draußen roch es überhaupt nicht frisch, sondern fortgeschritten moderig. Oh mein Gott.
Er sah mich an. Ich sah ihn an. Ich sah, dass er weinte. Er hatte genug. Er wollte nicht mehr. Es war zum Herzerweichen. Endlich verstand ich. Und erlöste ihn. Dann setzte ich mich auf den Balkon und schlug mein Buch wieder auf. Ging nicht. Mein Kopf drehte sich dauernd nach der Stelle, wo der Kleine gestanden hatte. Nicht dass ich den Blickkontakt vermissen würde. Aber irgendwas fehlt.

Samstag, 18. Juli 2009

Krankenschwester

Weibliche Dienstleistung ist ja ein beliebtes Sujet auf Schwulenfesten. Was die Kunst der Straßenperformance angeht, stehen die Putz- und Pflegeberufe ganz hoch im Kurs. Beide Sparten sind sich ja auch eng verwandt: Die Putzfrau pflegt einen Raum, darum wird sie gern Raumpflegerin genannt; die Pflegekraft putzt einen Patientenhintern und heißt dessenungeachtet Pflegekraft, nicht etwa Putzkraft. Das nur so am Rande.
Zum heutigen Höhepunkt der Feiersaison wurden wieder mal blühende Dienstleistungsphantasien ausgelebt.
Der Pflegesektor war darstellerisch stark vertreten,
also, wirklich stark,
auch von hinten. Obwohl hier 'stark' weniger angemessen erscheint, wobei 'schwach' gänzlich unzutreffend wäre. Mir ist das passende Wort noch nicht eingefallen.

Freitag, 17. Juli 2009

Schmutz & Putz

Ein Husbot. Was zum Teufel ist ein Husbot? Nein, kein holländisches Hausboot. Auch keine Abkürzung für den 'Husumer Tagboten'. Und erst recht keine seltene grönländische Schlittenhundrasse. Alles falsch. Das Wort Husbot kommt aus dem Englischen, setzt sich zusammen aus hus(band) und (ro)bot, meint also wohl so eine Art Ehegattenroboter. Wer sich darunter jetzt einen vollelektronischen Begattungsapparat mit Fernbedienung vorstellt, liegt völlig daneben. Romantik und Sex gehören nämlich explizit nicht zu den Dienstleistungen, auf die der Husbot programmiert ist. Aber sonst macht das gute Stück fast alles.
An dieser Stelle interessiert natürlich vor allem die Leistungskraft der Putzsoftware, welche dieses spritgetriebene zweibeinige Monsterchen ja irgendwie in sich tragen muss. Und tatsächlich, der Husbot hat es drauf, er putzt und wäscht und gibt die perfekte Hausfrau, äh, den perfekten Hausmann. Das kann man gut finden, so wie ich, man kann es auch bedauern, so wie ich. Denn viele Husbots, einmal marktfähig gemacht, würden viele Putzfrauenarbeitsplätze wegelektronisieren. Soll sich aber bloß kein Husbot-User einbilden, den Putzhubby gäbe es für lau. Wird ein rechter Spritfresser sein. Wo man doch heutzutage beim Ölpreis eh nicht weiß, wo hinten und vorne ist. Und überhaupt, wo Benzin, da Abgase. Stinkt der Husbot vor sich hin, so lange er in Betrieb ist? Hat er einen Auspuff? Wenn ja, warum ist davon nirgendwo die Rede? Unausgereifter Firlefanz.
Trotzdem, ich finde Husbot, den elektronischen Hausfreund, ganz toll. Weil er so lustig ausschaut; manchmal auch traurig. Ich kann gar nicht genug kriegen von seiner Mimik. Selten einen so sympathischen Arbeitsplatzkiller erlebt. Zu sehen in einem Musikvideo. Gefunden auf der Website einer relativ neuen Zeitschrift namens OPAK. In seiner Juli-Ausgabe befasst sich das Magazin mit dem Schwerpunktthema Schmutz & Putz. Das war Mrs. Mop eine Investition wert. Besser gesagt, wäre es wert gewesen, wenn einer der fünf aufgesuchten Zeitschriftenläden das Heft vorrätig gehalten hätte. War nix. Dann halt nicht.
Übrigens erfolgte der Kaufimpuls durch dieses kleine Appetithäppchen. Schmutz kann unwiderstehlich sein.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Dress Code

Um 11.30 Uhr herrschten heute in der Küche 35 Grad. Draußen brütete es schon jenseits der dreißig, drinnen wurden Kartoffelgratins zubereitet. Der Backofen wummerte auf Hochtouren. Die heißen Bleche mit dem fertiggebackenen Gratin ruhten zum Auskühlen großflächig auf dem Herd. Zum Auskühlen! Bei über dreißig Grad Raumtemperatur! Fast hätte ich gefröstelt.
Anwesend zwei Köche, der Hitze wegen leicht gekleidet.
Mir war das schon gestern aufgefallen: Irgendwie haben diese Köche Sinn für situationskomische Wortklaubereien. Zumindest wissen sie die jeweils tagesaktuelle Problemlage sinnig in Worte zu kleiden.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Gästebuch


Die Köche waren schlecht drauf heute.

Das Ordnungsamt kam zu Besuch.