So ein Umzug zieht sich. Es irrt gewaltig, wer denkt: Tag X, Kisten rein in LKW, Kisten raus aus LKW, fertig ist der Umzug. Nix ist fertig. Chaos herrscht. Denn die Kistenware muss ja wieder ausgepackt und in die Schränke reingepackt werden. Es quellen mir unvorstellbare, nicht endende Wäsche- und Klamottenberge entgegen. Woher kommt das ganze Zeug? Von mir. Unfassbar. Noch dazu muss das meiste von dem Zeug neu zusammengelegt werden: Ich hatte es irrtümlich für eine gute Idee gehalten, zum Beispiel das Geschirr schützend in T-Shirts einzuwickeln. Jetzt ist das Geschirr heil und die T-Shirts mehr Kraut als Rüben. Also neu falten und zusammenlegen, was das Zeug hält; eine selten öde Beschäftigung. War eine schlechte Idee.
Dafür hat jemand anderes eine ausgeprochen gute Idee gehabt. Der hat einem kleinen gelenkigen Roboter Leben eingehaucht und ihn so programmiert, dass das Roböterchen Handtücher aller Art und Größe erkennt und penibel zu sauberen Rechtecken faltet. Es geht dabei durchaus sensibel zu Werke, betrachtet jedes Handtuch mit buddhistischer Geduld, dreht, wendet, dehnt es, wägt ab und entscheidet sich dann für die passgenaue Faltmethode. Ich könnte dem elektronischen Falter stundenlang zuschauen; bei ihm sieht das gar nicht öd aus. Am eindrucksvollsten finde ich das sorgfältige Glattstreichen jedes gefalteten Handtuches. Fast liebevoll und irgendwie mit Hingabe. Was ich von mir beim Falten nicht behaupten kann.
via kottke
Ach, wenn der Robot mir wenigstens meine Handtücher zusammenlegen würde. Und ich dürfte ihm dabei zuschauen. Das Leben wäre schön.



