Dienstag, 29. März 2011

Kriegslüstern


Man lernt nie aus.

Bisher war ich immer davon ausgegangen: Wenn einer mit einer Knarre auf mich losgeht, beabsichtigt er mich zu erschießen. Danach bin ich mausetot.

Richtig muss es heißen: Sollte jemand in meiner Gegenwart involviert sein in eine kinetisch offensive Aktion, bin ich danach dauerhaft kinetisch inaktiv.

Sollte wider Erwarten ich diejenige sein, die jemanden abknallt, und wegen Mordes verknackt werden, dann sage ich vor Gericht: Moooment - was reden Sie für einen Unsinn? Mord? Ich war lediglich in eine kinetisch offensive Aktion involviert, damit das klar ist!

Worauf sie mich vermutlich in eine geschlossene Anstalt einweisen werden. Das ist der Unterschied zwischen mir und dem amerikanischen Präsidenten. Den weisen sie nicht ein. Hat das Bombenrunterschmeißen in Libyen etwas mit Krieg zu tun? Unsinn! It's a kinetic military action, stupid! Klar? Klar.

Jeden Tag einen neuen dampfenden Haufen politischen Verdunkelungsgeschwafels unter die Nase gesetzt zu bekommen, ist schon eine arge Herausforderung. Irgendwie fühle ich mich da so kinetisch involviert. Früher war ich mal Pazifistin. Heute könnte ich in die täglich verabreichte Dosis an Orwellschen sprachgymnastischen Verrenkungen lauter Streubomben schmeißen.

Aus reiner Notwehr, wohlgemerkt. Gegen die tagtäglich stattfindende semantische Kriegsführung.

Kommentare:

  1. Da kann ich nur zustimmen und als Schützenhilfe auf die grossartigen Herren vom Neusprechblog verweisen: neusprech.org bemüht sich die Sichtbehinderung der Nebelkerzen wieder zu lüften.

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  2. Kenne ich. Sehr guter Tipp, danke!

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