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Dienstag, 27. April 2010

Alles draußen


Der Wahnsinn.
Ich sitze in einer komplett leergeräumten Wohnung.
Nur noch ein kleiner Tisch mit meinem Computer, ein Hockerchen und eine improvisierte Schlafstatt am Boden.
Der Rest ist heute umgezogen.
Außer mir.
Ich darf erst ab Samstag dort wohnen.
Vor drei Stunden sind wir fertig geworden mit dem Umzug. Zum Abschluss saßen die Jungs (großartige Schaffer!) und ich auf der Terrasse der neuen Wohnung, tranken noch ein Bier und guckten uns den Vollmond an, der unwahrscheinlich nah war und sehr tief hing und uns mit einem Riesengesicht anschaute.
So kam es uns jedenfalls vor.
Wir wollten gar nicht mehr weg.
Mussten aber.
Weil, ist ja erst ab Samstag so wirklich meine Wohnung.
Und jetzt also die große Leere.
Müdemüdemüde.
Und sehr zufrieden.


Dienstag, 13. Oktober 2009

Samstag, 8. August 2009

Moondance

Es muss der Einfluss des Vollmondes gewesen sein. Wie sonst finde ich zu dem Blog einer New Yorker Animationsfilmerin, ohne je danach gesucht zu haben? Die Künstlerin Nina Paley hat ein grandioses Werk geschaffen mit dem Titel Sita Sings The Blues, einen Kinofilm von 72 Minuten Länge, von denen ich jede einzelne geliebt habe.
Laut Filmbeschreibung (es ist unmöglich, diesen Film zu beschreiben) handelt es sich um eine 'animated interpretation of the Indian epic Ramayana' - irgendwie nicht wirklich euphorisierend, so als Text; der Film ist es dafür umso mehr. Unglaublich schlau, witzig, mit viel Tempo und irrsinnig komischen Charakteren, allesamt irreal und sonderbar. Kein Wunder, dass der Mond eine tragende Rolle im Filmgeschehen spielt, mal voll, mal halb, mal zu, mal ab. Als bei 27:50 Minuten nicht etwa der Bär, sondern der Mond rampensaumäßig zu steppen anfing, da wusste ich: Ich bin im richtigen Film.
Eigentlich wusste ich das bereits nach zwanzig Sekunden. Da ritzt nämlich ein männlicher Pfau in vollem Ornat die Schellackplatte auf dem Grammophon, bleibt mit dem spitzen Schnabel in der Rille hängen, lässt dadurch die Musik durchhängen und halst sich jede Menge Stress mit der schönen Sita auf, die gerade am Playbacksingen war. Meisterhaft durchgeknallt. Muss man gesehen haben. Unbeschreiblich.



Freitag, 7. August 2009

Mondscheintarif



Noch weit und breit kein Sonnenaufgang heute früh um halb sechs. Dennoch ungewöhnlich hell für die Jahres- und Uhrzeit. Ein sonderbares, irreales Licht. Zum ersten Mal seit den vergangenen fünf Monaten kam ich auf die Idee, mich umzudrehen und einen Blick nach Westen zu werfen, von wo ich jeden Morgen aufbreche. Und dort hing die übernächtigte Lichtquelle. Ich wurde auf der Stelle vollmondsüchtig. Vollmondsüchtig heißt, stundenlang den Mond anzuschauen, dabei sonderbare, irreale Sachen zu denken und darüber die Zeit zu vergessen. Gefährlich. Schnell wieder aufsteigen. Wie gut, dass ich nach Osten fahre und den Vollmond stets im Rücken habe.