Dienstag, 8. März 2011

Körper gegen Kapital


Nein, hier geht es nicht um Prostitution, ganz im Gegenteil.


Der Körper stellt sich gegen das Kapital.
Er stampft, begehrt auf, rebelliert gegen das Kapital.
Der Körper tritt das Kapital buchstäblich mit Füßen,
an genau jenem Ort, wo damit spekuliert wird.


Wie, der Körper? Welcher Körper?

Der tanzende Körper.

Wie - der Körper tanzt gegen das Kapital an?

Genau das macht er. Und zwar gegen das Finanzkapital.

Aha. Und wie macht das der Körper?

Indem er Rumba tanzt. Und zwar in der Schalterhalle einer Bank.

Darf der Körper das?

Nein, aber er tut es trotzdem.


La Rumba del banquero

Die Körper tun es trotzdem, und der Security-Mann weiß nicht so recht, wie er einem rumbatanzenden Flashmob Herr werden soll. Kaum ist es ihm mit Mühe gelungen, einen Tänzer rauszuschmeißen, kommt der zur gläsernen Drehtür der Bank wieder reingetanzt.



flo6x8 ist eine Gruppe von spanischen Aktionskünstlern aus Sevilla, die den Banken und der von ihnen verursachten Krise physisch zu Leibe rückt - mit all der Kraft, der Leidenschaft und der Wildheit des Flamenco.

Und mit Köpfchen.



(Dank an R@iner für den wunderbaren Hinweis auf flo6x8.)

Montag, 7. März 2011

Vom Sitzsack zum Stehgeiger


Zur Zeit reden alle von irgendeiner Revolution. Ich jetzt auch. Na gut, von einem Revolutiönchen. Jedenfalls fühlt es sich ein bisschen revolutionär an, obwohl es sich eigentlich objektiv um etwas eher Evolutionäres handelt.

Denn in der Entwicklungsgeschichte des Menschen wird ja gern von Evolution gesprochen, wenn sich aus der geduckten Haltung ein aufrechter Gang entwickelt. Nur, rein subjektiv fühlt es sich für den hockenden kleinen Krabbler bestimmt revolutionär an, sobald er es schafft, sich evolutionär am Tischbein hochzuziehen und stehend die große Welt zu überblicken.

Womit ich beim Thema bin: Vor ein paar Tagen habe ich mich sozusagen am Tischbein hochgezogen und überblicke jetzt meine Computerwelt aus dem aufrechten Stand - was sitzend war, soll stehend werden. Schluss mit der stundenlangen Hockerei. Wer steht, hat mehr vom Leben und mit Sicherheit eine bessergelaunte Wirbelsäule. Nunmehr stehe ich also und bereue nichts.

Angefangen hat alles so: In diversen Blogs las ich - sitzend, selbstredend -, dass es offenbar modern wird, vom Sitz- in einen Steharbeitsplatz überzugehen. Je mehr ich las und dabei saß, desto eindringlicher die Rückmeldung meines Rückens, dass er das bitteschön auch möchte. Also, stehen statt sitzen. Kreuzlahm beschloss ich schließlich, ein moderner Mensch zu werden.

Modern hieß in meinem Fall: Es muss eine ergonomisch sinnvolle Lösung her, die nichts kostet. Weil, einem angespanntem Rücken ist bei angespannter Finanzlage nur beizukommen, wenn sich der Kostenaufwand im Nullbereich bewegt. Also lautete mein oberstes Gebot: Neu gekauft wird nichts. Damit schieden - zugegeben, schicke - Problemlösungen wie diese hier von vorneherein aus:


Schließlich hatte ich mir geschworen, keinen Cent auszugeben.

Interessant, weil dem Do-it-yourself-Prinzip verpflichtet, schien mir zunächst dieser Standing Desk:


Ich verwarf die Idee aber schnell, denn 1. müsste ich ja in -zig Coladosen investieren, 2. mag ich kein Cola und 3. wirkt das Ganze zwar irgendwie kühn-kreativ, jedoch eher instabil, und bei der Vorstellung, mein Hund Blues würde sich in einem seiner bluesigen Anfälle schweratmend gegen diese fragile Konstruktion lehnen, wurde mir himmelangst.

Im Low-Budget-Bereich sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt - wohl aber der ästhetischen Anmutung:


Man nehme seinen ollen Schreibtisch und erhöhe ihn mit Hilfe vieler Packen Druckerpapier zum Standing Desk. Hat einen gewissen provisorischen Charme. Zumindest von der Idee. Jedoch bin ich zu knausrig, mir viele Packen Druckerpapier zu kaufen. Und mal ehrlich, aussehen tut dieses Gebilde zum Davonlaufen - man will ja vor seinem neuen Steharbeitsplatz nicht davonlaufen, sondern freudig darauf zugehen.

Dann gibt es noch die Durchgeknallt-Fraktion. Der stehe ich zwar aus Prinzip und Überzeugung stets offen gegenüber, aber irgendwo ist ja dann auch mal Schluss mit lustig:


Zwar kein Steharbeitsplatz im engeren Sinne, aber immerhin von einer Art sportlichem Grundgedanken inspiriert, von daher erstmal attraktiv. Scheidet jedoch aus, weil es in meinem Haushalt wohl ein Fahrrad, aber kein Bügelbrett gibt. Und mit meinem Fahrrad weiß ich Besseres anzufangen als es zu einem Stellplatz vor dem Computer umzufunktionieren, also bitte.

Wie gesagt, ich saß und las, ich erwog und verwarf, dann nahm ich Maß (vorheriges Maßnehmen empfiehlt sich, denn die Höhe der Arbeitsplatte soll ja der eigenen Körpergröße angepasst sein - sehr hilfreich dafür: ergotron.org), und eines Morgens schritt ich zur Tat und krempelte meinen gruftigen Sitzarbeitsplatz um in einen dynamischen Standing Desk:


Was soll ich sagen? Es fühlte sich vom ersten Tag an revolutionär an. Mit jedem weiteren Tag lobpreise ich meine neue Workstation in den höchsten Tönen und komme zu dem Schluss: Ein Standing Desk ist das Beste seit der Erfindung des Hexenschusses.

Zum revolutionären Feeling gehört allerdings, dass das stundenlange Arbeiten im Stehen anfangs anstrengend ist (das waren Revolutionen schon immer, so viel ich weiß). Stehen strengt an, weil es Wachheit und ständige Bewegung erfordert. Sitzen strengt an, weil es ermüdet und auf Bewegungslosigkeit hinausläuft. Mir ist die Anstrengung des Stehens lieber. Meinem Rücken auch. Und meinem Geist, ganz nebenbei, ebenfalls: Der ist im Stehen wacher und beweglicher als er es in einem noch so perfekten Hi-Tech-Bürostuhl je sein könnte.

Wie heißt es so treffend? Viva la ... !


(Bild 1, 2 und 3 via smarterware. Am Ende des Artikels und in den Kommentaren finden sich viele informative Links zu Illustrationen und Erfahrungen von Sitz-zu-Steh-Umsteigern.)

Sonntag, 6. März 2011

Zugluft



De Zoch kütt, sagen die in Köln um diese Jahreszeit, glaube ich.

Das muss man sich so vorstellen: Man geht durch den Zug und denkt nichts Böses, und plötzlich kütt de Zoch an einem vorbei. Einfach so.

Dann kütt der nächste Zoch und dann noch ein Zoch, und vor lauter Züchen - oder sagen die im Rheinland Zöchen? - kommt man überhaupt nicht mehr zum Zug. Wenn sich das dann aufs Bloggen niederschlägt, spricht man von einem Entzuch.

Halt nein, in dem Fall muss es wohl Entzoch heißen. Oder so.

Freitag, 4. März 2011

Den Dreh raus


Also.

Ich arbeite ja neuerdings in so einem abgedrehten Laden bei zwei so abgedrehten Kerlen mit lauter abgedrehten Kochideen.

Und was das Abgedrehteste ist:

Neuerdings haben die ein eigenes, ziemlich abgedrehtes Blog.

Was aber das Allerabgedrehteste ist:

Das Blog habe ich den beiden heute eingerichtet.

Ui.

Dienstag, 1. März 2011

Tolle Aussichten


"Kleine Gäste, tolle Aussichten"

"Manchmal können die Eltern oder Großeltern nicht mit auf Reisen gehen. Kein Problem, denn alleinreisende Kinder sind bei der Bahn stets bestens aufgehoben. ... Langweilig wird die Fahrt bestimmt nicht! ... Was gibt es Spannenderes als die erste Reihe ohne Eltern und den Blick durchs Fenster auf die vorbeirauschende Landschaft?"

Tolle Aussichten in der ersten Reihe. Gute Reise, Kinder.


Montag, 28. Februar 2011

Kick it like Baba



Ich werd' verrückt. Oh Mann, ist das gut. Kick it, Baba.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Hände



Mehr als Balsam
auf meine Seele
und besser
als jede Handcreme
auf meine schwieligen
Hände.