Sonntag, 12. Februar 2012

Klassenlose Gesellschaft


"Marx's argument amounts to this: any project to deliver a classless society, with wealth distributed according to need, must be based on the most advanced technologies and organisational forms created by capitalism itself. It can't be based on schemes originating in the heads of philantropic bosses or philosophers. And you can't return to the past."
- Accelerationism
(aus: Paul Mason, Why it's kicking off everywhere)
via Edges
Blödsinn.

"Problem solved!
Collaboration with no ego."

Kommentare:

  1. Trotzdem: Aus dem Alten entsteht das Neue oder gar nichts.

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  2. Eben. Den Vierfüßlerstand gibt's ja schon ziemlich lange.

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  3. Genau, warum ihn dann nicht notfalls immer wenigstens abwechselnd tun... ;-)

    Es geht (mir) darum, daß nicht alles was mal erreicht wurde, gestrichen werden muß, um was Neues zu beginnen.
    Wir müssen nicht 'vergessen', was wir an nützlichen Dingen während der Evolution lernten und wieder auf die Bäume zurück.
    Wir müssen wohl nur irgendwann verstehen, was dazu führt(e), daß es nicht für alle nützlich ist.
    Wenn wir das dann weg lassen könnten...
    ... könnte aus dem Alten das Neue entstehen.

    Btw. Ich weiß, da ist viel "könnte", aber wer bin ich, daß ich sagen darf - "würde".^^

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  4. "Wir müssen nicht 'vergessen', was wir an nützlichen Dingen während der Evolution lernten...":

    Wer ist "wir"?: Zählst Du dazu auch die chinesischen Arbeitssklaven (Foxconn), denen "wir" so "nützliche Dinge" wie "unsere" "advanced technologies" verdanken?

    "Wir müssen wohl nur irgendwann verstehen, was dazu führt(e), daß es nicht für alle nützlich ist.":

    Wohl wahr. Spricht eigentlich nichts dagegen, dass wir dies bereits jetzt verstehen und nicht erst "irgendwann".

    "Wenn wir das dann weg lassen könnten..."

    ok, also z.B. die Sklavenarbeit,

    "... könnte aus dem Alten das Neue entstehen."

    Schätze, unsere "advanced technologies" werden dann erst mal ziemlich alt aussehen. Sofern ihnen nicht eh der revolutionsbedingte Stromausfall (cheap oil) das Licht ausgeknipst hat.

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  5. Auch der Faustkeil war ja mal "advanced technology".

    Sie entwickeln sich aus Bedürfnissen und schaffen Bedürfnisse. Ist schlecht zu trennen zwischen "künstlich" und "notwendig" - sind eben Bedürfnisse. Da könnte nur jeder selbst entscheiden, ob er was nicht mehr (so) möchte. Nimm nie jemandem sein Spielzeug weg ;-)

    Wer "wir" ist, eigentlich alle, aber wenigstens die, die sich angesprochen fühlen.

    "Sklavenarbeit" abschaffen, geht nur, wenn ich weiß, worauf die beruht und sich immer wieder neu (re-)produziert.
    Wäre ich ja sehr dafür...
    Aber so lange zwar gegen ACTA demonstriert wird, was schon mal richtig toll ist, aber die Marktwirtschaft als notwendig, von wegen "Anreiz" und so, begriffen wird, nur die halbe Miete...

    Was'n das für eine Revolution, die nicht ersteinmal das wichtigste der Menschen sichert: Strom, Wasser, Nahrung.
    Ginge wohl am besten, wenn wir das bis dahin wieder vor der Haustür (kommunal/regional) haben ;-)

    Die Sache ist eben nur die, daß ich das, wenigstens soweit ich das verstanden habe, nur erklären kann, wenn es jemand (schon) wissen will - sonst geht ihm das als Gelaber nur unendlich auf den Keks...

    Btw. Deine Zeitanzeige für die Blogeinträge hier ist mir ein Rätsel - geht die rückwärts am Tag?

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  6. "Deine Zeitanzeige für die Blogeinträge hier ist mir ein Rätsel": Mir auch. An meinen Kommentareinstellungen liegt es nicht. Dieses merkwürdige Phänomen ist mir auch schon bei anderen Google-Blogs aufgefallen. Sehr irritierend, ich weiß.

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  7. Ach wie schade, jetzt bin ich zu spät. Ich hätte doch zu gerne gewusst, warum das Blödsinn ist, Frau Mop, was der Journalist schreibt. Der präsentiert das doch nicht wie eine allgemeine Theorie, sondern ist fasziniert, wie sich die Empörung über das Internet verbreitet.

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  8. Zur Erklärung:

    Ich kenne das Buch von Paul Mason nicht, kann und möchte dazu also nichts sagen, habe nur die exzerpierten Sätze im Vorbeigehen gelesen und mein spontanes Bedürfnis nach Einspruch artikuliert.

    Aus meiner Sicht kann die klassenlose Gesellschaft der Zukunft unmöglich „sich gründen auf die fortgeschrittensten Technologien und Organisationsformen, die der Kapitalismus selbst geschaffen hat“, solange die Bedingungen, unter denen „fortgeschrittene Technologien“ produziert und aufrechterhalten werden, nicht politisch hinterfragt und abgeschafft werden.

    (Siehe dazu auch mein Kommentar um 11:07 PM)

    Außerdem stieß mir bei den zitierten Sätzen die rhetorische Rahmenkonstruktion auf: Entweder du schließt dich der Sichtweise an, dass die klassenlose Gesellschaft sich auf die fortgeschrittensten Technologien und Organisationsformen gründet, die vom Kapitalismus geschaffen wurden, oder du bist ein hoffungsloser Traumtänzer, weil du vorkapitalistische Vergangenheiten herbeiromantisierst. Solche dualistischen Betrachtungsweisen halte ich für kontraproduktiv im politischen Diskurs, im Extremfall (nicht unbedingt im vorliegenden Zitat) eignen sie sich zum demagogischen Abschmettern von Infragestellungen und anderslautenden Positionen.

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  9. Zum Thema "unsere fortgeschrittensten Technologien" und deren Produktion in der "vom Kapitalismus selbst geschaffenen" Klassengesellschaft:

    William Black spricht Klartext.

    Würde mich interessieren, wie eine klassenlose Gesellschaft solche Arbeits- und Lebensbedingungen, solche massiven Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen rechtfertigen würde.

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  10. Also... ich versuchs mal.

    Eine Gesellschaft an sich rechtfertigt gar nix und eine Technologie ist nicht die Art ihrer Herstellung oder so ;-)

    Ich bin alles andere als ein Freund des Kapitalismus, egal in welcher 'Ausformung'.

    Nichtsdestotrotz haben aber gerade seine, überhaupt nie auf den Menschen, dafür auf den Profit ausgerichteten 'Machenschaften' dafür gesorgt, daß wir mittlererweile mehr herstellen könnten, als wir je zu unserer Reproduktion bräuchten.

    Ok, die Menschen in ihm, aber eben unter seinen Bedingungen.
    Die sind fies, die waren fies, die würden immer fies bleiben.

    Diese Reproduktionsbedingungen abschaffen, also "solche massiven Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen" hieße aber nicht, auch die Technologien/Fertigkeiten abzuschaffen, die wir dabei 'erlernten'.

    Es hieße eben nicht, die 'Maschinen zu stürmen' - sie sind es ja nicht, die uns das Leben so unerträglich machen (können). Nein, zu beenden wäre mE, daß diese 'Maschinen' (Produktionsmittel) nur einigen wenigen gehören, bei denen wir für unseren Lebensunterhalt arbeiten müssen, daß diesen weiter ihre 'Maschinen' (Produktionsmittel) gehören samt dem von uns für sie(!) hergestellten Arbeitsprodukt.

    "Klassenlose Gesellschaft" hieße, daß die Menschen (gemeinsam) bestimmen, wie/was/wozu/durch wen/womit hergestellt würde.

    Kann mir schlecht vorstellen, daß, wenn es kein Druckmittel der Erpressung zum Lebensunterhalt gibt, sich die Menschen gefallen ließen, unter solchen "solche massiven Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen" arbeiten und leben zu müssen.

    Sie bestimmten dann ja (gemeinsam), was 'abgeht' oder auch nicht...

    Btw. Wirklich aus dem Kap. heraus kommen wir aber mE nur, wenn wir selbst, nicht ne Partei, nicht irgendwelche wenigen Experten, sondern wir (fast) alle gemeinsam unsere Reproduktionsbedingungen in die Hand nehmen wollen.

    Also, so wie früher einmal gedacht, man ersetze nur einen Staat durch einen anderen, löst hier gar nichts (dauerhaft).
    Enteignung ist es nicht; Aneignung durch die Menschen selbst wäre es.

    Muß man nicht nur wollen, muß man wohl auch lernen...
    Nennt sich: Soziale Emanzipation.
    ... Emanzipation vom Kapitalverhältnis.
    D.h. wir finden was, wie wir unser Leben ohne Geld und Warentausch auf die Reihe kriegen.
    So kriegten wir die Sklavenarbeit mal vom Hals.
    Grundvoraussetzung: Wir* wollen sie auch vom Hals kriegen.

    *Wir meint alle Nichtkapitalisten, das sind 90% der Bevölkerung oder wenigstens alle Lohnabhängigen, das wäre zZt. ca. 75 % der Bevölkerung bezogen auf allein Deutschland. ('Sklaven')

    Wir müssen nicht einen einzigen Microchip 'verbrennen', ihn nur zukünftig unter anderen Bedingungen herstellen wollen, wenn wir meinen, ihn zu brauchen.

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  11. PS - Klassenlose Gesellschaft mit Arbeitsteilung ist verdammt schwer, denn Arbeitsteilung ist/war die Voraussetzung für jede Klassengesellschaft.

    Die Organisationsform "Kooperation der vielen (Teil-)Arbeiten" müssen wir aus dem Kapitalismus über ihn hinaus weiterführen, aber eben aufpassen, daß daraus nicht wieder eine Klassengesellschaft würde.
    Sei es, weil wir Entscheidungen an 'Experten' (dauerhaft) delegieren, sei es, weil wir Wissen bei einigen wenigen lassen...

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  12. "Diese Reproduktionsbedingungen abschaffen, also "solche massiven Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen" hieße aber nicht, auch die Technologien/Fertigkeiten abzuschaffen, die wir dabei 'erlernten'."

    Hat auch niemand behauptet.

    "Es hieße eben nicht, die 'Maschinen zu stürmen'"

    Hat auch niemand behauptet.

    "Wir müssen nicht einen einzigen Microchip 'verbrennen'..."

    Hat auch niemand behauptet.

    "...ihn nur zukünftig unter anderen Bedingungen herstellen wollen, wenn wir meinen, ihn zu brauchen."

    Klingt machbar. Bis auf das "nur".

    “The people who think they are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.”

    Klingt noch besser. Stammt leider aus der Apple-Werbung.

    Und damit zurück an die Große Chinesische Sklavenmauer.

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  13. "Und damit zurück an die Große Chinesische Sklavenmauer"

    Ich nicht, ich versuch weiter das "nur" bei den zukünftig anderen Bedingungen zu 'knacken'. (Wie könnte das gehen...)

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